Vereinbarkeit & Arbeitsbedingungen

Wie fit sind Sie beim Thema Vereinbarkeit und Arbeitsbedingungen? Profitieren alle Mitarbeitenden gleichermassen von flexiblen Arbeitsmodellen und Vereinbarkeitsmassnahmen? Hier finden Sie kompakte Grundlagen, eine Checkliste mit konkreten Massnahmen und Anregungen für Workshops.

Filmsequenz & Unterstützungsmaterialien für Workshops

Möchten Sie in Ihrem Unternehmen einen Workshop oder eine Retraite zum Thema Vereinbarkeit & Arbeitsbedingungen durchführen oder das Thema in einem Keynote, Event oder im Unterricht vertiefen? Sie finden hier Anregungen zur Gestaltung eines Workshops inkl. einer Filmsequenz dazu. Kontaktieren Sie uns, wenn wir sie bei einem Event zum Thema unterstützen können.

Hintergrundinformationen und Handlungsempfehlungen

  • Teilzeitarbeit sowie Job- und Topsharing auf allen Führungsstufen ermöglichen, aktiv kommunizieren und Benachteiligungen abbauen.

  • Homeoffice bzw. Telearbeit , flexible Arbeitszeiten und Mitgestaltung bei der Arbeitsplanung (z. B. Sperrtage, Schichtplanung) in möglichst allen Bereichen ermöglichen.

  • Klare und transparente Regelungen zu Homeoffice, Telearbeit und Präsenzzeiten (z. B. Teamtage) festlegen, um Ungleichheiten zu vermeiden.

  • Vereinbarkeit bzw. Work-Life-Balance als festen Bestandteil von Mitarbeitendengesprächen verankern, im Arbeitsalltag aktiv thematisieren und individuelle Lösungen ermöglichen.

  • Führungskräfte als Vorbilder stärken (z. B. Umgang mit Care-Verpflichtungen sichtbar machen) und eine organisationsweite Kultur der Vereinbarkeit fördern.

  • Eltern-, Mutter- und Vaterschaftsurlaube über das gesetzliche Minimum hinaus gewähren und Betreuungsurlaube für Angehörige (z. B. Eltern) ermöglichen.

  • Kinderbetreuung unterstützen (z. B. durch eigene Angebote oder finanzielle Beiträge). Infrastruktur wie Stillräume oder Eltern-Kind-Räume bereitstellen.

  • Kinder- und Betreuungszulagen über das gesetzliche Minimum hinaus gewähren.

  • Faire und transparente Löhne gewährleisten und Lohngleichheit sicherstellen (vgl. Lohngleichheit & Einstufung).

  • Zuständigkeiten für Chancengleichheit bzw. Diversity institutionell verankern und niederschwellige und vertrauenswürdige Anlaufstellen bei Diskriminierung und Belästigung sicherstellen.

  • Regelmässige Mitarbeitendenbefragungen mit Fokus auf Vereinbarkeit durchführen (optional Einbezug von Angehörigen).

  • Kennzahlen zur Vereinbarkeit und Nutzung von Angeboten (z. B. Teilzeitquoten, Homeoffice-Nutzung, Inanspruchnahme von Urlauben) nach Geschlecht und Funktion erheben und regelmässig auswerten.

  • Wirksamkeit der Massnahmen zur Vereinbarkeit regelmässig überprüfen und bei Bedarf gezielt weiterentwickeln.

  • Das Recht auf Schutz der Familie und die Vereinbarkeit von Beruf und familiären Aufgaben sind gesetzlich und politisch breit anerkannt. Allerdings ist die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familienarbeit in der Schweiz weiterhin stark geschlechtsspezifisch organisiert (BFS, 2025; Gleichstellungsbarometer 2021; ;Klagen nach GlG aufgrund von Diskriminierung).
  • Betreuung und unbezahlte Care-Arbeit werden überwiegend Müttern zugeschrieben, was ihre Erwerbs- und Karriereverläufe prägt (BFS, 2025; Gleichstellungsbarometer 2021)
  • Mütter arbeiten deutlich häufiger Teilzeit oder unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit, Väter bleiben mehrheitlich vollzeitlich erwerbstätig (BFS, 2025; Gleichstellungsbarometer 2021)
  • Die hohe Erwerbsquote von Müttern basiert wesentlich auf Teilzeitarbeit, nicht auf gleichmässiger Arbeitsteilung (Gleichstellungsbarometer 2021).
  • Teilzeitarbeit ist häufig unfreiwillig und mit Einkommens-, Karriere- und Vorsorgenachteilen verbunden (Gleichstellungsbarometer 2021).
  • Gesellschaftliche Normen beeinflussen die Anpassung der Erwerbsarbeit an familiäre Anforderungen und wirken sich dabei geschlechtsspezifisch ungleich aus (Gleichstellungsbarometer 2021).
  • Der gesetzliche Rahmen schützt vor Diskriminierung, bietet jedoch nur begrenzte strukturelle Unterstützung für eine egalitäre Vereinbarkeit.
  • Die Schweiz weist im internationalen Vergleich kurze gesetzliche (Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaube und wenig verbindliche Regelungen zur Elternzeit auf.
  • Vereinbarkeit bleibt stark von individuellen Lösungen und betrieblichen Rahmenbedingungen abhängig.
  • Durch die vermehrte Übernahme von unbezahlter Care-Arbeit haben Frauen später eine tiefere Rente, was zu einem Gender Pension Gap führt.  
  • Rechtlich besteht ein Diskriminierungsverbot, spezifische Regelungen zur Teilzeitarbeit fehlen jedoch weitgehend.
  • Indirekte Diskriminierung von Teilzeitbeschäftigten ist verbreitet und schwer nachweisbar.
  • Teilzeitarbeit wird gesellschaftlich oft mit geringerer Verfügbarkeit, Leistung oder Karriereorientierung assoziiert.

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