Konsumentenverhalten

Wenn Sie die Konsument*innen verstehen und Ihre Aktivitäten darauf ausrichten, werden Sie Ihre Lebensmittel-Produkte erfolgsversprechend vermarkten können.

Die Konsument*innen stehen am Ende der Wertschöpfungskette. Um Lebensmittel-Produkte und Dienstleistungen erfolgreich vermarkten zu können, müssen sie aber von Anfang an miteinbezogen werden. Wir ergründen die Motive, Bedürfnisse und Verhaltensweisen von Konsument*innen spezifisch für Ihre Produktkategorie und empfehlen Ihnen, wie Sie dieses Wissen gewinnbringend einsetzen können. Dabei arbeiten wir praxisrelevant und anwendungsorientiert.

Kompetenzen

Konsumentenbefragungen

  • Fragebogenentwicklung, Durchführung von Umfragen, statistische Auswertung der Daten
  • Landesweite Umfragen und experimentelle Studien
  • Online-Umfragen mit eigenem landesweiten und/oder regionalem Panel
  • Qualitative Interviews mit Konsument*innen und Expert*innen sowie Fokusgruppen mit Leitfaden, Transkripten und Auswertung

Methoden

  • Quantitative Forschungsmethoden wie Segmentierungen, Treiberanalysen, experimentelle Designs
  • Qualitative Forschungsmethoden wie Interviews und Fokusgruppen

Projekte

Laufende Projekte

Wir erforschen im Projekt das Konsument*innenverhalten für die Entwicklung strategischer Massnahmen für nachhaltige Ernährungsgewohnheiten in der Schweiz und Vietnam. Dies erfordert ein umfassendes Wissen über Hindernisse und Motivatoren, die mit einer Verhaltensänderung im Hinblick auf einen nachhaltigen Konsum verbunden sind. Themen dabei sind die Reduktion des Fleischkonsums und der Lebensmittelabfälle sowie der Konsum von Fleischalternativen, wie beispielsweise Insekten. Das Projekt wird gemeinsam mit der Vietnam National University of Agriculture durchgeführt. 

Laufzeit: 2021–2024

In diesem Projekt quantifizieren wir zum einen die Lebensmittelflüsse im Ernährungssystem der Stadt Bern und schätzen die Anteile an regional und/oder nachhaltig produzierten Lebensmitteln ab. Des Weiteren werden die Food Waste-Flüsse auf Ebene der Absatzkanäle des städtischen Ernährungssystems abgeschätzt und das Produktionspotenzial der regionalen Landwirtschaft unter der aktuellen sowie einer standortangepassten Produktionsintensität modelliert. Zum anderen entwickeln wir partizipativ mit den Berner*innen Strategien und Handlungsempfehlungen für ein nachhaltigeres Ernährungssystem in Bern, welches die Regenerationsfähigkeit der natürlichen Ressourcen gewährleistet. Insbesondere erarbeiten wir Lösungsstrategien, um auch Haushalten mit tieferem Einkommen den Zugang zu nachhaltigen und gesunden Lebensmitteln aus der Region zu ermöglichen. Das Projekt ist ein Kooperationsprojekt mit dem Centre for Development and Environment (CDE) der Universität Bern und dem Berner Amt für Umweltschutz. 

Laufzeit: 2022–2024

Ein nachhaltiger Lebensstil innerhalb der natürlichen Ressourcengrenzen in den Handlungsfeldern Wohnen und Ernährung ist nicht für alle Städter*innen gleichermassen umsetzbar. Für einen Strukturwandel sehen wir daher soziale Nischeninnovationen, wie Urbane Dörfer, die ihre Lebensformen selbst gestalten und nachhaltig leben wollen, als unabdingbar. Im Urban Future Lab Webergut Zollikofen wollen wir ko-kreativ ein gutes Leben innerhalb eines Konsumkorridors erforschen, der einen «One-Planet-Lifestyle» ermöglicht. Das Projekt ist eine Kollaboration mit der BFH-AHB, den Urbanen Dörfern und der Berner Bio-Offensive. Mit zusätzlicher finanzieller Unterstützung durch das Bundesamt für Raumentwicklung ARE.

Laufzeit: 2021–2022

Molke als Nebenprodukt der Käseherstellung hat für den Menschen einen hohen physiologischen Nährwert, wird in der Schweiz aber zur Hauptsache in der Tierfütterung eingesetzt. In diesem Projekt erforschen wir die lokalen Marktstrukturen um kleine und mittlere Käsereien und Molkereien in der Schweiz und analysieren notwendige Voraussetzungen, um Molkeprodukte in lokalen Wertschöpfungsketten für die direkte menschliche Ernährung abzusetzen. Des Weiteren quantifizieren wir die Effekte einer direkten Verwertung von Molkeprodukten in der menschlichen Ernährung für die Nachhaltigkeit. Das Projekt ist eine Kollaboration mit BFH-TI.

Laufzeit: 2021–2022

Abgeschlossene Projekte und Publikationen

Die technologiegetriebene Forschung im Lebensmittelbereich beschäftigt sich aktuell stark mit den Möglichkeiten Lebensmittel dreidimensional zu drucken. Gleichzeitig ist wenig darüber bekannt, was die Haltung der Konsumentinnen und Konsumenten ist. Im Kontext, dass in der Schweiz eine Präferenz für naturbelassene Produkte besteht, drängt sich diese Frage umso mehr auf. Unter welchen Umständen entscheiden sich bestimmte Konsumenten für gedruckte Produkte? Wie korreliert dies mit ihrem Interesse an und ihrem Wissen über Lebensmittel? Liegt das grösste Potenzial bei individualisierten Lebensmitteln und wie stellen sich die Konsumentinnen und Konsumenten das vor? Um die Akzeptanz dieser neuen Technologie in der Bevölkerung zu eruieren, führen wir in diesem Projekt eine umfassende, landesweite Umfrage sowie Konsumentendegustationen durch.
Projektleitung: Thomas Brunner, Mathilde Delley, Christoph Denkel

Rund ein Drittel aller Lebensmittel gehen irgendwo auf dem Weg vom Acker bis zum Teller verloren; die Hälfte davon in den privaten Haushalten. Neben der ethischen Dimension dieses Problems trägt dieser Verlust auch signifikant zur Umweltbelastung bei. In diesem Projekt untersuchen wir, wie Konsumentinnen und Konsumenten mit der Problematik umgehen, welche Typen in Bezug auf Food Waste es gibt und wie man diese Segmente spezifisch ansprechen kann, um möglichst effizient die Menge an verschwendeten Lebensmitteln einzudämmen.
Projektleitung: Thomas Brunner, Mathilde Delley

Insekten werden als Lebensmittel der Zukunft gehandelt. Wie sieht es mit der Akzeptanz in der Schweizer Bevölkerung aus? Mit welchen Argumenten könnte man Konsumenten gewinnen und welches Segment ist dafür am offensten? Diese und weitere Fragen werden mit einer umfassenden Umfrage in der Deutsch- und Westschweiz beantwortet und mit Degustations-Experimenten weiter analysiert. 

Fast ein Drittel der Umweltbelastung, die der Konsum verursacht, ist laut Bundesamt für Umwelt auf den Nahrungsmittelbereich zurückzuführen. Konsumierende, die nachhaltig leben wollen, versuchen dem entgegenzuwirken. Dabei haben sie eine genaue Vorstellung davon, was unter einer nachhaltigen Ernährung zu verstehen ist. Die Dissertation «Nachhaltiger Konsum und Lebensstile in der Schweiz - Eine soziologische Betrachtung individueller Selbstwahrnehmung des Lifestyle of Health and Sustainability» analysiert diese Vorstellungen, das Handeln der Konsumierenden sowie Barrieren und Widersprüche, mit denen sie sich konfrontiert sehen. Sie ist im Peter Lang Verlag erschienen.

Ein Müsli ist gesünder als ein Croissant. Das wissen die meisten Menschen, denn das Wissen über gesunde Ernährung ist gross. Dennoch entscheiden sich tagtäglich viele für weniger gesunde Nahrungsmittel, denn das Essverhalten wird nur zu einem kleinen Teil von Wissen beeinflusst, zu einem grösseren Teil von Reizen in der Umwelt. Das Projekt versucht einerseits, solche Reize zu identifizieren und zeigt, wie Aktivierungen von Gesundheitsmotiven zu einer vermehrten Wahl von gesunden Nahrungsmitteln führen können.

  • Schätzung von Nachfrageelastizitäten für verschiedene Lebensmittel (Bundesamt für Landwirtschaft)

  • Better Taste! Less waste. Methodology development: Food acceptance, food intake and plate waste. A pilot study in Swiss school canteens.

  • Säuelen, böckelen, gräselen: Wie entstehen Fehlaromen im Fleisch und wie lassen sie sich vermeiden?

  • Die schmackhafte, gesunde und nachhaltige Alternative zu Fleisch

  • Konsum bezüglich landwirtschaftlicher Produkte (Bundesamt für Landwirtschaft)

  • Förderung der regionalen Produkte in der Gemeinschaftsgastronomie – Analyse der Beschaffungs- und Logistikstruktur in der Gemeinschaftsgastronomie für regionale Lebensmittel im Kanton Aargau

  • Agrifood & Tourismus Grindelwald/Schweiz

  • Entwicklung eines Food Lexikons der tamilischen Lebensmittel und Getränke

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