Premiere für HAFL-Alumna 

12.01.2023 Master in Life Sciences-Absolventin Laura Kuonen hat ihren ersten «peer-reviewed» Artikel veröffentlicht. Sie spricht über den Inhalt ihrer Arbeit, den Publikationsprozess und ihre aktuellen Projekte.

Während ihrer Masterarbeit in Bolivien halfen internationale Studierende und Freiwillige Laura (ganz rechts) bei der Vorbereitung und Bepflanzung der Zwiebelfelder.
Während ihrer Masterarbeit in Bolivien halfen internationale Studierende und Freiwillige Laura (ganz rechts) bei der Vorbereitung und Bepflanzung der Zwiebelfelder.


Ihre Publikation unterstreiche die positiven Auswirkungen von Mulchen auf die Maisernte in den Tropen, sagt die ehemalige BFH-HAFL-Studentin Laura Kuonen. Die Arbeit mit dem Titel «Mulching on family maize farms in the tropics: A systematic review», die sie gemeinsam mit ihrer Betreuerin Lindsey Norgrove verfasst hat, veranschaulicht die vielfältigen Faktoren, die sich auf die Produktion des weltweit am häufigsten angebauten Getreides auswirken. 

Die in der Zeitschrift «Current Research in Environmental Sustainability» veröffentlichte Studie trägt die Ergebnisse von 50 Artikeln über Experimente in Asien, der Pazifikregion, Afrika, Lateinamerika und der Karibik zusammen und bestätigt, dass Mulchen, also unverrottetes organisches Material, mit dem der Boden bedeckt wird, den Kornertrag und die Biomasse erhöht, insbesondere auf Böden mit geringer Fruchtbarkeit und in Gebieten mit geringeren Niederschlägen.

«Etwas Originelles»

Inspiriert fürs Thema wurde die Alumna von einem der Studienmodule über wissenschaftliches Schreiben. Obwohl die Arbeit nicht direkt mit ihrer Masterthesis über Mulchen-Einsatz in Bolivien zu tun hat, habe die Abschlussarbeit ihr Fachwissen ergänzt, sagt Kuonen. 

Die Festlegung des Themas und die Durchführung der zusätzlichen Recherchen seien herausfordernd gewesen, ergänzt sie. «Es war schwierig, ein gutes und nützliches Thema zu finden, etwas Originelles, das neue Forschungsmöglichkeiten bietet. Das hat denn auch einige Zeit gedauert. Ich führte einige vorläufige Literaturrecherchen durch, danach beschloss ich gemeinsam mit Lindsey, dass wir uns auf den Einsatz von Mulchen im Maisanbau in den Tropen konzentrieren wollen.»  

Für ihre Masterthesis führte Kuonen einen Feldversuch in Bolivien sowie eine systematische Literaturrecherche, um das Potenzial von organischem Mulchmaterial zur Verbesserung des Zwiebelwachstums zu untersuchen. «Dieses Hintergrundwissen hat mir bei der neuen Arbeit sehr geholfen.»
 

Laura hat sich in Bolivien im Pflügen versucht, aber auf ihrem Bauernhof in der Schweiz braucht sie derzeit keine grossen Maschinen. "Das meiste auf diesem Feld hat der Bauer gemacht - ich habe nur eine Linie gepflügt und viele Fotos gemacht", scherzt sie. "Es war ziemlich anstrengend, weil man den Pflug in den Boden schieben musste, um die richtige Tiefe zu erreichen. Wo ich jetzt wohne, haben wir hauptsächlich Weintrauben, die wir (noch) nicht pflügen. Auch die Gemüsefelder werden nicht gepflügt - wir machen alles von Hand und lockern den Boden nur mit einem Werkzeug, das sich Grelinette" nennt. In Zukunft würden wir gerne Pferde für die Bodenbearbeitung in den Weinbergen einsetzen.
Laura versuchte sich in Bolivien im Pflügen, aber auf ihrem Hof in der Schweiz setzt sie derzeit keine grossen Maschinen ein.


Laura hat einen Bachelor of Science in Internationaler Landwirtschaft und schloss 2020 ihren Master (MSc) in Life Sciences in Agricultural Science mit dem Schwerpunkt nachhaltige Produktionssysteme ab. 

Es ist ihr erster «peer-reviewed», also von Experten begutachteter, Artikel in einer Fachzeitschrift. Sie habe den Publikationsprozess «genossen», sagt sie. «Doch er ist langwierig, das ist klar. Mein Rat an Studierende wäre, die Zeitschrift mit Bedacht zu wählen, genügend Zeit für den Begutachtungsprozess einzuplanen und sich von den Rückmeldungen und Korrekturen nicht entmutigen zu lassen.»

Der Peer-Review-Prozess dauerte mehrere Monate. «Als es dann endlich soweit war, mussten wir ein paar Dinge anpassen und unseren Ansatz rechtfertigen. Das ist ein ziemlich langer und manchmal auch nervenaufreibender Prozess, aber am Ende verbessert er die Arbeit.» 

Laura Kuonen ist heute Co-Direktorin eines kleinen botanischen Gartens, der sich auf die Erhaltung alter Walliser Getreide- und Gemüsesorten konzentriert. «Wir tun dies, indem wir Forschungs- und Bildungsprojekte durchführen, traditionelle Erhaltungsarbeiten durchführen und öffentliche Besichtigungen des Gartens anbieten», erklärt sie. 

Daneben betreibt sie mit ihrem Partner einen kleinen Bauernhof. «Wir haben ein diversifiziertes Produktionssystem mit Reben, Gemüse, Obst und einigen Tieren. Unser Hauptprodukt ist Verjus, der Saft grüner Trauben, der oft in der Haute Cuisine oder von Menschen mit Histaminintoleranz verwendet wird.»
 

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