Dekontaminierung Kulturgut Co2

Kulturgut aus organischen Materialien wurden im 20. Jahrhundert unter anderem mit chlorhalogenen Bioziden behandelt. Dies stellt ein gesundheitliches Risiko für Konservatoren-Restaurator*innen sowie Museumsbesucher*innen dar.

Steckbrief

  • Lead-Departement Architektur, Holz und Bau
  • Institut Institut für Baustoffe und biobasierte Materialien IBBM
  • Forschungseinheit Fachgruppe Biopolymere und Holzchemie FGBH
  • Förderorganisation Andere
  • Laufzeit 15.07.2013 - 31.05.2016
  • Projektverantwortung Urs von Arx
  • Projektleitung Ingo Mayer
  • Projektmitarbeitende Ingo Mayer
    Urs von Arx
    Christina Hinterleitner
  • Partner Amsonic SA
  • Schlüsselwörter Flüssig-CO2, Kulturgut, Biozide, Reinigung

Ausgangslage

Für eine Anlage zur Reinigung von Kulturgut mittels flüssigem CO2 sollen geeignete Parameter und Prozesse entwickelt werden, um chlorhalogene Petizide wirkungsvoll und objektschonend zu entfernen.

Vorgehen

Mit Pestiziden behandelte Materialmuster wurden an einer Laboranlage mit flüssigem CO2 gereinigt und geeignete Prozessparameter für hohe Dekontaminationsraten entwickelt. Für eine nachhaltige und sichere Prozessführung wurde ein Konzept entwickelt, mit dem die Pestizide im CO2–Kreislauf fokussiert, entnommen und zur fachgerechten Entsorgung bereitgestellt werden können. An realen Kulturgut-Objekten wurden die Prozesse in einer Pilotanlage überprüft.

Ergebnisse

Bei permeablen Substraten gelang eine nahezu vollständige Entfernung der Pestizide. Für Materialien mit geringerer Permeabilität (z.B. Holz) eignen sich Prozesse mit einer höheren Anzahl von Reinigungszyklen. Auch hier wurden Dekontaminationsraten von über 70% erreicht. An Kulturgut-Objekten konnten Reinigungserfolge von über 90% für PCP und Lindan und 80% für DDT erzielt werden.

Ausblick

Eine Strategie zur Umsetzung einer CO2-Anlage im wirtschaftlichen Massstab und zur Klärung der weiteren wissenschaftlich-technischen Fragen befindet sich von den beteiligten Projektpartnern in Ausarbeitung.