Grillenbeifütterung bei Legehennen

Grillen können in Boxen automatisiert aufgezogen und an Legehennen verfüttert werden. Nun soll das ideale Fütterungssystem entwickelt und der Einfluss auf Leistung, Gesundheit und Verhalten von Legehennen nachgewiesen werden.

Factsheet

  • Lead school School of Agricultural, Forest and Food Sciences
  • Additional schools School of Engineering and Computer Science
  • Institute Agriculture
  • Research unit Livestock and Horses
  • Funding organisation Innosuisse
  • Duration (planned) 01.09.2021 - 31.08.2023
  • Project management Martina Müller Richli
  • Head of project Martina Müller Richli
  • Project staff Martina Müller Richli
    Prof. Marcus Hudritsch
    Luc Hervé Girod
  • Partner Fachhochschule Nordwestschweiz
    Switzerland Innovation Park Biel-Bienne
  • Keywords Grillen, Legehennen, Proteinersatz, Sojaersatz, Tierwohl, Tierverhalten, Fusspicken, Federpicken

Situation

Importierte Proteinfuttermittel wie Soja stehen in der Kritik. Ein möglicher Lösungsansatz ist die Verfütterung von Insektenprotein. Im Moment dürfen aber nur lebende Insekten an Nutztiere verfüttert werden. Die Firma Smartbreed entwickelt Boxen, in denen Grillen automatisiert aufgezogen werden. Diese Grillen können anschliessend lebend an Legehennen verfüttert werden. Auf der einen Seite will man also damit einen Teil des importierten Sojaproteins ersetzen, auf der anderen Seite möchte man untersuchen, inwiefern lebende Grillen Legehennen von Verhaltensstörungen wie Feder- oder Fusspicken abhalten können. Im vorliegenden Projekt soll das ideale Fütterungssystem in Bezug auf Applikation und Gestaltung der Gesamtration entwickelt und der Einfluss auf Leistung, Gesundheit und Verhalten von Legehennen nachgewiesen werden.

Course of action

Aufbauend auf Beobachtungen von Betrieben, die bereits Grillen verfüttern und Literaturrecherchen, sollen die Fütterungsintervalle der Grillen, die zeitliche Verfügbarkeit und die Art der Applikation der Insekten für die Verfütterung ermittelt werden. Dabei soll die Umsetzbarkeit für die verschiedenen Legehennenbetriebe (unterschiedliche Haltungssysteme) und Wirtschaftlichkeit berücksichtigt werden. Ebenso untersucht werden soll der Anteil des Futters, der den Legehennen in Form von Grillen zugeführt werden kann. Dafür müssen u.a. die Protein- und Aminosäuregehalte der Insekten ermittelt werden (chemische Analysen). Zu diesem Zweck begleiten die Forschenden die im Innosuisse beteiligten Legehennenbetriebe und beobachten und analysieren die Fütterungsprozesse. Auf dieser Grundlage sollen die weiterführenden Untersuchungen aufgebaut und entsprechend mit Kontrollgruppen oder direkt einem ganzen Legehennenbetrieb getestet werden. Um eruieren zu können, inwieweit die in diverse Studien gezeigten potenziellen positiven Einflüsse von in Insekten enthaltenen Stoffe auf die Gesundheit von Geflügel sowie die möglichen positiven Wirkungen des Verfütterns von lebenden Grillen auf das Verhalten der Hühner zutreffen, werden Legehennen in Praxisbetrieben und unter kontrollierten Versuchsbedingungen einem langfristigen (eine Legeperiode) Fütterungsversuch unterzogen.