Internationale Landwirtschaft und ländliche Entwicklung

Wir befassen uns mit produktionstechnischen, ökologischen, sozioökonomischen und gesellschaftspolitischen Themen in der Landwirtschaft sowie ihren angegliederten Sektoren in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Unsere Mandate und Projekte umfassen sowohl den Bereich Forschung als auch Dienstleistungen. Unser Ziel ist es, ganzheitliche und nachhaltige Lösungen für aktuelle Probleme und Herausforderungen in der Landwirtschaft sowie ihren angegliederten Sektoren in Entwicklungs- und Schwellenländern zu erarbeiten.

Leistungsangebot

Wir leiten und begleiten Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie Dienstleistungsmandate für private Unternehmen, staatliche Institutionen, Entwicklungsagenturen und die Zivilgesellschaft. Dabei konzentrieren wir uns in erster Linie auf die Anwendung, Umsetzung und Verbreitung von Lösungen für aktuelle Probleme und Herausforderungen – kundenorientiert und bedarfsgerecht. Wir stützen uns auf die Kompetenz unseres interdisziplinär zusammengesetzten Expertenteams. Dazu zählen sowohl fachspezifische (technische) Expertinnen und Experten aus den Bereichen Pflanzenbau, Tierproduktion, Agrarwirtschaft, natürliche Ressourcen, Wald- und Lebensmittelwissenschaften als auch Sozialwissenschaftler und Erziehungswissenschaftlerinnen mit nationaler und internationaler Erfahrung in rund 100 Ländern.

Wo immer möglich, arbeiten wir mit lokalen Partnerinstitutionen im Süden und Osten zusammen und greifen bei Bedarf auf weiteres Know-how von schweizerischen oder internationalen Organisationen zurück. Sowohl in der Forschung wie auch bei Dienstleistungen beteiligen wir uns (meist zusammen mit Partnern) an Ausschreibungen.

Unsere Dienstleistungen umfassen im Wesentlichen:

  • Strategieentwicklung, Programm- und Projektplanung
  • Programm- und Projektbegleitung, -evaluation und -redesign
  • Technische sowie methodische Unterstützung und Backstopping
  • Coaching und Moderation
  • Partizipative Methoden
  • Kosten-Nutzen-Analysen von Projekten und Programmen
  • Aktive Beteiligung in nationalen und internationalen Netzwerken

Forschungs- und Entwicklungsprojekte können mehrere der nachfolgenden Kompetenzbereiche abdecken und zielen immer auf ganzheitliche und nachhaltige Lösungen für aktuelle Herausforderungen ab.

Kompetenzen

Landwirtschaftliche Produktionssysteme

Im Fokus dieser Projekte und Mandate steht die nachhaltige landwirtschaftliche Produktion in Entwicklungs- und Schwellenländern angesichts von Klimawandel, knappen Ressourcen und demografischem sowie gesellschaftlichem Wandel. Dabei arbeiten wir eng mit den Bäuerinnen und Bauern zusammen.

  • Analyse und Optimierung von Produktionssystemen (Pflanzenbau und Tierproduktion) – beispielsweise in den Bereichen Saatgutsysteme, Pflanzenschutz, Agroforstwirtschaft, ökologische Landwirtschaft, Weidewirtschaft, Milch- und Fleischproduktion, Verringerung von Nachernteverlusten
  • Nachhaltige und effiziente Nutzung natürlicher Ressourcen – Wasser und Bewässerung, Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, Ökosysteme auf Landschaftsebene
  • Erhöhung der Resilienz von Kleinbauern

Marktzugang und Wertschöpfungsketten

Wir befassen uns unter anderem mit der Verbesserung des Marktzuganges für benachteiligte Personengruppen und der Entwicklung von Wertschöpfungsketten im Kontext des internationalen Agrarhandels und der Agrarpolitik.

  • Marktanalyse
  • Analyse von Wertschöpfungsketten
  • Qualitätsmanagement, Zertifizierung und Labels
  • Analyse von Institutionen und relevanten Politikbereichen
  • M4P/MSD-Analysen und Umsetzung

Gesellschaft und Politik

Der Schwerpunkt dieses Bereichs liegt auf dem Wandel ländlicher Gesellschaften. Wir befassen uns beispielsweise mit Livelihood-Strategien, Armutsbekämpfung und Stakeholder-Analysen.

  • Qualitative und quantitative Forschung, Interviews, Umfragen, statistische Analyse
  • Partizipative Methoden
  • Inter- und transdisziplinäre Ansätze

Kompetenzentwicklung und Wissensmanagement

Wir nutzen unser Know-how in Bildung, Beratung und Wissensmanagement in unterschiedlichen Projekten, von der Lehrplanentwicklung bis zur Webseitenbetreuung.

  • Evaluation, Entwicklung sowie Implementierung von Lehrplänen, Aus- und Weiterbildungsangeboten und Lehrmaterialien
  • Training of Trainers in Unterrichts- und Beratungsmethodik
  • Backstopping von Bildungsprojekten
  • Evaluation von ausgewählten Fragestellungen in Bildung und Beratung
  • Planung und Realisierung von Studienreisen zu Berufsbildungsthemen
  • Moderationen
  • Management von thematischen Netzwerken
  • Informationsvermittlung und Web-Publishing

Projektmanagement

Wir entwickeln, planen und evaluieren Projekte von Partnern, messen deren Wirkung und führen Effektivitäts- und Effizienzanalysen durch.

  • Projektidentifikation und Machbarkeitsstudien
  • Moderation von Planungsworkshops
  • Coaching von Projektmitarbeitenden
  • Wissenschaftliche Begleitung in der Projektumsetzung
  • Entwicklung von smarten Monitoringkonzepten
  • Nachbearbeitung und Erfahrungsauswertung von Projekten

Internationale Waldwissenschaften

In einigen unserer Mandate und Projekte arbeiten wir eng mit dem Forschungsfeld Internationale Waldwissenschaften zusammen.

Netzwerk

Wir verfügen über ein breites internationales Netzwerk. In unseren Mandaten und Projekten arbeiten wir mit Akteuren aus den folgenden Bereichen zusammen:

  • Non-Profit-Organisationen (NPOs): HELVETAS Swiss Intercooperation, Swisscontact, Agridea, Syngenta Foundation, HEKS u. a.
  • Privatsektor: Coop, Nestlé, Chocolats Halba u. a.
  • Globale Organisationen: FAO, IFAD, IPCC, UNEP u. a.
  • Nationale und internationale Forschungsinstitutionen: CGIAR Forschungszentren, Agroscope, CABI, FiBL, Eawag u. a.
  • Nationale und internationale Netzwerke:. SFIAR, YPARD, Agrinatura, Swiss Water Partnership, GASL u. a.
  • Schweizer Bundesbehörden: DEZA, SECO, BLW, BAFU, SBFI u. a.
  • Universitäten: Universität Bern, Universität Zürich, ETHZ, EPFL, ZHAW u. a.
  • Bilaterale Organisationen wie GIZ u. a.

Projekte

Unser Portfolio umfasst Forschungs- und Dienstleistungsprojekte sowie kurzfristige Beratungsmandate in verschiedenen Ländern. Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes sind viele Projekte themenübergreifend. Einige Beispiele:

Integriertes Wasserressourcen-Management im Mittleren Atlas (GIBV-MA)

Ziel ist die Entwicklung eines Beispielmodelles, das den Einsatz partizipativer und integrierter Wasserbewirtschaftungspläne erleichtert, die wirtschaftliche Entwicklung sicherstellt und so die Anfälligkeit der Bevölkerung verringert. Das Projekt wird von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO in Zusammenarbeit mit der marokkanischen Regierung durchgeführt. Es wird von einem technischen Supportteam des Centre for Development and Environment CDE der Universität Bern und der BFH-HAFL unterstützt.

Globale Agenda für nachhaltige Viehwirtschaft

Ziel ist die Unterstützung der UNO-Agenda 2030 durch Stärkung des Engagements und der Investitionen der Akteure in der Viehhaltung. Der Dialog soll erleichtert, überzeugende Belege geschaffen und die Übernahme bewährter Praktiken und Strategien unterstützt werden.

Operationalisierung des Saatgutsektors im Tschad

Übergeordnetes Ziel des Projekts ist es, die Ernährungssicherheit durch die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion und der Einkommen der Familienbetriebe im Tschad zu verbessern. Die Saatgutketten der wichtigsten Nahrungsmittelpflanzen sollen so entwickelt werden, dass das produzierte Saatgut nicht nur von hoher Qualität, sondern auch leicht zugänglich ist. Das von der DEZA finanzierte Projekt wurde 2014 gestartet. Die BFH-HAFL bietet technische Unterstützung bei der Analyse und Identifizierung der wichtigsten Saatgutsysteme und -produktionsmodelle, führt wirtschaftliche Analysen durch und bildet Forschende in der partizipativen Sortenwahl aus.

Bessere Lebensbedingungen in den Trockengebieten von Djibouti und Somalia

Ziel des Projekts ist es, die Lebensbedingungen von pastoralen und agro-pastoralen Gemeinschaften zu verbessern. Zu diesem Zweck soll die Produktivität durch die Einführung verbesserter Technologien für die Landwirtschaft sowie durch die nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser, Wasserscheiden, Weideflächen und kleinen Wiederkäuern gesteigert werden. Das Projekt führt die BFH-HAFL zusammen mit TRANSTEC und Tierärzte ohne Grenzen durch.

Analyse der Bananen-Wertschöpfungskette in der Dominikanischen Republik

Die Agrinatura Value Chain Analysis for Development (VCA4D) ist ein vierjähriges Projekt, das von der EU-Delegation DEVCO finanziert wird. Ziel ist es, verschiedene Wertschöpfungsketten in Entwicklungsländern zu analysieren, um evidenzbasierte Informationen zu sammeln und den politischen Dialog zu verbessern. Es untersucht Wertschöpfungsketten aus ökonomischer, ökologischer und sozialer Sicht. Die BFH-HAFL (Dr. Ingrid Fromm) leitet das Team und wurde mit der Analyse der Bananen-Wertschöpfungskette in der Dominikanischen Republik beauftragt.

Regionales Biotrade-Projekt Südostasien (Vietnam, Laos und Myanmar)

Das Projekt unterstützt die Erhaltung der Biodiversität durch nachhaltigen Handel mit natürlichen Rohstoffen. Die Wettbewerbsfähigkeit der lokalen Exporteure/Produzenten soll erhöht und die Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung verbessert werden. Zudem soll das Supply Chain Management ausgewählter Biodiversitätsprodukte gemäss den Prinzipien und Kriterien von BioTrade gestärkt und der gerechte Zugang und der Vorteilsausgleich gefördert werden.

Natürliches Ressourcenmanagement in Bergregionen, Afghanistan

Die Studie schafft eine Grundlage für zukünftige kontextsensitive Strategien im Bereich natürliches Ressourcenmanagement und ländliche Entwicklung. Diese Strategien können zu mehr Ernährungssicherheit und einer nachhaltigeren Existenzgrundlage für Bäuerinnen und Bauern in Rustaq und in anderen Bergregionen Afghanistans und Zentralasiens beitragen.

Jugendliche und Landwirtschaft in Trockengebieten

Immer weniger Junge wollen in der Landwirtschaft arbeiten oder eine Karriere in der landwirtschaftlichen Entwicklung starten. Dieses abnehmende Interesse hat zu einem überalterten System geführt. Zwar ist die Wichtigkeit des Engagements junger Menschen in der Landwirtschaft unbestritten. Trotzdem gibt es bis heute keinen zusammenhängenden Ansatz, wie dies erreicht werden könnte. Auch bleiben bisherige Bemühungen bruchstückhaft – besonders in Trockengebieten. Ziel der Projektstudie ist, die Standpunkte, Realitäten und Ansprüche der Jugendlichen sowie die Herausforderungen gegenüber der Landwirtschaft zu erfassen. Auf dieser Basis lassen sich anschliessend geeignete Strategien, Methoden und Programme entwickeln.

Bildung für Entwicklung (EFORD)

Dieses Projekt fördert die Zusammenarbeit von Wissenschafts- und Forschungsinstitutionen in der Schweiz (Swisspeace, Universität Basel und BFH-HAFL), Palästina, dem Südsudan und der Elfenbeinküste im Bereich von drei Hauptthemen: Konflikte und Friedensförderung, Gesundheit sowie natürliche Ressourcen. Es leistet so einen Beitrag zur Realisierung der globalen Nachhaltigkeitsziele der UNO (Sustainable Development Goals SDGs).

Unterstützung bei der Reform von land- und forstwirtschaftlichen Colleges in Laos (SURAFCO)

Das Projekt begleitet die fünf land- und forstwirtschaftlichen Colleges in Laos durch den Curriculum-Entwicklungs-Prozess. Ziel ist es, das neue Curriculum so auszugestalten, dass die Studierenden im Zentrum der Ausbildung stehen und ihre Kompetenzen umfassend und praxisorientiert gefördert werden. Im Projekt arbeiten das Ministry of Agriculture (MAF), HELVETAS Swiss Intercooperation und die BFH-HAFL zusammen.

Berufsbildungsentwicklung in der Region Syunik, Armenien

Entwicklung einer arbeitsmarktorientierten Berufsbildung in der Region von Syunik zur Verbesserung des Einkommens von Kleinbauern in der Wertschöpfungskette von Milch und Fleisch. Die BFH-HAFL unterstützt zwei Berufsfachschulen in Goris und Sisian bei der Entwicklung und Umsetzung des neuen Schullehrplans für Fachleute der Milchverarbeitung und Tiergesundheit sowie der Verbesserung ihrer Beratungsdienstleistungen.

Erkenntnisse aus der Forschungszusammenarbeit im Rahmen der ISCB Phase IV

Die Studie dokumentiert, analysiert und evaluiert die Forschungszusammenarbeit in Phase IV (2013-2017) der indisch-schweizerischen Zusammenarbeit in der Biotechnologie (ISCB). Sie zeigt, wie zukünftige Forschungszusammenarbeit wirkungsorientiert gestaltet werden kann und wirft ein neues Licht auf die Schnittstelle von Forschungs- und Entwicklungszusammenarbeit.

Unterstützung bei der finanziellen und wirtschaftlichen Analyse von DEZA-Projekten

Im Auftrag der DEZA unterstützt die BFH-HAFL alle Länderbüros und Durchführungspartner bei der Erstellung von Kosten-Nutzen-Analysen (CBA) oder Kosten-Effektivitäts-Analysen (CEA) von Entwicklungsprojekten. Das Mandat umfasste auch die Erstellung eines «How-to Note on CBA and CEA» sowie eines E-Learning-Tools zu CBA and CEA. Dieses Tool wurde als zusätzliches Modul des interaktiven Tools Project Cycle Management (PCMi) der DEZA entwickelt.

Indo-Swiss Collaboration in Biotechnology – Abschlussphase

Für die Abschlussphase des Programms Indo-Swiss Collaboration in Biotechnology (ISCB) wurde die Programmleitung von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) an die BFH-HAFL verschoben. In der zweijährigen Phase übernimmt diese eine unterstützende Rolle. Die meisten der bisherigen Managementaufgaben wurden an die Technology Advancement Unit (TAU) in Neu-Delhi, Indien, übertragen.

Entwicklung Kooperationsstrategie 2017-2020 der DEZA in Burkina Faso

In diesem DEZA-Mandat in Burkina Faso unterstützte die BFH-HAFL zuerst die Coopération Suisse in der Entwicklung ihrer neuen Strategie. In einer zweiten Phase trug sie zur Ausarbeitung einer detaillierteren Strategie in der lokalen Entwicklung bei (mit Verbindungen zwischen städtischen und ländlichen Gebieten): Der Schwerpunkt lag auf der Unternehmensentwicklung, der Beschäftigung von Jungen und Frauen sowie der land-, forst- und weidewirtschaftlichen Wertschöpfung.

Team

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Die meisten Mitarbeitenden des Forschungsfeldes Internationale Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung befassen sich mit Themen des Projektmanagements. Besonders involviert sind:

Kontakt

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Leiter Internationale Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung

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