- Story
Der MAS Holzbau war von Anfang an mein Ziel
15.06.2026 Jessica Banholzer hat bereits drei CAS im Holzbau an der Berner Fachhochschule BFH absolviert. Im Interview spricht sie über ihre Erfahrungen aus den Weiterbildungen und darüber, was sie am MAS Holzbau besonders reizt.
Zur Person
Jessica Banholzer lebt in Innertkirchen und arbeitet als Architektin in Meiringen. Nach ihrer Lehre als Zeichnerin Fachrichtung Architektur absolvierte sie 2021 den Bachelor of Arts in Architektur an der Fachhochschule Graubünden. Heute arbeitet sie als Architektin in Meiringen und engagiert sich gleichzeitig als Mitinhaberin der familieneigenen Zimmerei. Aktuell befindet sie sich auf dem Weg zum MAS Holzbau an der Berner Fachhochschule BFH und verbindet damit ihre Leidenschaft für Architektur und Holzbau.
Ihre erste Weiterbildung im Holzbau war das CAS «Bauen mit Holz». Wie sind Sie dazu gekommen – und wo standen Sie fachlich im Holzbau zu diesem Zeitpunkt?
Eigentlich war der MAS Holzbau von Anfang an mein Ziel und ist es auch heute noch. Das CAS «Bauen mit Holz» ist dafür die Grundlage und deshalb war für mich klar, dass ich dort einsteige.
Ich bin in einer familiengeführten Zimmerei aufgewachsen. Dadurch hatte ich früh Kontakt mit Holzbauten und seit jeher eine Faszination für dieses Material. Aktuell arbeite ich in einem Architekturbüro als Architektin und nebenbei im Büro unserer Zimmerei mit.
Im Architekturstudium war Holzbau zwar ein Thema, aber eben nur eines unter vielen. Mir fehlte das fundierte Wissen, um beispielsweise Bauherr*innen kompetent beraten zu können. Als Architektin habe ich einen grossen Einfluss auf Projekte und dadurch auch viel Verantwortung. Deshalb wollte ich mir im Holzbau ein solides Grundgerüst aufbauen.
«Heute weiss ich, wie wichtig es ist, ein Projekt von Anfang an als Holzbau zu denken und zu entwerfen.»
Wie haben Sie den Einstieg in den Holzbau mit dieser Weiterbildung erlebt?
Sehr gut. Besonders spannend fand ich die vier Exkursionen. Wir haben im Wald angefangen und den ganzen Weg des Holzes bis zur Baustelle kennengelernt. Natürlich kannte ich durch meinen Background bereits einiges, trotzdem waren diese detaillierten Grundlagen extrem wertvoll.
Ich fand es toll, dass wir uns direkt mit Förstern und Fachleuten austauschen konnten und Einblicke in die Betriebe bekamen. Das macht vieles greifbarer und verständlicher. Wir sahen vor Ort genau das, worüber später im Unterricht und natürlich auch in den Projekten gesprochen wird.
Warum haben Sie sich nach dem Grundlagen-CAS für die Vertiefungen «Bauphysik im Holzbau» sowie «Entwerfen und Konstruieren mit Holz» entschieden?
Ich wollte möglichst viele Themenfelder abdecken. Holzbau hat im Vergleich zu anderen Konstruktionsweisen seine Eigenheiten. Mich hat gereizt, genauer hinzuschauen und diese Themen besser zu verstehen, um mich in der Zusammenarbeit mit Fachleuten auf Augenhöhe austauschen zu können.
Wo sehen Sie die wichtigsten Unterschiede zwischen dem Grundlagen-CAS und dem CAS «Entwerfen und Konstruieren mit Holz»?
Das zeigt sich schon bei den Teilnehmenden. Das Grundlagen-CAS ist thematisch breit gefächert und für viele Berufsgruppen geeignet. «Entwerfen und Konstruieren mit Holz» ist dagegen näher an meinem Berufsalltag als Architektin.
Heute weiss ich, wie wichtig es ist, ein Projekt von Anfang an als Holzbau zu denken und zu entwerfen. Ich glaube, genau dort ist der Einfluss von Architekt*innen sehr gross. Statt zuerst ein Gebäude zu entwerfen und erst später zu überlegen, wie es in Holz umgesetzt werden kann, sollte der Holzbau von Beginn an Teil des Entwurfs sein. So entsteht ein Gebäude, das konstruktiv funktioniert. Wird Holzbau erst später berücksichtigt, zeigt sich das oft in der Konstruktion und in den Details. Natürlich lässt sich fast alles auch nachträglich lösen – doch die Frage ist immer, wie wirtschaftlich das am Ende ist.
«Es ist ideal für alle, die Holzbau besser verstehen möchten.»
Welche Inhalte oder Erfahrungen aus den CAS sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Wie erwähnt: Die Exkursionen im «CAS Bauen mit Holz» waren sehr spannend.
Im CAS «Entwerfen und Konstruieren mit Holz» gefiel mir besonders, wie praxisnah die Projektarbeit aufgebaut ist. Wir arbeiteten an einem realen Projekt aus unserem Büroalltag, einem mehrgeschossigen Wohngebäude innerhalb einer grösseren Überbauung. Die Zusammenarbeit in kleinen Gruppen brachte uns viel. Man konnte sich aktiv einbringen und von den Erfahrungen der anderen profitieren.
Besonders wertvoll waren auch die Tischkritiken: Wir diskutierten die Projekte und deren Problemstellungen mit den Dozierenden und erarbeiteten zusammen Lösungsansätze. Das ist sehr nah an meinem Berufsalltag.
Sie haben nun drei CAS abgeschlossen und sind auf dem Weg zum MAS Holzbau – was reizt Sie am Masterabschluss?
Bereits als Kind wollte ich Architektin werden und Holz hat mich von Anfang an begleitet. Für mich war immer klar, dass ich als Architektin Richtung Holzbau gehen möchte. Dass ich mit dieser Ausbildung nun beides verbinden kann, ist für mich perfekt.
Wem würden Sie den Einstieg in den Holzbau mit dem «Bauen mit Holz» empfehlen – und warum?
Eigentlich allen – egal ob Architekt*in, Bauleiter*in oder in einer anderen Funktion. Das CAS vermittelt breites Grundlagenwissen rund um den Holzbau und räumt mit Vorurteilen und Mythen auf.
Es ist ideal für alle, die Holzbau besser verstehen und fundierter mit Holzbauer*innen zusammenarbeiten möchten.