Wie von Geisterhand. Digitalisierung und Analyse von Papierrollen für Reproduktionsklaviere und verwandte Instrumente

Papierrollen aus den ersten Dekaden des 20. Jhs., welche musikalische Interpretationen mechanisch festhalten, werden digitalisiert und archiviert. Als MIDI-Daten werden diese Aufnahmen für die Interpretationsforschung zugänglich.

Steckbrief

Ausgangslage

Digitalisierung der wichtigsten Bestände an Papierrollen in privaten und öffentlichen Sammlungen in der Schweiz (und falls möglich im benachbarten Ausland). Erforschung des Interpretationstils insbesondere auf der Welte-Philharmonie-Orgel

Vorgehen

Durch ihre systematische Erschliessung (Digitalisierung) sollen die Papier-Musikrollen als Quellen für die Musikforschung zugänglich gemacht werden. Das ungewohnte Format der Quellen (die Papierrolle) erfordert geeignete Instrumente (Computerprogramme und elektronische Steuerungsapparate) zu deren Bewertung und Analyse. Die Resultate der Digitalisierungsphase werden an einem Orgel-Workshop für die Interpretationsforschung ausgewertet.

Ergebnisse

Musikrollenscanner und Software wurden weiter perfektioniert. 1475 von 1500 Orgelrollen des Museums für Musikautomaten sind eingescannt und können nach entsprechender Wandlung auf der museumseigenen Welte-Orgel wiedergegeben werden. Diese Daten in Form eines Prozessabbildes lassen sich ebenfalls in MIDI-Dateien wandeln und mit Hilfe eines handelsüblichen MIDI-Sequenzers abspielen. Verschiedene Publikationen liegen vor.

Ausblick

Im DORE-Folgeprojekt "'Recording the Soul of Music'. Interpretationsforschung an Welte-Musikrollen u. neue Beiträge zur Klärung ihres Aufnahmeverfahrens" laufen die Digitalisierungsarbeiten sowie die Interpretationsforschung weiter.