Moringa leaf protein

Extraktions- und Veredelungsprozess von Moringa oleifera-Blättern zur Gewinnung von Proteinpulvern, für die Verwendung in Lebensmitteln mit gewünschten technologischen Eigenschaften und sensorischer Akzeptanz.

Steckbrief

Ausgangslage

In Angesicht der wachsenden Weltbevölkerung, des Klimawandels und des steigenden Bedarfs an hochwertigen Lebensmitteln, gewinnen pflanzliche Proteine zunehmend an Bedeutung. Neben Soja, Reis, Getreide, Erbsen, Linsen und einigen anderen pflanzlichen Proteinquellen, sind weitere Alternativen in den Lebens- und Futtermittelindustrien gesucht. Moringa (Meerrettichbaum; Moringa oleifera) gilt in dieser Hinsicht als Proteinquelle mit hohem Potential. Moringa wächst ertragreich in tropischen Regionen und kann bis zu acht Mal pro Jahr geerntet werden. In einem eigens durchgeführten Anbau- und Produktionsmodell konnte der doppelte Rohproteinertrag im Vergleich zu Soja festgestellt werden. Die Pflanze Moringa enthält neben Protein ein überdurchschnittlich breites Spektrum an Nährstoffen und an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen und birgt daher breites Potential für lebensmitteltechnologisch, ernährungsphysiologisch und gesundheitlich wertvolle Produkte. Bisher wird Moringa nicht als Proteinquelle für die Lebensmittelindustrie genutzt, sondern in tropischen Ländern vor allem als Gemüse oder als Teeschnitt zur Beigabe zu anderen Speisen. In diesem Forschungsprojekt steht die Gewinnung von funktionellen Proteinen für die menschliche Ernährung im Fokus.

Vorgehen

Im Rahmen des Projekts werden skalierbare Prozesse zur gezielten Freisetzung von Proteinen sowie schonende Aufreinigungsverfahren entwickelt. Ziel ist die Gewinnung von Proteinpulvern unterschiedlicher Reinheiten (60-80 % Proteinanteil) und Löslichkeiten, idealerweise mit optimalen sensorischen und optischen Eigenschaften (hell, neutral schmeckend). Die verschiedenen Arbeitspakete fokussieren auf die Proteingewinnung, die Proteincharakterisierung, die Aufwertung von anfallenden Nebenprodukten, die Übertragung in den technischen Grossmasstab sowie auf die industrielle Implementierung.