Aider les Proches Aidants Hilfe für pflegende Angehörige

Im ganzen Kanton Neuenburg soll mithilfe einer App und einer Online-Plattform ein integriertes Unterstützungssystem für pflegende Angehörige eingeführt werden. Ziel ist die Prävention von Krankheiten bei pflegenden Angehörigen und die Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität der durch sie betreuten Patientinnen und Patienten.

Steckbrief

  • Lead-Departement Technik und Informatik
  • Institut Pflegende Angehörige
  • Forschungseinheit mHealth
  • Laufzeit (geplant) 01.01.2020 - 31.12.2023
  • Projektverantwortung Serge Bignens
  • Projektleitung Olivier Descloux
  • Projektmitarbeitende François von Kaenel
    Claudia Michel (S)
    Eva Soom (G)
  • Partner MIDATA Genossenschaft
    Gesundheitsnetzwerk AROSS
    BFH, Institut für Medizininformatik I4MI
    BFH, Departement Gesundheit
    BFH, Departement Soziale Arbeit
    Gesundheitsförderung Schweiz
    République et canton de Neuchâtel, Service Cantonal de la Santé Publique
  • Schlüsselwörter Pflege, Angehörige, App, Prävention, Lebensqualität, Unterstützung, Familie

Ausgangslage

Die wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Gesundheitsversorgung vor dem Hintergrund der demografischen Alterung sind gross. Die professionelle Gesundheitsversorgung allein kann die Last der Pflege nicht tragen, und die öffentliche Hand kann sie nicht finanzieren. Der Beitrag der Zivilgesellschaft, des unmittelbaren Umfelds von Patienten und gebrechlichen Menschen ist von wesentlicher Bedeutung. Dies wird sich in Zukunft noch verstärken. Solche Hilfe wird hauptsächlich durch Freiwillige und pflegende Angehörige geleistet. Nationale Statistiken zeigen, dass bereits fast 170'000 Arbeitnehmende als pflegende Angehörige "zweitbeschäftigt" sind und jährlich 64 Millionen Stunden Freiwilligendienst leisten, was einem Betrag von mehr als 3 Milliarden Franken entspricht. Eine Entlastung dieser Personen, resultierend beispielsweise in geringeren Krankheitstagen infolge Erschöpfung, würde bereits ein grosses Plus für das Gesundheitswesen und die Schweizer Wirtschaft bedeuten.

Ziele

Aufbau eines integriertes Support-System für betreuende und pflegende Angehörige (Proches Aidants). Die pflegenden Angehörigen finden Information und Unterstützung via eine App und Onlineplattform, die auf geolokalisierte Daten des Kantons zu Versorgungsangeboten zurückgreift, sowie auf Information zu Angeboten via das Gesundheitsnetzwerk AROSS. Sie können ihre Befindlichkeit und Stress-Levels aufzeichnen und erhalten Zugang zu Selbstmanagement- und Coaching-Angeboten. Die Datenhaltung innerhalb der Nutzung der App genügt modernsten Ansprüchen und erfolgt auf der bürgerinnen-/patientenzentrierten MIDATA-Plattform. Die pflegenden Angehörigen werden eingeladen, diese Daten im Rahmen des Projekts in anonymisierter Form in die Analyse ihrer Bedürfnisse, die Anpassung des entsprechenden Angebots sowie die Analyse ihrer Arbeitsbelastung und des Outcomes des Projekts einfliessen zu lassen. Übergeordnetes Ziel ist die Krankheitsprävention bei den pflegenden Angehörigen, und davon abhängend, die Verbesserung der Outcomes der gepflegten Personen. Beides soll zu einer Entlastung des Versorgungssystems beitragen.

Vorgehen

  • Analyse der Bedürfnisse der pflegenden Angehörigen und der Bedürfnisse anderer Akteure im Ökosystem (Leistungserbringer, Kanton, weitere), dann Etablierung eines hybriden Unterstützungskonzepts für pflegende Angehörige, welches den digitalen Kanal (mobile Anwendung) und die Kanäle des Gesundheitsnetzwerks AROSS und via AROSS der Leistungserbringer kombiniert. Definition der Parameter zur Erkennung des Gesundheitszustandes/Erschöpfung der pflegenden Angehörigen. Erstellung von Best-Practice-Leitlinien.
  • Entwicklung einer bedarfsgerechten mobilen Anwendung für pflegende Angehörige, die definierte Parameter sammelt und georeferenzierte Gesundheits- und Sozialdaten integriert und visualisiert.
  • Einsatz des Projekts im Kanton Neuenburg. Wirkungsanalyse, ökonomische Analyse. Dokumentation, die einen späteren oder parallelen Einsatz in anderen französisch- oder deutschsprachigen Kantonen mit Unterstützung ihrer Gesundheitsnetzwerkstrukturen ermöglicht.