Dr. Eva Birkenstock

Steckbrief

Dr. Eva Birkenstock Wissenschaftliche Mitarbeiterin

  • Adresse Berner Fachhochschule
    Soziale Arbeit
    Weiterbildung, Dienstleistung, Forschung
    Hallerstrasse 10
    3012 Bern

Lebenslauf

  • Ich bin in Stuttgart geboren und aufgewachsen. Dort habe ich auch das erste Jahr nach dem Abitur studiert, und zwar vor allem Geschichte, Vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie. Wie viele aus dem Südwesten zog es mich für eine Weile nach Nordosten, nämlich nach Berlin, das ich zu Anfang noch als ummauerte und geteilte Stadt erlebte. Dort verlagerten sich meine Interessen immer stärker zur Philosophie und, nach einem Semester zurück in Tübingen, schloss ich mein Studium in diesem Fach und in Neuerer deutscher Literatur ab. Anschliessend bekam ich ein Stipendium der Berliner Nachwuchsförderung und promovierte über das Thema des Todes in der Existenzphilosophie. Das war der Beginn der Beschäftigung mit dem Thema der Endlichkeit und des Alterns. Drei Jahre arbeitete ich als Lehrerin für Ethik, Sozialkunde und Deutsch, bekam zwei Kinder, verlegte meinen Lebensmittelpunkt wieder weiter südlich, an den Bodensee und ins Piemont, aus dem mein Partner stammt, und arbeite seither als freie Dozentin und Wissenschaftlerin. Die Schweiz stellt das Bindeglied zwischen diesen beiden Lebensmittelpunkten dar, und ich bin dem Institut Alter seit über zehn Jahren als externe Dozentin verbunden.
  • 1984-1985 Universität Stuttgart
  • 1985-1992 Magister Artium in Philosophie und Germanistik Freie Universität Berlin
  • 1992-1995 Promotion Freie Universität Berlin

Projekte

  • Entscheidungsfindung und Entscheidungsfreiheit am Lebensende – zuhören, verstehen, helfen

    Die Schweiz ist, aufgrund eines historischen Prozesses mit einem starken Sozialvertrag zwischen Bürger*innen und Staat, eines der Länder mit der liberalsten Gesetzgebung, was ein selbstgewähltes Lebensende betrifft. Die derzeit geführte Debatte nach Qualifizierung der Lebensmüdigkeit als Kriterium für einen assistierten Suizid und der kontinuierliche Anstieg der Suizide im hohen Lebensalter wirft jedoch existentielle Fragen nach Lebensqualität und Lebens-sinn auf.
    Die Anerkennung der Entscheidungsfreiheit von Personen, die im Besitz ihrer geistigen Kräfte sind, ist eine Grundvoraussetzung liberaler Politik, legitimer Rechtsprechung, individueller Freiheit und Selbstbestimmung. Dennoch legen neuere Forschungen auf dem Gebiet der Neurowissenschaften, der Verhaltenspsychologie und der Philosophie der Willensfreiheit nahe, dass es unter der ersten Ebene eine zweite gibt, auf der das, was als freier Wille eingestuft wird, einer Kombination aus sozialen und biologischen Einflüssen unterliegt. Ohne das Prinzip der Willens- und Entscheidungsfreiheit als unabdingbare Hypothese einer freien Gesellschaft in Frage stellen zu wollen, verfolgt das Projekt das Ziel, mögliche äußere Einflüsse, die zu einer Abwertung des Lebens im hohen Alter führen können, aufzuzeigen oder aber ausschliessen zu können. Zu diesem Zweck werden semistrukturierte Interviews mit hochaltrigen Personen geführt, die bereit sind, über die Gründe Ihrer Einschreibung bei einer Sterbehilfeorganisation und vor allem über ihre Motive für ein eventuell geplantes freiwilliges Beenden ihres Lebens aufgrund von Lebensüberdruss und Multimorbidität zu sprechen. Auf der Basis der gewonnen Erkenntnisse soll ein kleines Handbuch zur Hilfe und Selbsthilfe bei individueller Entscheidungsfindung entstehen, das die Selbstbestimmung stärkt.