vom Bohrstock zur Bewässerungsdüse

Ein effizienter Ressourceneinsatz ist für Landwirtschaft und Umwelt gewinnbringend. Innovative Kartiermethoden resultieren in Bodendaten, die den Produzierenden eine bedarfsgerechtere und teilflächenspezifische Bewässerung ermöglichen.

Steckbrief

Ausgangslage

Eine optimale Bewässerung in der Landwirtschaft ist essenziell, einerseits für eine ressourcenschonende Wassernutzung und andererseits für stabile Erträge bei empfindlichen Kulturen mit hoher Wertschöpfung. Eine Bewässerung ist nur dann effizent, wenn sie an die Bedürfnisse der Kulturen und die Eigenschaften des Bodens (Wasserspeicherkapazität) angepasst ist. Die Technik und Tools für eine teilflächenspezifische Bewässerung sind grösstenteils bereits vorhanden. Dazu gehören z.B. etablierte Apps für die Bewässerungssteuerung und die Bewässerungsinfrastruktur an sich, aber auch Boden-Sensoren, die den volumetrischen Wassergehalt messen. Die verwendeten Input-Bodendaten zum Wasserspeichervermögen basieren jedoch aktuell nicht auf detaillierten Bodenkarten, welche die Heterogenität auf Parzellenebene hinreichend abbilden. Hier besteht grosses Potenzial, die Bewässerung effizienter zu gestalten, indem Bodendaten aus Bodenkarten richtig genutzt und die Schnittstellen zur Bewässerungstechnik verbessert werden. Im Zuge der Bodenkartierung soll zudem die Kartiermethodik weiterentwickelt und die Kartierenden darin geschult werden.

Vorgehen

Das Projektgebiet erstreckt sich über die vier Gemeinden Bätterkinden, Fraubrunnen, Aefligen und Utzenstorf und umfasst eine landwirtschaftliche Nutzfläche von rund 1100 ha, mit einem hohen Anteil bewässerter Kulturen (v.a. Kartoffeln). Die Fläche wird im Projekt bodenkundlich kartiert. Dabei wird die im Vorprojekt entwickelte Methodik angewandt und weiterentwickelt (https://www.bfh.ch/de/forschung/forschungsprojekte/2020-225-464-813/). Konkret geht es um die Integration von digital soil mapping-Anwendungen wie Stichprobenplanerstellung und modellierten Vorhersagekarten in den Kartierablauf. Zentral dabei ist das iterative Beprobungskonzept, das dank der jeweiligen Vorinformationen eine gezielte und damit effiziente Bodenbeprobung erlaubt. Um die Bodeninformationen schon von Beginn an für die Landwirtschaft in Wert setzen zu können, werden auf einer kleinen Testfläche (ca. 10 ha bewässerte Kartoffelflächen) verschiedene Massnahmen direkt umgesetzt: (1) Installation von Bewässerungssonden, die verschiedene Bodenzonen abdecken, welche teilflächenspezifisch bewässert werden sollen. (2) Unmittelbarer Austausch mit den Bewirtschaftenden zur Aussagekraft und Realitätsgetreue der Bodenkarte. (3) Austausch mit und Schulung der Bewirtschaftenden an Wurzelprofilen.

Dieses Projekt leistet einen Beitrag zu den folgenden SDGs

  • 2: Kein Hunger
  • 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
  • 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
  • 12: Verantwortungsvoller Konsum und Produktion