Screening und Differentialdiagnostik

In diesem Fachkurs lernen Sie, strukturierte Screeningprozesse bei Ihrer klinischen Tätigkeit anzuwenden und fortgeschrittene Überlegungen im Clinical Reasoning zu tätigen.

Im Fachkurs

  • lernen Sie, anhand eines strukturierten Screening-Prozesses Red Flags und relevante Pathologien zuverlässig zu identifizieren.

  • lernen Sie unter Berücksichtigung von Triage-Prinzipien zu entscheiden, ob die Indikation für eine physiotherapeutische Behandlung besteht oder ob eine Überweisung für eine zusätzliche ärztliche Untersuchung nötig ist.

  • lernen Sie, die relevanten Screening-Befunde und Fragestellungen auf das Wesentliche zu reduzieren und adressatengerecht zu kommunizieren.

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Fachkurs
  • Dauer 7 Kurstage
  • Unterrichtstage Freitag, Samstag
  • Anmeldefrist 31. Juli 2026
  • Anzahl ECTS 6 ECTS-Credits
  • Kosten CHF 2'800
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Bern
  • Departement Gesundheit
  • Nächste Durchführung September bis Dezember 2026
    ⇢ Die Durchführungsdaten finden Sie unter Organisation + Anmeldung

Inhalt + Aufbau

Porträt

Die Patient*innensicherheit steht an erster Stelle und Physiotherapeut*innen müssen im klinischen Alltag Red Flags erkennen, einordnen und folgerichtige Massnahmen treffen können. Diese komplexen Entscheidungen bezüglich einer Überweisung zur zusätzlichen medizinischen Abklärung sind unabhängig davon, ob der*die Patient*in initial ärztlich zur Physiotherapie überwiesen wurde oder nicht.  

In diesem Fachkurs lernen Sie, strukturierte Screeningprozesse in ihrer klinischen Tätigkeit anzuwenden und anhand eines vertieften Clinical-Reasoning-Prozesses die Resultate fachgerecht zu bewerten. Sie entwickeln die Fähigkeit, Red Flags und relevante Pathologien zuverlässig zu identifizieren. Anhand des vertieften Clinical-Reasoning-Prozesses können Sie eine physiotherapeutische Diagnose stellen und entscheiden, ob eine physiotherapeutische Behandlung indiziert ist oder eine ärztliche Konsultation für weitere Abklärungen erforderlich ist. Dabei wenden Sie Triage-Prinzipien an, um den Grad der Besorgnis (Level of Concern) zu bestimmen. Relevante Befunde und Fragestellungen können Sie auf das Wesentliche reduzieren und adressatengerecht kommunizieren.

Ausbildungsziel

Im Fachkurs 

  • wenden Sie einen Erstkontaktfragebogen zur Identifizierung von Red Flags, Risikofaktoren zur Erfassung des allgemeinen Gesundheitszustandes an.
  • beurteilen Sie die Resultate des Erstkontaktfragebogens und entscheiden, ob erweitertes Screening mittels Review of Systems (ROS) und gezielten klinischen Tests nötig ist.
  • beurteilen Sie, ob organ- und körpersystemspezifische Symptome und Schmerzlokalisationen vorliegen, leiten davon weitere Differenzierungsschritte ab und integrieren die Informationen in den vertieften Clinical-Reasoning-Prozess.
  • formulieren Sie Indikationen für ein Screening einzelner Organsysteme (kardiovaskuläres, pulmonales, gastrointestinales, urogenitales System) und wenden entsprechende klinische Untersuchungen gezielt an.
  • erkennen Sie Symptome und klinische Zeichen von seriösen Erkrankungen, welche im Frühstadium neuro-muskuloskelettale Dysfunktionen imitieren und leicht verpasst werden.
  • formulieren Sie Indikationen für Screening des peripheren und zentralen Nervensystems und wenden klinischen Untersuchungen gezielt an.
  • beurteilen Sie komplexe Patient*innen-Situationen anhand vertiefter Clinical Reasoning Skills.
  • bestimmen Sie anhand der Screening-Resultate den Besorgnisgrad (Level of Concern) und treffen anhand von Triage-Prinzipien eine fundierte klinische Entscheidung, ob eine Überweisung für medizinische Abklärung nötig ist und wie dringlich diese ist.
  • demonstrieren Sie klare, adressatengerechte transkulturelle Kommunikations-Skills, um Screening-Befunde Patient*innen und Ärzt*innen zu übermitteln. Bei Patient*innen vermitteln sie dabei Vertrauen und Sicherheit, insbesondere wenn es um den Verdacht von schwerwiegenden Pathologien geht.
  • erkennen Sie die Notwendigkeit einer sofortigen notfallmedizinischen Abklärung.
  • Übersicht Screening-Prozess
  • Red Flags und deren Evidenz
  • Erstkontaktformular
  • Anamnese und spezifische Screeningfragen
  • Organ-Körpersysteme (kardiovskulär, pulmonal, urogenital, gastrointestinal, ZNS, PNS, Haut)
  • Klinische Untersuchung Abdomen und Thorax, vaskuläres System, Lymphknoten
  • Klinische Tests des neurologischen Systems
  • Systems Review
  • Review of systems (ROS)
  • Krebsscreening
  • Frakturenscreening
  • Vertieftes Clinical Reasoning anhand ausgesuchter Patient*innenbeispiele
  • Imitatoren (Mimickers) muskuloskelettaler Beschwerden (z.B. Aortendissektion, Angina Pectoris, Pyelonephritis, Pneumonie, Neoplasmen, Cholezystitis, Pankreatitis)
  • Screening für mögliche rheumatologische Erkrankungen, die noch nicht diagnostiziert sind
  • Screening für mögliche neurologische Erkrankungen, die noch nicht diagnostiziert sind
  • Screening für mögliche psychische Erkrankungen, die noch nicht diagnostiziert sind
  • Erkennen von Notfallsituationen, die eine sofortige notfallmedizinische Überweisung erfordern
  • Verschiedene Kommunikationstechniken, die im Screening zur Anwendung kommen
  • Kommunikations-Skills zur situations- und adressatengerechten Übermittlung von Screening-Resultaten
  • Inputreferate
  • Skills-Training
  • Gruppenarbeiten und Präsentationen
  • Selbststudium
  • Evolving Cases – gemeinsames Clinical Reasoning

Die Abschlusskompetenzen werden mittels Teil-Kompetenznachweisen überprüft.

Titel + Abschluss

Fachkurs in «Screening und Differentialdiagnostik»

Dozierende

  • Katrin Tschupp, PT DPT (USA), ambulante Praxistätigkeit in Zürich, externe Dozentin bei der BFH und bei anderen Weiterbildungsanbietern  

  • Weitere Fachspezialist*innen

Voraussetzungen + Zulassung

Es gelten die allgemeinen Zulassungsbedingungen, die Sie im folgenden Dokument finden:

Sprachkenntnisse

Englischkenntnisse zum Lesen und Verstehen von Fachliteratur sind erforderlich.

Organisation + Anmeldung

7 Kurstage 
Für 6 ECTS-Credits rechnen wir mit einem Workload von 180 Stunden (inkl. der Kurstage).
Unterrichtszeiten: in der Regel von 8.30 bis 16.30 Uhr

Durchführung September bis Dezember 2026

  • Freitag, 11. September 2026 
  • Samstag, 12. September 2026   
  • Freitag, 25. September 2026   
  • Samstag, 26. September 2026 
  • Freitag, 20. November 2026 
  • Samstag, 21. November 2026 
  • Samstag, 5. Dezember 2026 

Hinweis: Vorbereitende Aufgaben können, sofern vorgesehen, bereits vor dem ersten Kurstag Teil des Workloads sein und sollten entsprechend eingeplant werden.

Anmeldefrist

31. Juli 2026

Im Rahmen des Online-Anmeldeprozesses benötigen wir von Ihnen folgende Dokumente:

  • Kopien Ihrer Bildungsabschlüsse (im PDF-Format, max. 1 MB pro Dokument)
  • Passfoto (JPEG)

Bitte laden Sie diese Dokumente auch dann hoch, wenn Sie diese bereits im Rahmen einer anderen Anmeldung eingereicht haben. Wenn Sie Fragen oder Probleme bei der Online-Anmeldung haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Geschäftsbedingungen

Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Änderungen bleiben vorbehalten. Im Zweifelsfall ist der Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen und Reglemente massgebend.

Rückzugsregelung: Gemäss Weiterbildungsreglement ist ein Rückzug ohne Kostenfolge bis zum Ablauf der Anmeldefrist möglich. Nach diesem Zeitpunkt sind bei einer Abmeldung vor Beginn der Weiterbildung 50% des zu verrechnenden Betrages geschuldet.

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