Leben mit der Sucht

Sie lernen, das Phänomen «Abhängigkeit» fachlich und wissenschaftlich anzugehen. Durch Erfahrung und Erlebnisse mit Betroffenen, deren Angehörigen und Fachpersonen wissen Sie, situationsbedingt damit umzugehen.

Der Fachkurs

  • bietet einen Raum, in dem Sie sich mit Ihrer eigenen Biografie auseinandersetzen können,
  • ermöglicht Ihnen, Ihren subjektiven Selbstwert und Ihre wahrgenommene Selbstwirksamkeit einzuschätzen,
  • vermittelt Ihnen Konzepte der familienzentrierten Arbeitsweise, Recovery- und Biografie-Arbeit und Beziehungspflege,
  • vermittelt Ihnen den Hintergrund von Stress und Techniken zum Stressabbau,
  • befähigt Sie, in Gruppen eine Umgebung zu schaffen, in der man voneinander lernen kann,
  • vermittelt Ihnen Techniken, mit denen Sie Probleme strukturiert in Gruppen oder in der eigenen Familie diskutieren, reflektieren und Lösungen entwickeln können,
  • stellt Menschen und Netzwerke vor, die Betroffenen und Angehörigen zur Verfügung stehen.
Fachkurs Leben mit der Sucht

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Fachkurs
  • Dauer 7 Kurstage
  • Unterrichtstage Do, Fr
  • Anmeldefrist 3. Juli 2020
  • Anzahl ECTS 4 ECTS-Credits
  • Kosten CHF 2'300
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Bern
  • Departement Gesundheit
  • Nächste Durchführung September bis November 2020

Inhalt + Aufbau

Porträt

Weltweit konsumieren rund zwei Milliarden Menschen Alkohol und etwa 246 Millionen Menschen illegale Drogen (UN 2015). Dieser Konsum hat gesundheitliche, soziale und ökonomische Folgen. Ein Zehntel entwickelt eine Abhängigkeitserkrankung.

Im Fachkurs beleuchten Sie das Phänomen Suchtwissenschaftlich und reflektieren es aus der Perspektive von Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonen.

  • Als Betroffene können Sie durch das erworbene Wissen und die gemachten Erfahrungen selbstbewusster an Ihrem eigenen Genesungsweg arbeiten.
  • Als ausgebildete, ausgebildeter Peer lernen Sie Hintergrundwissen und Techniken kennen, um Betroffene künftig noch besser zu begleiten.
  • Als Angehörige reflektieren Sie Ihre Erfahrungen und setzen sich nicht nur emotional mit der «Familienkatastrophe Suchterkrankung» (Finzen 2000) auseinander, sondern auch wissenschaftlich. Sie nehmen einen Perspektivenwechsel vor.
  • Als Fachperson erarbeiten Sie sich aktuelles Fachwissen und Techniken zum Assessment und zur Therapie. Sie lernen, nicht nur «für die Klientin, den Klienten» sondern «mit der Klientin, dem Klienten» zu arbeiten.

Testimonials von Kursteilnehmenden

  • «Als Betroffener und Genesungsbegleiter ist mir dieses Thema sehr wichtig.»
    (Kursteilnehmender 2018/2019)

  • «Ich habe den Kurs besucht, um mir einen Ausgleich zu schaffen zwischen meiner energetischen Herzensarbeit und der Kopfarbeit.»
    (Kursteilnehmender 2018/2019)

  • «Der Kurs war besser als fünf Jahre Psychotherapie.»
    Kursteilnehmende 2018/2019)

  • «Der Kurs beinhaltet Selbsterforschung durch e-Learning-Anteile. So habe ich viel Fachwissen erworben, wie eine Sucht entstehen kann. Andererseits auch viel Wissen, wie die Veränderung bestehender Glaubenssätze und Muster möglich ist.»
    (Kursteilnehmende 2017/2018)
  • «Ich habe eine persönliche Weiterentwicklung gemacht und Modelle für die Arbeit mitbekommen.»
    (Kursteilnehmende 2017/2018)
  • «Zu meiner positiven Überraschung war der Fachkurs nicht mit neurobiologischen Themen überlastet. Denn wie Medikamente im Gehirn wirken, kann ich nachlesen.»
    Kursteilnehmende 2017/2018)
  • «Das e-Learning-Material war für mich persönlich sehr bereichernd.»
    ​​​​​​​(Kursteilnehmende 2017/2018)

Ausbildungsziel

  • Sie kennen die aktuellsten Studien zu Ursachen, Zustandsbildern, Therapiemöglichkeiten und Folgen von Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen.
  • Sie setzen sich in einem Selbsterfahrungsprojekt mit Ihrem eigenen Selbstwert, Ihrem Selbstwertgefühl und Ihrem Selbstbewusstsein auseinander (Selbststudium plus Workshop).

  • Sie kennen Netzwerke für Menschen mit Suchterkrankungen sowie deren Angehörige und kennen deren Zielsetzungen.
  • Sie befassen sich mit den Konzepten Biografiearbeit, Recovery, Empowerment und familienzentrierte Begleitung.
  • Sie erhalten durch die trialogische Sichtweise ein breiteres Wissensspektrum zum Thema Sucht und Abhängigkeit.
  • Sie bekommen die Möglichkeit zum Perspektivwechsel im Zusammenhang mit Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen.

Wissen und Verstehen

  • Sie kennen neuste Erkenntnisse aus der neurobiologischen Forschung zu Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen.
  • Sie kennen Ursachen von Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen (Krankheitsmodelle).
  • Sie kennen die in den internationalen Leitlinien empfohlenen Therapieansätze zu Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen.
  • Sie kennen die Folgen von Sucht und Abhängigkeitserkrankungen.

Anwenden von Wissen und Verstehen

  • Sie setzen sich mit den Konzepten Selbstwert und Selbstbewusstsein auseinander und kennen Techniken und Interventionen, diese bei sich selbst und anderen zu beeinflussen.
  • Sie kennen die Methode Biografiearbeit als wichtigen Pfeiler der Suchttherapie und verfügen über Techniken, diese anzuwenden.
  • Sie kennen einzelne, ausgewählte Elemente des familienzentrierten Ansatzes und können diese anwenden.
  • Sie kennen wichtige Netzwerke im Bereich Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen und sind in der Lage, diese Dritten zu vermitteln.
  • Sie kennen das transtheoretische Modell und können dieses richtig anwenden.

Urteilen

  • Sie sind in der Lage, anspruchsvolle Situationen Ihres Lebens/Ihrer Praxis strukturiert darzustellen und anhand ethischer oder kollegialer Entscheidungsfindungsprozesse zu beurteilen und Lösungsstrategien zu suchen.
  • Blended-Learning zum Thema Selbstwert, Selbstwertgefühl und Selbstmanagement mit anschliessendem Workshop
    Vom ersten bis zum letzten Kurstag setzen Sie sich im Blended-Learning-Modul (90 Lektionen) mit dem Konzept Selbstwert und Selbstmanagement auseinander. Sie lernen mittels Fachliteratur die Konzepte zu definieren und erfahren um deren Entstehungsfaktoren. In diesem Zusammenhang setzen Sie sich mit Ihrer eigenen Biografie auseinander. Mittels Einschätzungsinstrumenten können Sie Ihren subjektiven Selbstwert und Ihr wahrgenommene Selbstwirksamkeit messen. Durch spezifische Aufgabenstellungen machen Sie Erfahrungen mit dem eigenen Selbstwert und Ihrem persönlichen Selbstmanagement. In einem gemeinsamen Workshop tauschen Sie sich über Ihre Erfahrungen aus und reflektieren sich selbst.
  • Sie erlangen theoretisches Wissen zu Ursachen, Erscheinungsformen, neurobiologischen Veränderungen und Therapiemethoden von Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen.
  • Sie befassen sich mit den Konzepten der familienzentrierten Arbeitsweise, Recovery und Biografiearbeit und Beziehungspflege.
  • Sie verstehen den Hintergrund von Stress und erlangen Techniken zum Stressabbau.
  • Sie setzen sich mit der interpersonellen Beziehungsgestaltung auseinander, kennen deren Möglichkeiten und Grenzen.
  • Sie lernen Techniken, um in Gruppen eine Umgebung zu schaffen, in der man voneinander lernen kann.
  • Sie lernen Techniken kennen, wie Sie Probleme strukturiert in Gruppen oder in der eigenen Familie diskutieren, reflektieren und Lösungen entwickeln können.
  • Sie lernen Menschen und Netzwerke kennen, die Betroffenen und Angehörigen zur Verfügung stehen. Sie kennen die Konzepte und Zielsetzungen dieser Netzwerke und bilden sich eine eigene Meinung dazu.

Sie erstellen ein persönliches Lernportfolio und präsentieren dieses am letzten Kurstag.

Titel + Abschluss

Bestandteil von

Dieser Fachkurs kann in folgenden MAS- und DAS-Studiengängen ein Wahlmodul sein:

Voraussetzungen + Zulassung

  • Personen, die eigene Erfahrungen mit einer Sucht- und/oder Abhängigkeitserkrankung haben.
  • Personen mit einer Peer-Weiterbildung oder EX-In-Genesungsbegleiterinnen und -begleiter, die ihr Wissen im Fachgebiet Sucht vertiefen möchten.
  • Angehörige und Freunde, die eine Person mit Sucht- und/oder Abhängigkeitserkrankung unterstützen.
  • Fachpersonen, die mit Personen arbeiten, die eine Sucht und/oder Abhängigkeitserkrankung haben.

Es gelten die allgemeinen Zulassungsbedingungen, die Sie im folgenden Dokument finden:

Ausnahmen

Wenn Sie keinen Abschluss auf Stufe einer höheren Fachschule oder Hochschule (Berufslehre und Berufsabschlüsse, die heute mit dem Fähigkeitsausweis abgeschlossen werden, wie beispielsweise FaGe oder KV) besitzen, können Sie ausschliesslich dann zugelassen werden, wenn sich Ihre Studierfähigkeit aus einer «sur-Dossier»-Beurteilung ergibt. Für diese werden die Zulassungsbedingungen mit Ihren erworbenen Kompetenzen und Fähigkeiten aus bereits absolvierten Bildungsgängen und den beruflichen Erfahrungen verglichen.

Wenn Sie eigene Erfahrung mit Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen haben, sollten Sie sich nicht in einer akuten Krise befinden und sich gefestigt fühlen.

Wenn Sie ohne die in den Zulassungsbedingungen und oben beschriebenen schulischen Voraussetzungen am Fachkurs teilnehmen wollen, können Sie dies als Gasthörerin, Gasthörer tun. Sie erhalten für den Fachkurs keine ECTS-Credits, sondern eine differenzierte Aufstellung der Kursinhalte und eine qualitative Bewertung der Kursteilnahme.

Organisation + Anmeldung

7 Kurstage, Oktober bis Dezember 2019

Ca. 50 Stunden Präsenzunterricht und 70 Stunden Blended learning und Selbststudium, Total 120 Stunden studentischer Arbeitsaufwand.

  • Donnerstag, 10. September 2020

  • Freitag, 11. September 2020

  • Donnerstag, 17. September 2020

  • Freitag, 18. September 2020

  • Freitag, 16. Oktober 2020

  • Freitag, 23. Oktober 2020

  • Freitag, 30. Oktober 2020 (mündliche Prüfung: Präsentation Portfolio)

Anmeldefrist: 3. Juli 2020
Start Fachkurs: 10. September 2020

CHF 2'300

Peers und Betroffene haben die Möglichkeit, ein Stipendium zu beantragen.

Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Änderungen bleiben vorbehalten. Im Zweifelsfall ist der Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen und Reglemente massgebend.

Im Rahmen des Online-Anmeldeprozesses benötigen wir von Ihnen folgende Dokumente (im JPEG, PNG oder PDF-Format, max. 1 MB pro Dokument):

  • Passfoto
  • Diplome

Bitte laden Sie diese Dokumente auch dann hoch, wenn Sie diese bereits im Rahmen einer anderen Anmeldung eingereicht haben. Wenn Sie Fragen oder Probleme bei der Online-Anmeldung haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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