Bildung Curricula. Interprofessionalität im Gesundheitswesen

Das Projekt untersuchte, wie Lernprozesse im Rahmen von interprofessioneller Fort- und Weiterbildung gestaltet werden sollen, um den Grad der interprofessionellen Zusammenarbeit in Gesundheitsorganisationen zu erhöhen.

Factsheet

Situation

Zunehmende Hochaltrigkeit und Multimorbidität führen zu komplexen Behandlungsprozessen bei einem sich verschärfenden Fachkräftemangel und steigenden Gesundheitskosten. Interprofessionelle Zusammenarbeit (Interprofessional Practice IPP) verspricht die Qualität der Versorgung zu optimieren und die wirtschaftliche Effizienz zu steigern Wie müsste interprofessionelle Weiter- und Fortbildung (Interprofessional Education IPE) angelegt sein, um die IPP in Gesundheitsorganisationen zu verbessern?

Course of action

Das Projekt zeigt in einem mixed-method Design auf, welche Akteure derzeit welche IPE Formate anbieten. Es untersuchte am Beispiel von zehn Kliniken (Akutsomatik, Psychiatrie, Reha, Alterszentrum), welche dieser verschiedenen Formate und Inhalte einen messbaren positiven Effekt auf die IP Denk- und Arbeitsweise der Teilnehmenden zeigen. Schliesslich wurde aufgezeigt, mit welchen IPE Angeboten zukünftig der Grad und die Qualität der IPP in Gesundheitsorganisationen gesteigert werden könnten.

Result

IPE ohne Berücksichtigung der Ebenen Organisation und Ressourcen ist weniger wirksam: IP Kompetenzen sind als Handlungsmöglichkeiten in einem gegebenen Kontext zu sehen. Bevorzugte Kategorien für IP Lernen sind klinikinterne Schulungen oder Simulationstrainings und Fallbesprechungen welche aufgrund der Nähe zum Anwendungsfeld der Erprobung von Szenarien oder als erweiterter Lernraum dienen. Metakompetenzen berühren die Ebenen Führung, Organisationsentwicklung, Prozesssteuerung und Kommunikation.

Looking ahead

Die Studie hat gezeigt, dass IPE nicht für sich allein nachhaltig wirken kann, sondern dass es vor allem auch eine entsprechende organisationale Struktur braucht, welche die Umsetzung des Gelernten ermöglicht.