Partizipation wirkungsvoll gestalten

Werden Sie Participation Agent: Partizipation im Gesundheits- und Sozialwesen wirksam planen, umsetzen und Wirkung pragmatisch erfassen – im multiperspektivischen Lernsetting.

  • Sie werden als Participation Agent befähigt, Partizipation im Gesundheits- und Sozialwesen gezielt anzustossen: Handlungsbedarf erkennen, Massnahmen planen und umsetzen sowie Wirkungen pragmatisch erfassen.  

  • Sie lernen fundierte Konzepte und praxiserprobte Methoden kennen und wenden diese direkt auf reale Fragestellungen aus Ihrem Arbeits- oder Lebensumfeld an.  

  • Sie arbeiten ab Tag 2 in multiperspektivischen Gruppen (Fachpersonen, Betroffene, Angehörige) – Partizipation ist dabei gleichzeitig Thema und Arbeitsweise.  

  • Sie entwickeln ein konkretes Vorhaben Schritt für Schritt weiter und halten Vorgehen, Handlungsfelder/-bedarf, Wirkungsdimensionen und nächste Schritte in einem Poster fest.  

  • Sie präsentieren Ihre Ergebnisse an einem Symposium und reflektieren zusätzlich individuell, was Sie für Ihre Praxis mitnehmen. 

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Short Advanced Studies (SAS)
  • Dauer 6 Studientage
  • Unterrichtstage Dienstag, Mittwoch
  • Anmeldefrist 1. November 2026
  • Anzahl ECTS 4 ECTS-Credits
  • Kosten CHF 2'750
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Bern
  • Departement Gesundheit
  • Nächste Durchführung März bis Juni 2027

Inhalt + Aufbau

Porträt

Im SAS «Partizipation wirkungsvoll gestalten» entwickeln Sie sich zum Participation Agent an der Schnittstelle von Gesundheits- und Sozialwesen. Sie lernen, den Einbezug von Patient*innen, Angehörigen und Öffentlichkeit zielorientiert zu planen, kontextspezifisch umzusetzen und Wirkungen pragmatisch zu erfassen. Inputs aus Hochschule, Praxis und von Expert*innen durch Erfahrung werden mit Übungen verknüpft. In gemischten Gruppen übertragen Sie das Gelernte auf reale Fragestellungen und verdichten es in einem Poster.

Ausbildungsziel

Die Teilnehmenden sind befähigt, partizipative Vorhaben im eigenen beruflichen oder institutionellen Umfeld fundiert zu planen, umzusetzen und in ihrer Wirkung zu beurteilen. Sie nehmen dabei eine aktive Gestaltungsrolle ein und reflektieren ihr Handeln im Spannungsfeld von Wissen, Macht, Rollen und Kontextbedingungen. 

Nach Abschluss können Sie

  • zentrale Konzepte und Modelle der Partizipation sicher einordnen und differenziert anwenden.
  • Beteiligungsprozesse unter Berücksichtigung ihrer Anforderungen gestalten und begleiten.
  • Nutzen, Herausforderungen und Wirkmechanismen partizipativer Ansätze reflektiert beurteilen.
  • Handlungsbedarfe systematisch ermitteln und realistische Interventionskonzepte entwickeln.
  • partizipativer Prozesse dokumentieren und deren Wirkung reflektieren. 

Sie erwerben folgende Kompetenzen: 

Wissen und Verstehen 

  • Sie kennen zentrale Konzepte, Modelle und Dimensionen von Partizipation im Gesundheits- und Sozialwesen und angrenzenden Feldern.  
  • Sie verstehen unterschiedliche partizipative Ansätze (z. B. PPI, PPIE, User Involvement, Citizen Science) sowie deren Gemeinsamkeiten und Abgrenzungen.  
  • Sie verstehen die Bedeutung verschiedener Wissensformen (Erfahrungs‑, Fach‑, Alltagswissen) und epistemischer Ungerechtigkeit und deren Auswirkungen.  
  • Sie kennen Nutzen, Grenzen, Risiken und Erfolgsfaktoren partizipativer Ansätze sowie bestehende Evidenz und Forschungslücken. 

Anwendung von Wissen und Verstehen

  • Sie erkennen in ihrem eigenen Arbeits‑ oder Lebensumfeld Handlungsbedarf für partizipative Interventionen.  
  • Sie entwickeln, planen und strukturieren partizipative Massnahmen und setzen diese situationsangemessen um.  
  • Sie wenden ausgewählte Methoden zur partizipativen Bedarfserhebung, Entscheidungsfindung und Zusammenarbeit gezielt an und können Ihr Vorgehen begründen.  
  • Sie setzen einfache Vorgehen zur Reflexion Ihres Vorgehens um. 

Urteilen

  • Sie beurteilen partizipative Vorhaben in Bezug auf Zielsetzung, Passung zum Kontext, Machbarkeit und erwartete Wirkung.  
  • Sie reflektieren ihre eigene Rolle, Haltung und Positionierung im partizipativen Prozess.  
  • Sie wägen Chancen, Risiken und Zielkonflikte partizipativer Ansätze begründet ab.  
  • Sie ziehen Schlussfolgerungen für die Weiterentwicklung partizipativer Praxis im eigenen Umfeld. 

Kommunikative Fertigkeiten

  • Sie kommunizieren partizipative Anliegen, Ziele und Vorgehen adressat*innengerecht und nachvollziehbar.  
  • Sie moderieren Gruppenprozesse so, dass unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden und einbezogen sind.  
  • Sie geben Feedback konstruktiv und reflektiert.  
  • Sie stellen partizipative Vorhaben und deren Erkenntnisse klar und überzeugend dar (z. B. in Präsentationen oder Postern). 

Das SAS befähigt die Teilnehmenden, Partizipation im Gesundheits- und Sozialwesen kompetent, reflektiert und wirksam zu gestalten. Sie entwickeln sich gezielt zum Participation Agent und setzen partizipative Ansätze direkt im eigenen Umfeld um. 

Das SAS befähigt Sie als Participation Agent dazu, 

  • Partizipation im Gesundheitswesen fachlich fundiert einzuordnen, unterschiedliche Ansätze zu unterscheiden und ihre Einsatzmöglichkeiten realistisch zu beurteilen. 

  • Handlungsbedarf für Partizipation im eigenen Arbeits- oder Lebensumfeld zu erkennen und daraus umsetzbare Vorhaben abzuleiten. 

  • partizipative Massnahmen zu planen, zu strukturieren und umzusetzen – von der Bedarfserhebung bis zur Entscheidungsfindung. 

  • mit verschiedenen Wissensformen und Perspektiven konstruktiv umzugehen und gruppendynamische Prozesse gezielt zu moderieren. 

  • Chancen, Risiken und Zielkonflikte partizipativer Vorhaben kritisch abzuwägen und kontextsensibel zu entscheiden. 

  • die Wirkung partizipativer Massnahmen sichtbar zu machen und daraus Schlussfolgerungen für die Weiterentwicklung der eigenen Praxis zu ziehen. 

  • partizipative Anliegen, Prozesse und Ergebnisse klar, überzeugend und adressat*innengerecht zu kommunizieren. 

Das SAS ist praxisnah, dialogisch und partizipativ aufgebaut. Es verbindet wissenschaftlich fundierte Inputs mit erfahrungsbasiertem Lernen und gemeinsamer Projektarbeit. 

  • Der Unterricht kombiniert theoretische Inputs und Praxisbeispiele. 
  • Die Lehre wird in der Regel co‑performativ gestaltet – durch Dozierende aus der Praxis und der Hochschule sowie durch und mit Expert*innen durch Erfahrung. Unterschiedliche Wissensformen fliessen gleichwertig in den Lernprozess ein. 
  • Ausgangspunkt bilden die eigenen Erfahrungen und Fragestellungen der Teilnehmenden. Diese werden mit theoretischem Wissen angereichert und gemeinsam weiterentwickelt. 
  • Ab dem zweiten Studientag arbeiten die Teilnehmenden in multiperspektivisch zusammengesetzten Gruppen (Fachpersonen, Betroffene, Angehörige) an einem konkreten Praxisbeispiel. 
  • In der Gruppenarbeit werden verschiedene partizipative Strategien und Methoden erprobt, um Vielfalt von Wissen konstruktiv zusammenzuführen, Handlungsbedarf zu ermitteln und Entscheidungen partizipativ zu fällen. 
  • Die Gruppen entwickeln schrittweise ein Poster, das zentrale Handlungsfelder und ‑bedarfe, eine Problemformulierung, Wirkungsdimensionen sowie ein geplantes Vorgehen abbildet. 
  • Partizipation ist dabei sowohl Lerngegenstand als auch Lernform: Sie wird nicht nur thematisiert, sondern im Kurs konsequent praktiziert («doppelte Anwendung»). 
  • Das SAS schliesst mit einem halböffentlichen Anlass, an dem die Poster präsentiert und durch externe Fachpersonen kritisch gewürdigt werden. 
  • Ergänzend reflektieren die Teilnehmenden individuell, was sie gelernt haben und welche Bedeutung dies für ihre eigene Praxis hat. 

Der Kompetenznachweis besteht aus zwei sich ergänzenden Teilen und verbindet gemeinsames Arbeiten an einem Praxisbeispiel mit individueller Reflexion. 

1. Gruppenarbeit: Poster 

In multiperspektivisch zusammengesetzten Gruppen erarbeiten die Teilnehmenden ein Poster zu einem konkreten partizipativen Vorhaben. Das Poster dokumentiert den Entwicklungsprozess und enthält unter anderem

  • die Beschreibung des Handlungsfelds und des identifizierten Handlungsbedarfs, 
  • eine präzisierte Problemformulierung, 
  • zentrale Überlegungen zur partizipativen Vorgehensweise, 
  • relevante Wirkungsdimensionen sowie 
  • ein geplantes Vorgehen zur Umsetzung. 

Das Poster wird am Ende des Fachkurses im Rahmen eines halböffentlichen Anlasses präsentiert und fachlich diskutiert. Mit dem Gruppenprodukt weisen die Teilnehmenden nach, dass sie partizipative Ansätze planen, strukturieren, begründen und verständlich darstellen können. 

2. Individuelle Reflexion 

Ergänzend verfassen die Teilnehmenden eine kurze individuelle Reflexion. Darin setzen sie sich mit ihren Lernerfahrungen auseinander und reflektieren insbesondere: 

  • die eigene Rolle und Haltung im partizipativen Prozess, 
  • den Umgang mit unterschiedlichen Perspektiven und Wissensformen sowie 
  • persönliche Lerngewinne und Konsequenzen für die eigene Praxis. 

Mit der individuellen Reflexion weisen die Teilnehmenden nach, dass sie ihre Erfahrungen kritisch einordnen, begründet beurteilen und für die Weiterentwicklung ihres Handelns nutzbar machen können. 

Titel + Abschluss

Short Advanced Studies (SAS) in «Partizipation wirkungsvoll gestalten»

Dozierende

  • Chantal Britt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für kollaborative Gesundheitsversorgung und Leadership, BFH
  • Vanessa Grand, Mitarbeiterin Partizipation, Institut für kollaborative Gesundheitsversorgung und Leadership, BFH
  • Heidi Kaspar, promovierte Sozial- und Gesundheitsgeografin, Teamleiterin Institut für kollaborative Gesundheitsversorgung und Leadership, BFH
  • Karin van Holten, promovierte Sozialanthropologin, Teamleiterin Institut für kollaborative Gesundheitsversorgung und Leadership, BFH
  • Denisa Kykalova, Leiterin Partizipation & Projektleiterin, Schweizerische Patientenorganisation SPO 

  • Sabine Berger, Head Quality Management & Training, Senior Clinical Research Coordination, Lindenhofgruppe 

Voraussetzungen + Zulassung

Das SAS richtet sich an Personen, die Partizipation im Gesundheits- und Sozialwesen konkret initiieren, planen und umsetzen möchten – als Change Agents / Participation Agents in ihrem Arbeits- oder Lebensumfeld.  

Angesprochen sind insbesondere:  

  • Fachpersonen aus Gesundheits- und Sozialberufen sowie aus Versorgungsentwicklung, Qualitätsmanagement, Gesundheitsförderung oder Public Health 
  • Personen, die partizipative Massnahmen in Projekten, Teams oder Organisationen aufgleisen und voranbringen möchten 
  • Patient*innenvertreter*innen, Patient Experts sowie engagierte Angehörige, die ihre Erfahrungs- und Perspektivkompetenz in Entwicklungsprozesse einbringen wollen 

Das SAS lebt davon, dass professionelles Wissen, Erfahrungswissen und organisatorisches Wissen zusammenkommen. Wichtig ist die Bereitschaft, über die eigene Rolle hinauszudenken und gemeinsam an umsetzbaren Lösungen zu arbeiten. 

Persönliche Voraussetzungen: 

  • Interesse, Partizipation im eigenen Umfeld praktisch auszuprobieren und weiterzuentwickeln 
  • Offenheit für multiperspektivisches Lernen und Zusammenarbeit 
  • Bereitschaft, eigene Fragestellungen einzubringen und an einem Gruppenprodukt mitzuwirken 

Es gelten die allgemeinen Zulassungsbedingungen, die Sie im folgenden Dokument finden:

Schulische Voraussetzungen

Sie erfüllen die schulischen Voraussetzungen gemäss den allgemeinen Zulassungsbedingungen (siehe PDF). Wenn Sie diese nicht erfüllen, ist eine Zulassung sur dossier möglich. 

Berufliche Voraussetzungen

Erwünscht sind Erfahrungen im Gesundheits- oder Sozialwesen – beruflich oder durch gelebte Praxis (z. B. als Patient*innenexpert*in oder Angehörige*r). Auch ohne formale berufliche Voraussetzung kann eine Zulassung sur dossier geprüft werden. 

Kenntnisse + Fähigkeiten

Wichtig sind die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit, zur Zusammenarbeit in multiperspektivischen Gruppen sowie Offenheit für Reflexion und Feedback. Teilnehmende bringen idealerweise eigene Fragestellungen bzw. Beispiele aus Praxis oder Erfahrung ein. 

Sprachkenntnisse

Die Unterrichtssprache ist Deutsch; erforderlich sind gute Deutschkenntnisse, um aktiv mitzudiskutieren, in Gruppen zu arbeiten und schriftliche Arbeiten zu verfassen. 

Bewerbende mit einem ausländischen Abschluss

Für Bewerbende mit ausländischem Abschluss gelten die Regelungen der allgemeinen Zulassungsbedingungen (siehe PDF). Bitte reichen Sie die erforderlichen Nachweise gemäss Vorgaben im Anmeldeprozess ein. 

Ausnahmen

Eine Zulassung sur dossier ist möglich – insbesondere für Patient*innenexpert*innen oder Angehörige ohne formalen Hochschulabschluss. Massgebend ist die Prüfung gemäss den allgemeinen Zulassungsbedingungen. 

Organisation + Anmeldung

6 Studientage
Für 4 ECTS-Credits rechnen wir mit einem Workload von 120 Stunden (inkl. der Studientage). Der letzte Tag ist ein halb-öffentlicher Präsentationstag mit externen Gästen («Symposium Partizipation Gesundheit») mit Präsentation der Umsetzungsprojekte.
Unterrichtszeiten: in der Regel von 8.30 bis 16.30 Uhr

März bis Juni 2027 

  • Dienstag, 30. März 2027 
  • Mittwoch, 31. März 2027 
  • Mittwoch, 7. April 2027 
  • Mittwoch, 12. Mai 2027 
  • Mittwoch, 26. Mai 2027 
  • Mittwoch, 2. Juni 2027 

Anmeldefrist

1. November 2026

Im Rahmen des Online-Anmeldeprozesses benötigen wir von Ihnen folgende Dokumente:

  • Kopien Ihrer Bildungsabschlüsse (im PDF-Format, max. 1 MB pro Dokument)
  • Passfoto (JPEG)

Bitte laden Sie diese Dokumente auch dann hoch, wenn Sie diese bereits im Rahmen einer anderen Anmeldung eingereicht haben. Wenn Sie Fragen oder Probleme bei der Online-Anmeldung haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Geschäftsbedingungen

Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Änderungen bleiben vorbehalten. Im Zweifelsfall ist der Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen und Reglemente massgebend.

Rückzugsregelung: Gemäss Weiterbildungsreglement ist ein Rückzug ohne Kostenfolge bis zum Ablauf der Anmeldefrist möglich. Nach diesem Zeitpunkt sind bei einer Abmeldung vor Beginn der Weiterbildung 50% des zu verrechnenden Betrages geschuldet.

Alle Weiterbildungsangebote am Departement Gesundheit

Haben Sie noch mehr Wissenshunger? Stillen Sie ihn mit einer praxisorientierten Weiterbildung an der Berner Fachhochschule Gesundheit.