Wichi Traditionen – Partizipatives Projekt mit einer Ureinwohnergemeinschaft

Dieses Projekt konzentriert sich auf die materielle und immaterielle Analyse der Produktion von Kunsthandwerk der Wichis aus Nord Argentinien seit Beginn des 20. Jahrhunderts.

Steckbrief

  • Lead-Departement Hochschule der Künste Bern
  • Institut Institute of Design Research
  • Forschungseinheit Social Communication
  • Förderorganisation SNF
  • Laufzeit (geplant) 01.09.2021 - 31.01.2025
  • Projektverantwortung Catalina Lucia Agudin
  • Projektleitung Catalina Lucia Agudin
  • Partner Schweizerischer Nationalfonds SNF
  • Schlüsselwörter Soziales Design, Designforschung, partizipatives Designprojekt, dekolonialistische Praktiken, Wichi-Handwerk, Wichi-Ethnographie, argentinische Ethnizität.

Ausgangslage

Ethnische Minderheiten wurden in Argentinien oft unterdrückt, so auch die Wichis. Diese waren ursprünglich Nomaden und pflegten ihre eigene Sprache, ihren eigenen Glauben und Traditionen. Heutzutage lebt rund 60 % der Wichi-Bevölkerung in ländlichen Gebieten unter sehr harten Bedingungen, gezeichnet von Armut. Gemeinsam mit anderen indigenen Gruppen bewohnen sie das sogenannte Chaco-Gebiet im Norden Argentiniens. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts produzieren die Wichis Kunsthandwerk, das zu einer wirtschaftlichen Ressource innerhalb der anglikanischen Missionen wurde. Das Kunsthandwerk repräsentiert heutzutage die Wichi-Bevölkerung in verschiedenen Handelskanälen. Dieses Projekt konzentriert sich darauf, zu untersuchen, welche Rolle das Kunsthandwerk für die lokale Bevölkerung spielt.

Vorgehen

In einem ersten Schritt gilt es, zu verstehen, was die Herstellung von Kunsthandwerk für die Wichis selbst bedeutet. Dabei sind Aspekte wie investierte Zeit, Einkommen, Erinnerungen, Reproduktion der Kultur und Identitätskonstruktion zu berücksichtigen. Eine Kombination aus ethnografischen und Design-Methoden – wie teilnehmende Beobachtung, biografische Interviews, Videodokumentation und Cultural Probes – bildet die Grundlage der Datenerhebung. In einem zweiten Schritt findet ein partizipatives Projekt mit Wichi-Kunsthandwerker*innen und Designstudenten*innen der Universität Buenos Aires im Feld statt. Das Ziel der Workshops ist die gemeinsame Beschäftigung mit der Materialkultur der Community.

Ergebnisse

Das partizipative Forschungsprojekt soll dazu beitragen, einerseits die Kunsthandwerk-Produktion der Wichis aufzuwerten und andererseits die Rolle der Ethnizität in Argentinien zu reflektieren. Darüber hinaus leistet das Projekt einen Beitrag zur dekolonialistischen Perspektive und Praxis.

Dieses Projekt leistet einen Beitrag zu den folgenden SDGs

  • 4: Hochwertige Bildung
  • 10: Weniger Ungleichheiten