Bauen mit Holz

Mit dem CAS Bauen mit Holz erlangen Architektinnen und Architekten sowie Ingenieurinnen und Ingenieure die nötige Sicherheit beim Planen und Umsetzen von Holzbauten.

Nach Abschluss dieses CAS

  • können Sie Holzbauprojekte erfolgreich entwerfen und umsetzen, 
  • verfügen Sie über konstruktive Kompetenzen im Umgang mit Holz und Holzwerkstoffen und können dieses Wissen gewinnbringend ins Planerteam einfliessen lassen,
  • wissen Sie, welches Holzbausystem Sie am besten einsetzen,
  • kennen Sie die Abläufe und können Sie zeitsparend mit Holzbauingenieurinnen, Holzbauunternehmen und Haustechnikplanern zusammenarbeiten, 
  • können Sie Bauherren und Investoren fachkundig beraten, 
  • profitieren Sie von einem Netzwerk aus Dozierenden, Fachleuten und Gastreferenten aus der Wirtschaft sowie vom Austausch mit den anderen Teilnehmerinnen. 
CAS Bauen mit Holz

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Certificate of Advanced Studies (CAS)
  • Dauer Rund 20 Studientage bzw. Halbtage
  • Unterrichtstage Donnerstag - Samstag
  • Anmeldefrist Vier Wochen vor Studienbeginn
  • Anzahl ECTS 12 ECTS-Credits
  • Kosten CHF 6'200
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Biel
  • Departement Architektur, Holz und Bau
  • Nächste Durchführung 27. Februar bis 3. Juli 2020

Studienleitung

Sekretariat Weiterbildung

Inhalt + Aufbau

Portrait

Bauen mit Holz verlangt spezifische Anforderungen an Planung und Umsetzung. Die Weiterbildung vermittelt Wissen über den Ablauf der Bauprozesse im Holzbau und den Einsatz der entsprechenden Baupartner und Baumaterialien. Alle relevanten Themen werden in logischer Abfolge und mit hohem Praxisbezug entlang des Planungs- und Bauprozesses behandelt. Holzbausysteme, Komponenten sowie deren Gewinnung und Herstellung werden im Detail erläutert. Sie erarbeiten sich Wissen im Bauen mit Holz, das konkret angewendet werden kann.

Ausbildungsziel

Sie...

  • kennen die wesentlichen Vorteile des Holzbaus und die Holzeigenschaften.
  • erhalten einen Überblick über die angewandten Normen und über den Planungs- und Bauprozess im Holzbau.
  • kennen die Prinzipien des Holzbaus und können diese in ein integrales Vorprojekt umsetzen. 
  • erkennen Ihre disziplinären Kompetenzen und können diese in einem interdisziplinären Team einbringen und damit den Planungsprozess sowie die rechtzeitige Entscheidungsfindung steuern.
  • kennen die Eignungskriterien für den Holzbau hinsichtlich Standort/Lage, Bauzeit, Lasten, Normen (z. B. Brandschutz), Trockenbauweise, Vorfabrikation und Leichtbauweise. 
  • kennen die Konsequenzen für die Umsetzung in Holz und sind in der Lage, die Projektidee der Bauherrschaft überzeugend zu empfehlen.
  • kennen die konzeptionellen und kontextuellen Zusammenhänge des Projektes mit den gestalterischen, konstruktiven, technischen, gesellschaftlichen, ökologischen, ökonomischen und prozessbedingten Aspekten. Dabei sind Sie fähig, alle relevanten Teile zu einem Ganzen zu verbinden und die Grundlagen für den Kostenvoranschlag und das Bauprojekt (inkl. Energienachweis) zusammen zu stellen.
  • lernen die spezifischen Anforderungen im Prozessablauf des Holzbaus kennen und gewinnen Einblick in die Kosten und Argumente Holzbau / Massivbau. 
  • kennen und verstehen die möglichen Arten von Ausschreibungen (funktional, nach BKP/NPK, GU und TU, Unternehmervorschläge) und kennen deren Konsequenzen sowie die Marktkapazität der Anbieter.
  • kennen Inhalt und Terminierung der Plangrundlagen zur Werkstattplanung sowie die damit verbundenen Schnittstellen zur Ausführungsplanung.
  • kennen die primären Abläufe der Montage und können die Organisation der Baustelle abschätzen (z. B. Logistik).
  • können die Grundlagen für die Qualitätssicherung schaffen und diese termingerecht einfordern.
  • sind in der Lage, das erworbene Wissen anhand eines konkreten Projekts prozessorientiert und praxisgerecht umzusetzen.

Gerne stellen wir Ihnen den detaillierten Modulplan mit Lernzielen per E-Mail zu. 

Inhalte

Der Weiterbildungsstudiengang gliedert sich thematisch in sechs Module sowie dem Modul Kompetenznachweis:

  • Modul 1:  Holz als Bau- und Werkstoff
  • Modul 2: Entwerfen und Gestalten in Holz 
  • Modul 3: Material und Konstruktion 
  • Modul 4: Projekt- und Kostenmanagement  
  • Modul 5: Produktion, Vorfabrikation 
  • Modul 6: Baustellenlogistik, Projektabschluss 
  • Modul 7: Kompetenznachweise

Der Weiterbildungsstudiengang wurde in enger Zusammenarbeit mit Fachleuten aus Planung und Holzbau erarbeitet und zeichnet sich durch seinen hohen Praxisbezug aus. Das vermittelte Fachwissen ist im betrieblichen Alltag unmittelbar einsetzbar und wird an aktuellen, realen Projekten veranschaulicht. Sie setzen sich im Rahmen des CAS mit renommierten Bauobjekten auseinander. Unsere Dozierenden und Fachreferenten vermitteln Ihnen umfassendes Wissen in verschiedenen, attraktiven Lernformen:

  • Vorlesungen
  • Lehrgespräche und Erfahrungsaustausch
  • Gruppenarbeiten und Übungen
  • Best-Practice-Beispiele 
  • Besichtigungen von aktuellen Objekten und führenden Betrieben
  • Exkursionen, Einblick in Vorfertigung und Montage vor Ort 
  • Inputreferate ausgewiesener Fachleute
  • Coaching und persönliche Betreuung 
  • Neuste Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung
  • Wissensmanagement im Bereich Holz und Holzwerkstoffe

Leitobjekte

Für Sie als Teilnehmerin, Teilnehmer schafft das Arbeiten mit einem Leitobjekt wichtige Vorteile: Sie bauen Ihr Wissen und Ihre Methoden­kompetenz Schritt für Schritt aus, Resultate aus Gruppenarbeiten und Übungen zu spezifischen Fragenstellungen werden zu einem Ganzen zusammengefügt. Sie setzen sich vertieft mit den Objekten auseinander, erhalten Zugang zu Plänen und detaillierten Daten. Einzelne Objekte werden auch besichtigt.

In sämtlichen Modulen des CAS Bauen mit Holz wird der Bezug zu Bauobjekten in Form von Fallstudien hergestellt. Dabei werden alle Holzbausysteme und Holzbauelemente evaluiert und die relevanten Grundlagen abgegeben.

Sie erhalten Gelegenheit, mit folgenden Bauobjekten zu arbeiten:

Mehrfamilienhaus Holleracher Grossaffoltern 
 

Die dreigeschossige Wohnüberbauung mit 20 komfortablen Wohnungen mit Weitsicht liegt im Hollerenacher in Grossaffoltern zwischen Bern und Biel.

Bei den nachhaltig gebauten Holzgebäuden in Grossaffoltern wurde weltweit erstmals die TS3-Technologie eingesetzt. Das bedeutet: Die Geschossdecken der Gebäude bestehen aus grossformatig zugeschnittenen Brettsperrholzplatten, die mit der TS3-Technologie stirnseitig miteinander verklebt sind. Dies ermöglicht nebst einem angenehmen Raumklima maximale Nutzungsflexibilität. Die Ingenieure von Timbatec waren für die Statik verantwortlich. Die TS3 AG verklebte die stirnseitigen Fugen auf der Baustelle.

Zum Forschungsprojekt Timber Structures 3.0-Technologie

Auf den betonierten Bodenplatten wurden vorgefertigte Holzelemente aufgerichtet. Die 13 auf 2,5 Meter grossen Brettschichtholzplatten wurden auf der Baustelle stirnseitig verklebt und bildeten so die Geschossdecken. Insgesamt wurden bei den vier Mehrfamilienhäusern 2300 Quadratmeter Geschossdecken verklebt und verbaut.

Eine grosse Herausforderung stellte die Imprägnierung der Stirnseiten der Brettsperrholzplatten dar. Dieser Arbeitsschritt kann zurzeit noch nicht im Brettschichtholz Herstellungswerk gemacht werden. Deshalb wurde in der Nähe der Baustelle ein Zelt mit einem Baukran erstellt. So konnten die Platten vorbereitet werden und auf der Baustelle präzise zu Geschossdecken verklebt werden.

Das Projekt MFH Holleracher soll im CAS wie folgt genutzt werden:

  • Kategorie: Neubauprojekt
  • Analyse des architektonischen Entwurfs i.S. eines Ansatzes für den Entwurf im Holzbau
  • Studien zum Tragwerksentwurf
  • Studien zu verschiedenen Bauteilen, namentlich Deckensystemen, Wand und Dachsystemen
  • Studien zu verschiedenen Fassadensystemen
  • Studien zum Brandschutz und Schallschutz
  • etc. 

Projekt Bernapark Deisswil 
 

In unmittelbarer Nähe der Stadt Bern und eingebettet in die faszinierende Umgebung zwischen Bantiger und Dentenberg liegt das Areal der ehemaligen Kartonfabrik Deisswil. Heute entsteht dort der Bernapark, ein innovatives und einzigartiges Quartier, welches Wohnen, Arbeit und Freizeit an einem Ort vereint.

Steckbrief:

  • 170 Wohnungen
  • 800 Arbeitsplätze
  • ca. 260 Bewohner
  • 25 000 m² Büro und Gewerbefläche

Die Aufstockungen auf die bestehende Gebäudesubstanz wird soweit möglich in Holzbauweise realisiert.

Eine grosse Herausforderung beim Bauen im Bestand sind die Schnittstellen Alt-Neu sowie die Analyse der bestehenden Bausubstanz, welche entscheidend ist für die Möglichkeiten von Aufstockungen etc. Dazu gesellen sich Brandschutzfragen, Fragen zum Schallschutz oder der haustechnischen Erschliessung etc. Zusätzlich können Randbedingungen der Behörden wie Heimatschutz, Ortsbildschutz, Denkmalpflege etc. einen entscheidenden Einfluss auf das Projekt haben.

Das Projekt Bernapark soll im CAS wie folgt genutzt werden:

  • Kategorie: Bauen im Bestand
  • Umgang mit historisch bedeutender Bausubstanz
  • Architektonischer Entwurf im Spannungsfeld von Alt und Neu
  • Analyse der bestehenden Bausubstanz
  • Studien zum Tragwerksentwurf
  • Studien zu verschiedenen Bauteilen, namentlich Deckensystemen, Wand und Dachsystemen
  • Studien zu verschiedenen Fassadensystemen
  • Studien zum Brandschutz und Schallschutz
  • Studien zum Thema Vorfertigungsgrad (Aufstockungen)
  • etc.
  • Regelmässige Reflexion des persönlichen Lernprozesses (Führen eines persönlichen Lerntagebuchs)
  • Schriftliche und zu präsentierende Abschlussarbeit (Gruppenarbeit)

Mit der Abschlussarbeit soll die Brücke zum persönlichen Arbeitsgebiet gebaut werden. Mit der erfolgreichen Bearbeitung einer Aufgabenstellung weisen Sie nach, dass Sie die im CAS erworbenen Kompetenzen anwenden und eine konkrete Problemstellung selbständig, methodisch korrekt und praxisgerecht bearbeiten und wirksam kommunizieren können.

Voraussetzungen für einen erfolgreichen Abschluss sind das Bestehen der Kompetenznachweise, eine aktive Mitarbeit in der Klasse und der Nachweis von mind. 80% der Präsenzzeit.

Titel + Abschluss

Certificate of Advanced Studies (CAS) in «Bauen mit Holz».

Dozentinnen + Dozenten

Die Dozierenden sind ausgewiesene Fachleute aus der Wirtschaft (Architektur, Holzbau, Holzingenieurwesen) sowie erfahrene Dozierende und Fachspezialisten aus Lehre, Forschung und Entwicklung: 

Olin Bartlomé
Eidg. dipl. Zimmermeister, NDS Umwelttechnik HTL
Professor für Brandschutz und Holzbau
Berner Fachhochschule 

Christian Burri 
Dipl. Architekt ETH
pmburri projektmanagement

Marco Filli
Dipl. Holzbauingenieur FH
Leiter Technische Projektberatung
RENGGLI AG

Silvia Furlan
Mitglied Geschäftsleitung, Leiterin MaKom und QMS
Kuratle & Jaecker AG

Stephan Glaus Stämpfli
Dipl. Architekt HTL/SIA
ARCHITEKTEN GLAUS STÄMPFLI GMBH

Theo Gurtner
dipl. Architekt FH
Partner
Bürgi Schärer Architekten AG

Thomas Gurtner
Dipl. Ing. FH Holztechnik
Stv. Leiter Höhere Fachschule Holz Biel, 
Bereichsleiter Holzbau
Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau

Roman Hausammann 
Stv. Leiter Kompetenzbereich Holzbau
Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau

Andreas Hurst
Dr. sc. techn./Dipl. Ing. ETH
Dozent
Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau

Christophe Kaempfer
Architekt ETH/SIA
aec architectes SA

Hanspeter Kolb
Eidg. dipl. Zimmermeister, NDS Umwelttechnik HTL
Professor für Brandschutz und Holzbau
Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau

Fritz Maeder
Dipl. Holzing. FH/STV/REG A/SIA
Geschäftsinhaber, Dozent für Holzbau
Holzing Maeder GmbH

Rolf Moser
Geschäftsleitung
Enerconom AG

Andreas Müller
Prof. Dipl. Ing.
Leiter Institut für Holzbau, Tragwerke und Architektur
Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau

Christoph Renfer
Bachelor of Science BFH
Dozent
Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau

Thomas Rohner
Holzbauingenieur FH
Professor für Holzbau und BIM
Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau

Matthias Schmid
Dipl. Ingenieur FH /SIA / M.Sc. UHP
Geschäftsleiter Bauphysik, Energie, Akustik
Prona AG

Manuel Vogler
Dipl. Holzbauingenieur FH
Head of Design
Swiss Property AG 

Thomas Volkmer
Dr. rer. nat.
Professor für Werkstoff- und Oberflächentechnik
Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau

Thomas Wehrle 
Dipl. Ing. FH, MAS BAE
Vize-Direktor, Bereichsleiter Spezialbau
ERNE AG Holzbau 

Partner

Voraussetzungen + Zulassung

Das CAS richtet sich an Architektinnen, Bauingenieure und Fachplanende sowie Investorinnen und Entscheidungsträger. Für Fachleute, die noch keine oder wenig Erfahrung im modernen Holzbau haben, ist das CAS Bauen mit Holz der perfekte Einstieg. Dank der Weiterbildung übernehmen Sie anschliessend anspruchsvolle Aufgaben im Holzbau mit Fokus auf den Wohnungsbau in Architektur- und Planungsbüros.

Zulassungsbedingungen

Hochschulabschluss (Fachhochschule, Universität oder ETH) oder Höhere Fachschule HF und mindestens zwei Jahre Praxiserfahrung.

Ausnahmen

Bewerberinnen und Bewerber, welche nicht über den geforderten Abschluss verfügen, können «sur dossier» zugelassen werden, wenn sich die Befähigung zur Teilnahme aus einem anderen Nachweis ergibt (z. B. mehrjährige Berufserfahrung und andere absolvierte Aus- und/ oder Weiterbildungen).

Organisation + Anmeldung

Der Weiterbildungsstudiengang umfasst insgesamt ca. 140 Lektionen (inkl. begleitetes Selbststudium, Exkursionen und Besichtigungen von Objekten), verteilt auf ca. 20 Studientage resp. Halbtage. 
Für die Vor- und Nachbearbeitung, selbstständige Übungen und die Ausarbeitung der Abschlussarbeit muss mit einem zusätzlichen Aufwand von ca. 200 Stunden gerechnet werden.

Siehe Lektionenplan im Steckbrief unter Downloads

Nächste Durchführung: 27. Februar bis 3. Juli 2020
Anmeldefrist ist vier Wochen vor Studienbeginn.

CHF 6’200

Studierende, die mindestens sechs Monate vor Studienbeginn in einem Betrieb gearbeitet haben, der dem Verband Holzbau Schweiz angeschlossen ist, erhalten Unterstützungsbeiträge aus dem Berufsförderungsfonds.

Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen für Weiterbildungsveranstaltungen mit ECTS an der Berner Fachhochschule.

Infoveranstaltungen + Beratung

Studienberatung

Studienort + Infrastruktur