Entwicklungschancen und -risiken in Kindheit und Jugend

Entwicklungschancen und -risiken in Kindheit und Jugend

Indem Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung geschützt und gefördert werden, gewinnen sie jene Fähigkeiten und Freiheiten der eigenen Lebensgestaltung, die ihnen als Erwachsene ein sozial integriertes und selbstständiges Leben diesseits der Armutsgrenze ermöglichen. Im Fokus stehen die Handlungsfelder des Kindes- und Jugendschutzes und die Jugendstrafrechtspflege. Untersucht werden insbesondere Formen und Ursachen von Kindesmisshandlung und Vernachlässigung sowie deren Folgen für die psychosoziale Entwicklung der betroffenen Kinder und Jugendlichen. Aus den Erkenntnissen werden methodische Instrumente für die professionelle Arbeit in den genannten Handlungsfeldern entwickelt.

 

Referenzprojekte

Abklärungsinstrument zum Kindesschutz

Ist bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) eine Gefährdungsmeldung eingegangen, gibt diese eine Abklärung des Kindes in Auftrag. Die BFH entwickelt zusammen mit der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit – ein forschungsbasiertes Abklärungsinstrument zum Kindesschutz. Das Abklärungsinstrument hat zum Ziel, die Qualität der Abklärung zu steigern. Dies soll durch forschungsbasierte Kriterien zur Einschätzung des Kindeswohls und durch eine klare Strukturierung des Abklärungsprozesses erreicht werden. Das Instrument wird als Webapplikation entwickelt. Es soll in der Praxis breit implementiert und im Rahmen einer Studie in der Deutschschweiz evaluiert werden. 


Polyviktimisierung und ihre Entstehung bei Jugendlichen in der Schweiz

Ein Unglück kommt selten allein. Körperliche, emotionale und sexuelle Gewalterfahrungen gehen im Leben betroffener Kinder und Jugendlicher oft Hand in Hand. Die internationale Forschung der letzten beiden Jahrzehnte hat gezeigt, dass solche Mehrfachviktimisierungen für die psychische und soziale Entwicklung der Betroffenen besonders schädigend sind. In zwei aktuellen Studien untersuchen Forschende des BFH-Zentrums, wie verbreitet Mehrfachviktimisierungen bei Jugendlichen in der Schweiz sind und welche Faktoren zu ihrer Entstehung führen. Die Erkenntnisse sollen einen Beitrag zu wirksameren Methoden der Prävention und Intervention leisten.

Professionelles Reden mit Kindern in familiären Krisen

Wenn Eltern in ihrer Erziehungsfähigkeit überfordert sind, entstehen daraus familiäre Krisen, auf die das System des Kindesschutzes und der Familienhilfe mit einem breit gefächerten Instrumentarium reagiert. Nationales wie internationales Recht fordert mit zunehmendem Nachdruck, dass dabei nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Kinder als Subjekte wahrgenommen und gehört werden. Die BFH erforscht, ob und wie dieser Anspruch in Frauenhäusern und Kindesschutzbehörden eingelöst wird. Untersucht wird, durch welche Praktiken der Gesprächsführung es den Fachpersonen gelingt oder aber misslingt, die Kinder eine eigene Sicht zur Sprache bringen zu lassen.

 

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Kontakt

Berner Fachhochschule

BFH-Zentrum Soziale Sicherheit

Hallerstrasse 10

CH-3012 Bern

T +41 31 848 36 80

E-Mail

Entwicklungschancen und -risiken in Kindheit und Jugend

Prof. Dr. David Lätsch

Fachbereich Soziale Arbeit, Dienstleistung und Forschung

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