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Vielfältiges Vogeldorf

03.06.2026 Im Vogeldorf Alchenstorf soll der seltene Steinkauz wieder heimisch werden – getragen von einem Dorf, das gemeinsam für mehr Vogelvielfalt einsteht.

Auf ihn möchten alle einmal ein Auge oder den Feldstecher richten: auf den seltenen Steinkauz, der als «Totenvogel» schaurig in die Nacht ruft.

Seit den 1950er-Jahren hat sein Bestand stark abgenommen – wegen intensiver Landwirtschaft, fehlender Nistmöglichkeiten und Strukturen wie Obstbäumen. Die kleine Eule ist mit dem Eisvogel als gewünschte Art gelistet, die man im Vogeldorf Alchenstorf im Berner Mittelland bald zu finden hofft.

In guter Gesellschaft von Feldlerche, Gartenrotschwanz, Neuntöter, Distelfink, Grünfink und Wasseramsel. Diese acht Arten wurden im Projekt «Vogeldorf Alchenstorf» der BFH-HAFL für die Förderung der Vogelvielfalt bestimmt.

Zusammen mit dem Berner Bauernverband, Birdlife Schweiz, BAFU, der Dorfschule Alchenstorf und dem neu gegründeten Verein «Vogeldorf Alchenstorf» wollte die BFH-HAFL die Artenvielfalt in der Landwirtschaft und im Siedlungsgebiet an ausgewählten Vogelarten fördern.

Der seltene Steinkauz gilt als Zielart im Vogeldorf Alchenstorf, wo neue Lebensräume geschaffen werden.
Der seltene Steinkauz gilt als Zielart im Vogeldorf Alchenstorf, wo neue Lebensräume geschaffen werden.

Lanciert wurde das Projekt 2020 durch die BFH-HAFL-Agrarökologen Dominik Füglistaller und Hans Ramseier. Sie wollten etwas gegen die schwindende Biodiversität tun; trotz nationaler Strategie zur Förderung der Biodiversität 2012 und folgenden Aktionsplans bleibt die Situation gemäss BAFU unbefriedigend.

Der Bericht «Biodiversität in der Schweiz» von 2023 zeigt, dass sich etwa die Lage der gefährdeten Arten kaum verbessert hat. «Oft steht nur die Landwirtschaft am Pranger», so Dominik Füglistaller, «doch sie ist engagierter als früher. Vögel stehen auch durch Siedlungen unter Druck: versiegelte Böden, Pestizide, monotone Gärten.»

Die Ergebnisse aus Alchenstorf: «Die Hälfte der extensiv genutzten Wiesen war wenig wertvoll für einheimische Brutvögel, Privatgärten erreichten nur 27 Prozent Vogelfreundlichkeit.»

Den Agrarökologen war klar: Will man etwas ändern, müssen alle mit ins Boot. Landwirtinnen und Landwirte lernten die Bedürfnisse der Zielarten kennen, Bewohnerinnen und Bewohner wurden motiviert, ihre Gärten aufzuwerten. Der Verein weckte Begeisterung – und die Dorfschule schuf eine Hecke als Refugium für Vögel.

In der zweiten Phase, unterstützt durch die Stiftung Pro Artenvielfalt, laufen in Alchenstorf die Aufwertungen weiter. Eine ornithologische Beurteilung wird zeigen, ob die Massnahmen wirken.

Bachelorabsolvent Fabrice Hardegger untersuchte zudem, wie man den Steinkauz gezielt fördern kann: Bewährt seien Nisthilfen und vielfältige Strukturen. Ist der Steinkauz dann einmal da, könne man mit gezieltem Mähen die Vegetation kurzrasig und lückig halten. Dann kann die kleine Eule geschützt am Boden nach Mäusen jagen.

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