Inventar zur Beratungskompetenz in der Sozialen Arbeit

Ein an der BFH entwickeltes Inventar zur Beratungskompetenz (IBK) ermöglicht Sozialarbeitenden, ihre Beratungskompetenz in fünf Dimensionen online selbst zu beurteilen und sich mit anderen Fachpersonen zu vergleichen.

Steckbrief

  • Lead-Departement Soziale Arbeit
  • Institut Institut Organisation und Sozialmanagement
    Institut Beratung, Mediation, Supervision
  • Laufzeit 01.01.2017 - 31.12.2019
  • Projektverantwortung Simon Steger
  • Projektleitung Simon Steger
  • Projektmitarbeitende David Lätsch
  • Schlüsselwörter Beratung, Kompetenz, Messinstrument

Ausgangslage

Die Beratung von Menschen in herausfordernden Lebenslagen ist eine der wichtigsten Aufgaben Sozialer Arbeit. Allerdings gibt es im deutschsprachigen Raum kaum Instrumente, um Beratungskompetenzen empirisch zu erfassen. Das wäre jedoch notwendig, um zu erforschen, wie die Stärken und Schwächen von Sozialarbeitenden in der Beratung mit den Wirkungen ihres professionellen Handelns zusammenhängen, den Weiterbildungsbedarf von Fachpersonen zu bestimmen oder herauszufinden, wie die Beratungskompetenz von Sozialarbeitenden mit ihrer Leistungszufriedenheit und Berufsbindung zusammenhängt.

Ziele

Es ist ein Online-Instrument zur Selbstbeurteilung von Beratungskompetenzen für Sozialarbeitende entwickelt. Damit liegt ein Tool zur selbstreflektierten Qualitätsentwicklung vor.

Vorgehen

Die Entwicklung des Instruments gründet auf dem Practice Skills Inventory (PSI), welches für den deutschsprachigen Kontext adaptiert und weiterentwickelt wurde. Das Inventar stützt sich auf die Selbsteinschätzung einer Gelegenheitsstichprobe von 490 Sozialarbeitenden, die in ihrem Berufsalltag in verschiedenen Handlungsfeldern Menschen beraten. Durchgeführt wurden explorative und konfirmatorische Faktorenanalysen.

Ergebnisse

Das an der BFH entwickelte Inventar zur Beratungskompetenz (IBK) gliedert die Beratungskompetenz in fünf Dimensionen:

  1. Emotionale Unterstützung, um eine vertrauensvolle und empathische Arbeitsbeziehung zu Klientinnen und Klienten einzugehen.
  2. Klärungshilfe, um die Klientinnen und Klienten ausgehend von der subjektiven Deutung ihrer Situation, ihren Werten und Zielen zu unterstützen.
  3. Lösungshilfe, um Klientinnen und Klienten bei der Veränderung eines problematischen Ist-Zustandes in einen wünschenswerten Soll-Zustand zu unterstützen.
  4. Bewältigungshilfe, um Klientinnen und Klienten in einer schwierigen Lebenssituation im Streben nach einem emotionalen Gleichgewicht zu unterstützen.
  5. Vernetzung, um das Netzwerk von Beteiligten zu koordinieren und den Klientinnen und Klienten entsprechendes Wissen zu vermitteln.

Mit dem IBK liegt nun für Sozialarbeitende ein kurzes, mit geringem Zeitaufwand verbundenes Instrument zur Selbstbeurteilung der eigenen Beratungskompetenz vor. So können Fachpersonen ermitteln, wie kompetent sie sich in ihrem Berufsalltag in der Ausübung verschiedener Beratungstätigkeiten fühlen. Am Ende haben sie die Möglichkeit, sich mit den Studienteilnehmenden zu vergleichen. Das Instrument wird in der Weiterbildung angewendet und steht auch für Sozialdienste und Beratungsstellen zum Einsatz bereit.