Internationales Symposium zeigt: Arbeit in Landwirtschaft steht weltweit vor ähnlichen Herausforderungen

09.07.2026 Globaler Austausch an der BFH-HAFL in Zollikofen: Über 200 Teilnehmende aus der ganzen Welt tauschten vom 7. bis 10. Juli 2026 am 3. International Symposium on Work in Agriculture (ISWA2026) aus. Bei aller Diversität zeigte sich: Viele Herausforderungen in Bezug auf die Arbeit in der Landwirtschaft sind global vergleichbar – mit lokalen Eigenheiten.

Herausforderungen bezüglich Arbeit in der Landwirtschaft standen im Zentrum des Symposiums – ein Fokus lag dabei auf «Decent work», also würdiger Arbeit.

Eva-Marie Meemken von der ETH Zürich widmete sich in ihrer Keynote den Arbeitsbedingungen im Agrar- und Ernährungssektor. Eine anschliessende Podiumsdiskussion vertiefte das Thema «würdiger Arbeit».

Die Teilnehmenden auf dem Podium und im Saal waren sich einig, dass der gesellschaftliche Dialog und der Einbezug aller Akteur:innen entlang der Wertschöpfungskette für die Schaffung von würdigen Arbeitsbedingungen wichtig sei.

Umso mehr, weil im Spannungsfeld der verschiedenen Ansprüche immer wieder Zielkonflikte entstünden. Das Ziel müsse sein, für alle in der Landwirtschaft tätigen Menschen, egal ob im globalen Norden oder Süden, angemessene Löhne und faire Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Doch der Weg dorthin – und wer welche Verantwortung dabei trage – sorgte für angeregte Gespräche. «Es braucht auch ein Umdenken und ein Eingeständnis der Landwirt:innen, dass die eigene Arbeit und die von anderen einen Wert hat und entsprechend honoriert werden muss», so Mitorganisatorin und Agrarsoziologin Sandra Contzen von der BFH-HAFL.
 

Drei Landwirtinnen aus der Schweiz erzählen von ihren Erfahrungen als Frauen in der Landwirtschaft: Sandra Contzen, (Moderation); Nicole Ramsebner, Catherine Meister Schwager, Käthi Bäriswyl (v.l.n.r.).
Drei Landwirtinnen aus der Schweiz erzählen von ihren Erfahrungen als Frauen in der Landwirtschaft: Sandra Contzen, (Moderation); Nicole Ramsebner, Catherine Meister Schwager, Käthi Bäriswyl (v.l.n.r.). (Fotos: Samuele Martinoli)

Frauen in der Landwirtschaft

«Women Farmers» aus der ganzen Welt standen ebenfalls im Fokus – ganz im Zeichen des UNO-Jahres der Landwirtin.

Auch hier zeigten sich erstaunliche Übereinstimmungen bei Bedürfnissen und Herausforderungen von Landwirtinnen aus aller Welt: Die Hürden beim Zugang zu Land, erschwerte soziale Anerkennung, finanzielle Abhängigkeit oder fehlende Selbstbestimmung waren wiederkehrende Themen.

Diese Themen des Symposiums sind nicht nur global, sondern auch lokal in der Schweiz und an der BFH-HAFL relevant: So beschäftigt sich beispielsweise die BFH-HAFL im Team von Sandra Contzen seit Jahren intensiv mit dem Thema Frauen in der Landwirtschaft, konnte mit verschiedenen Branchenverbänden an der praktischen Umsetzung von «Decent Work» arbeiten, und sich auch in anderen Bereichen der landwirtschaftlichen Arbeit einbringen – etwa mit Empfehlungen zu Verbesserungen der Arbeitsbedingungen vom Alppersonal in der Schweiz.

Auf die Alp führte auch eine der vier Exkursionen zum Ausklang des mehrtägigen Symposiums, in die Alpwirtschaft im Berner Oberland.

Bei anderen Tagesausflügen in und um den Kanton Bern erhielten die Teilnehmenden Informationen aus erster Hand zum Einfluss von Klima auf die Landwirtschaft, zur Situation von jungen Landwirt:innen und von Frauen in der Landwirtschaft.

Wissen gegenseitig nutzbar machen Organisiert wurde das Symposium von der International Association on Work in Agriculture (IAWA) vertreten durch die BFH-HAFL und dem Fachausschuss für Arbeitswissenschaften im Landbau (AKAL) vertreten durch Agroscope in Zusammenarbeit mit dem BFH-HAFL Cecchini Institute.

Der Annual Event des Cecchini-Instituts der BFH-HAFL fand dieses Jahr im Rahmen des Symposiums statt und verband angewandte Forschung, Bildung und internationale Zusammenarbeit miteinander - mit dem Ziel, weltweit nachhaltige Ernährungssysteme zu stärken.

Dank der breit abgestützten Organisation brachte das ganze Symposium eine grosse Diversität von Forschenden und Branchenvertreter:innen aus dem globalen Süden und Norden zusammen, welche durch diesen Austausch ihre vielfältigen Erfahrungen wechselseitig nutzbar machten.
 

Wie gelingt der Wandel hin zu besseren Arbeitsbedingungen im Agrar- und Ernährungssektor? Darüber spricht Eva-Marie Meemken von der ETH Zürich in ihrer Keynote. (Fotos: Samuele Martinoli)
Wie gelingt der Wandel hin zu besseren Arbeitsbedingungen im Agrar- und Ernährungssektor? Darüber spricht Eva-Marie Meemken von der ETH Zürich in ihrer Keynote.

Mehr erfahren

Fachgebiet: Nachhaltigkeit
Rubrik: Forschung