BAFU Rapsanbau ohne Pyrethroide

Mit Hilfe von Untersaaten und Rübsenstreifen sollen wichtige Rapsschädlinge unter Kontrolle gehalten werden (push and pull). Damit könnte auf die Oberflächengewässer stark schädlichen Pyrethroide verzichtet werden.

Factsheet

  • Lead department School of Agricultural, Forest and Food Sciences
  • Institute Agriculture
  • Research unit Plant production systems
    Plant Production and Biodiversity
  • Funding organisation Schweizerische Eidgenossenschaft (Bundesverwaltung)
  • Duration (planned) 01.10.2020 - 31.03.2024
  • Project management Hans Ramseier
  • Head of project Hans Ramseier
  • Keywords Rapsschädlinge, Pyrethroide, alternative Rapsschädlingsbekämpfung

Situation

Raps ist in der Schweiz eine flächenmässig wichtige Kultur und wird auf ca. 22'000 ha angebaut. Es ist eine wertvolle Kultur in einer vielseitigen Fruchtfolge und trägt zu einer langfristigen Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit bei. Die Ausgangslage für die Herstellung der Pyrethroide war Pyrethrum, ein natürliches Insektizid, welches durch Extraktion aus Chrysanthemenarten gewonnen wird. Die synthetisch hergestellten Pyrethroide haben eine bessere Stabilität und Wirksamkeit als das natürliche Pyrethrum. Pyrethroide werden gegen Schädlinge in Raps, Kartoffeln, Rüben, Obst- und Gemüse eingesetzt. Gegen die Rapsschädlinge Erdfloh, Rapsstängelrüssler und Kohlschotenrüssler sind nur Pyrethroide bewilligt, es stehen keine Insektizide aus anderen Gruppen zur Verfügung. Durch verschiedene Monitorprogramme der letzten Jahre wurde aufgezeigt, dass besonders in intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten, Pflanzenschutzmittel in den Oberflächengewässern landeten. Erst vor kurzem wurde aber eine Analysemethode entwickelt, mit der Pyrethroide im Wasser nachgewiesen werden konnten. Pyrethroide zählen zu den giftigsten Insektiziden für Wasserorganismen. Minimale Konzentrationen im Nano- oder gar Picogrammbereich können sich bereits nachteilig auf Wasserorganismen auswirken. Aktuell steht zur Diskussion, die Wirkstoffe mit erhöhtem Umweltrisiko wie Pyrethroide im ÖLN einzuschränken. Mit dem Projekt sollen mögliche Alternativen aufgezeigt, getestet und bewertet werden.

Course of action

Mit dem System «Push and Pull» soll versucht werden, die oben erwähnten Rapsschädlinge ohne Pyrethroid-Einsatz in Schach zu halten. Am Feldrand wird ein Streifen mit reinen Rübsen angesät, um einfliegende Rapsschädlinge abzufangen. Dieser Streifen wird bei Beginn der Rapsblüte gemulcht, eingearbeitet und ein Blühstreifen gesät, was wiederum Bestäuber und landwirtschaftlich wichtige Nützlinge fördert. In der Parzelle selber wird ein Teil klassisch mit Herbiziden angesät und ein Teil mit einer Untersaat, um die Erdflöhe vom Raps fernzuhalten. Auf diesem Streifen werden keine Pyrethroide gegen Rapsschädlinge eingesetzt. Auf dem klassisch angebauten Teil werden die Rapsschädlinge Erdfloh, Stängelrüssler und evtl. Schotenrüssler klassisch mit Pyrethroiden behandelt (falls Bekämpfungsschwelle erreicht wird). Bei den Rapsschädlingen Erdfloh, Stängelrüssler und Glanzkäfer wird der Einflug und die Pflanzenschädigung erhoben. Für den Erdfloh zusätzlich die vorhandenen Larven in den Pflanzen. Der Raps wird getrennt nach den verschiedenen Verfahren geerntet, damit Ertragsunterschiede erhoben werden können. Damit die Daten wissenschaftlich fundiert ausgewertet werden können und aussagekräftig sind, wird die oben beschriebene Versuchsanlage auf 10 Landwirtschaftsbetrieben pro Jahr in verschiedenen Regionen (Kantone BE, SO, FR) durchgeführt. Bei der Auswahl der Flächen wurde auf repräsentative Verhältnisse geachtet (Grösse und Lage der Parzelle, Umgebung etc.).