Perinatale psychische Gesundheit

Vertiefen Sie Ihr Wissen zu perinatalen psychischen Erkrankungen. Lernen Sie, die perinatale Versorgung von Frauen mit Risiken für psychische Erkrankungen oder von bereits erkrankten Frauen effizienter und optimaler zu gestalten.

Im Fachkurs

  • erwerben Sie vertieftes Wissen zu perinatalen psychischen Erkrankungen und wenden es an
  • verstehen die Notwendigkeit, die perinatale Versorgung von Frauen mit Risiken für psychische Erkrankungen und von bereits erkrankten Frauen effizienter und optimaler zu gestalten
  • verstehen Sie die Wichtigkeit koordinierter und integrierter Versorgung in komplexen Situationen
  • analysieren und beurteilen Sie existierende Praxismodelle (SWOT Analyse)
  • lernen Sie Methoden zur Entwicklung von Versorgungsmodellen kennen
CAS Maternale und Neonatale Gesundheit im humanitären Kontext

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Fachkurs
  • Dauer 8 Kurstage + 1 Prüfungshalbtag
  • Unterrichtstage Mi, Do, Fr
  • Anmeldefrist 24. Januar 2023
  • Anzahl ECTS 4 ECTS-Credits
  • Kosten CHF 2600
  • Unterrichtssprache Deutsch und Englisch
  • Studienort Bern
  • Departement Gesundheit
  • Nächste Durchführung Februar bis Juni 2023
    ⇢ 24. Februar, 1., 17., + 31. März, 6. + 28. April, 12. Mai, 9. + 21. Juni 2023

Inhalt + Aufbau

Porträt

Perinatale psychische Erkrankungen (PPE) sind ein wichtiges, in der Schweiz bisher vernachlässigtes Problem der Gesundheitsversorgung von Frauen und ihren Familien. Hohe Prävalenzraten von PPE und schwerwiegende Folgen dieser Erkrankungen verlangen nach einer effizienten Betreuung. In der Schweiz werden psychische Erkrankungen im Rahmen der geburtshilflichen Versorgung in der Schwangerschaft und im ersten Jahr nach der Geburt nur marginal erkannt. Gesundheitsfachpersonen, wie z. B. Hebammen, Geburtshelfer, Pflegefachpersonen, Kinderärzt*innen, sind in der perinatalen Betreuung wichtige Leistungserbringer und pflegen einen engen Kontakt zu Schwangeren, Gebärenden und Wöchnerinnen. Sie haben daher eine zentrale Funktion bei der Erkennung von Risiken und frühen Diagnosen von perinatalen psychischen Erkrankungen. Ausserdem sind sie wichtige Bezugspersonen für die Angehörigen der betroffenen Frauen sowie Ansprechpartnerinnen für andere Gesundheitsversorger und soziale Dienste. Deshalb benötigen Fachpersonen ein erweitertes und spezialisiertes Wissen und praktische Kompetenzen für den Umgang mit psychisch erkrankten Frauen und ihren Familien. Zudem benötigen sie Kompetenzen in der Praxisentwicklung, um das komplexe Versorgungssystem zu optimieren.

Ziel dieses Fachkurses ist es, Gesundheitsfachpersonen für die Betreuung psychisch erkrankter Frauen zu sensibilisieren. Sie können Frauen mit präventiven Massnahmen begleiten, Risiken erkennen, eine existierende Krankheit feststellen und gefährdete oder betroffene Frauen psychiatrischen Fachpersonen zuweisen. Dadurch beugen sie der Entstehung einer psychischen Erkrankung vor, verhindern eine Verschlimmerung der Erkrankung sowie negative Auswirkungen auf das Kind und das familiäre Umfeld. Der Fachkurs befähigt Gesundheitsfachpersonen die Lücken der perinatalen Versorgung in der Schweiz zu erkennen und einen Beitrag zur Optimierung der Versorgung zu leisten.

Ausbildungsziel

  • Sie verstehen die individuelle, familiäre, gesellschaftliche und Public-Health Relevanz der Thematik.
  • Sie können perinatale psychische Erkrankungen (PPE) definieren, kennen die Diagnosesysteme und können die wichtigsten Symptome beschreiben.
  • Sie kennen Ursachen und Risikofaktoren sowie Folgen von PPE.
  • Sie kennen Instrumente für das Screening und die Diagnostik von PPE und können sie anwenden.
  • Sie kennen die wichtigsten pharmakologischen Therapien (Wirkstoffe, Nebenwirkungen und Kontraindikationen).
  • Sie kennen die wichtigsten psychotherapeutischen Ansätze sowie deren Vor- und Nachteile, auch im Vergleich zu pharmakologischen Behandlungen.
  • Sie kennen internationale best-practice Standards zur Diagnose, Betreuung und Behandlung von PPE.
  • Sie kennen die Bedeutung der Interprofessionalität in der Betreuung von Frauen mit PPE und wissen um die Rolle von Gesundheitsfachpersonen in der Behandlung.
  • Sie kennen die aktuelle Versorgungslage im Kanton Bern und in anderen Regionen und sind sich der Versorgungslücken bewusst.
  • Sie verstehen die Prinzipien einer Situationsanalyse und haben sich kritisch und systematisch mit aktuellen Versorgungsmodellen und neuen Rollen für Gesundheitsfachpersonen auseinandergesetzt.
  • Sie erkennen und übernehmen die wichtige Rolle, die Gesundheitsfachpersonen als primäre Bezugspersonen in der interdisziplinären Gesundheitsversorgung für die psychische Gesundheit von Schwangeren und Wöchnerinnen innehaben.

Der Fachkurs ist, bis auf den Kompetenznachweis, identisch mit dem Modul «Perinatale psychische Gesundheit» des konsekutiven Master-Studiums Hebamme. Er konzentriert sich auf die Wissensvermittlung.

Im Fachkurs

  • erwerben Sie vertieftes Wissen zu perinatalen psychischen Erkrankungen und wenden es an
  • verstehen die Notwendigkeit, die perinatale Versorgung von Frauen mit Risiken für psychische Erkrankungen und von bereits erkrankten Frauen effizienter und optimaler zu gestalten
  • verstehen Sie die Wichtigkeit koordinierter und integrierter Versorgung in komplexen Situationen
  • analysieren und beurteilen Sie existierende Praxismodelle (SWOT Analyse)
  • lernen Sie Methoden zur Entwicklung von Versorgungsmodellen kennen

Der Fachkurs besteht aus Kontakt- und Selbststudium. Die Lernmethoden im Kontaktstudium schliessen interaktive Vorlesungen, Gruppenarbeit, Übungen und ein Seminar ein.

Der Kompetenznachweis für die Teilnehmer*innen des Fachkurses besteht aus einer schriftlichen Multiple-Choice Prüfung.

Die Studentinnen des konsekutiven Master-Studiengangs Hebamme erarbeiten als Kompetenznachweise neben der Multiple-Choice Prüfung auch eine Advanced-Practice-Midwife-Rolle und stellen diese in einer mündlichen Posterpräsentation vor.

Titel + Abschluss

Fachkurs in «Perinatale psychische Gesundheit»

Dozentinnen + Dozenten

  • Prof., PD, PhD Eva Cignacco, Dozentin, Leiterin Angewandte Forschung & Entwicklung Geburtshilfe, BFH Gesundheit
  • Dr. med. Ankica Ging, Oberärztin, Leiterin gyno-psychiatrische Sprechstunde, Universitäre Psychiatrische Dienste (UPD) AG Bern, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität Bern
  • Dr. med. Simone Göttler, FMH Gynäkologie und Geburtshilfe, Spezialärztin Psychosomatik
  • Prof. Dr. med. Thomas Müller, Ärztlicher Direktor, Privatklinik Meiringen
  • Dr. med. Wolfgang E. Paulus, Leiter Beratungsstelle für Reproduktionstoxikologie, Universitätsfrauenklinik Ulm
  • Dr. med. Werner Stadlmayr, Psychosomatische Medizin, FMH Gynäkologie und Geburtshilfe, Geburt und Familie – Praxis, Aarau
  • Dr. phil. Christoph Stucki, Psychologe, Fachpsychologe Psychotherapie FSP, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Bern
  • Prof. Dr. med. Sebastian Walther, Chefarzt, Stellvertretender Direktor, Universitäre psychiatrische Dienste (UPD) AG Bern, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität Bern
  • Bernd Kozel, Pflegeexperte, Universitäre psychiatrische Dienste (UPD) AG, Bern
  • Lena Sutter, Hebamme MSc, Inselspital, Universitätsspital Bern und Berner Fachhochschule BFH

(Änderungen vorbehalten)

Voraussetzungen + Zulassung

Gesundheitsfachpersonen mit Bachelor-Abschluss oder äquivalenter Ausbildung und mindestens einem Jahr Berufserfahrung.

Es gelten die allgemeinen Zulassungsbedingungen, die Sie im folgenden Dokument finden:

Berufliche Voraussetzungen

Mindestens ein Jahr Berufserfahrung

Organisation + Anmeldung

8 Kurstage und ein Prüfungshalbtag
Für 4 ECTS-Credits rechnen wir mit einem Workload von 120 Stunden (inkl. der Kurstage).
Unterrichtszeiten: in der Regel von 09.15 – 17.15 Uhr

  • Freitag, 24. Februar 2023
  • Mittwoch, 1. März 2023
  • Freitag, 17. März 2023
  • Freitag, 31. März 2023
  • Donnerstag, 6. April 2023
  • Freitag, 28. April 2023
  • Freitag, 12. Mai 2023
  • Freitag, 9. Juni 2023
  • Mittwoch, 21. Juni 2023

Anmeldefrist

24. Januar 2023

Im Rahmen des Online-Anmeldeprozesses benötigen wir von Ihnen folgende Dokumente:

  • Kopien Ihrer Bildungsabschlüsse (im PDF-Format, max. 1 MB pro Dokument)
  • Passfoto (JPEG)

Bitte laden Sie diese Dokumente auch dann hoch, wenn Sie diese bereits im Rahmen einer anderen Anmeldung eingereicht haben. Wenn Sie Fragen oder Probleme bei der Online-Anmeldung haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Geschäftsbedingungen

Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Änderungen bleiben vorbehalten. Im Zweifelsfall ist der Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen und Reglemente massgebend.

Rückzugsregelung: Gemäss Weiterbildungsreglement ist ein Rückzug ohne Kostenfolge bis zum Ablauf der Anmeldefrist möglich. Nach diesem Zeitpunkt sind bei einer Abmeldung vor Beginn der Weiterbildung 50% des zu verrechnenden Betrages geschuldet.

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