Diplomfeier BFH-HAFL: Das sind Absolvent*innen von 2026

Was Teams auf SAC-Hütten in Sachen Nachhaltigkeit voneinander lernen können und welche Kartoffelsorte für die Herstellung von Chips Zukunft hat: Eine Auswahl von Abschlussarbeiten zeigt, wie praxisnah die Absolventinnen und Absolventen der BFH-HAFL arbeiten.

Porträts von Bachelor-Absolvent*innen

Diplomfeier BFH-HAFL 2026


 

Pablo Erbetta — BSc in Waldwissenschaften

 Pablo Erbetta

Pablo Erbetta hat eine KI-Methode entwickelt, um Dokumente zu Urban Forestry zu analysieren. 

Warum haben Sie sich für ein Studium an der BFH-HAFL entschieden?

Die HAFL bietet eine der wenigen höheren Ausbildungen im Bereich Forstwirtschaft in der Schweiz an. Besonders angesprochen hat mich der zweisprachige und praxisorientierte Ansatz des HAFL-Studiengangs. Die Zweisprachigkeit im Rahmen des Studiums könnte zwar noch verbessert werden – ich musste viel Deutsch lernen, um im Studium zu bestehen. Aber das ist ein enormer Mehrwert für mich, denn ich werde nicht nur bald meinen Abschluss als Forstingenieur machen, sondern bin auch in der Lage, in der gesamten Schweiz zu arbeiten. Das eröffnet mir Perspektiven, die ich mir nie hätte vorstellen können.

Worum geht es bei Ihrer Bachelorarbeit?

In meiner Bachelorarbeit habe ich untersucht, wie Urban Forestry in politischen Strategien und Planungen berücksichtigt wird. Dafür habe ich sehr viele Dokumente aus verschiedenen politischen Ebenen und Bereichen analysiert. Für die Analyse dieser Unterlagen habe ich, basiert auf verschiedenen Untersuchungen, eine KI-gestützte Methode entwickelt und diese im Verlauf der Arbeit schrittweise verbessert. Auf Grundlage der Ergebnisse zeige ich der Zustand der Integration und positive Fallbeispiele auf. Ich entwickle auch Vorschläge für Fälle, wo die Einbindung der Urban Forestry in Politik und Planung noch verbessern sollte.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Im Oktober werde ich die Schweiz verlassen. Ich werde einen Job als Verwaltungseiter im Forstbetrieb in Gabun antreten. Direkt nach dem Studium eine solche Stelle zu finden, hätte ich mir nie erträumt. Ich werde meine Komfortzone verlassen und das Wissen und die Konzepte anwenden dürfen, die ich während des Studiums erworben habe. Ich bin mir sicher, dass mir dieser Job fantastische Zukunftsaussichten in der Forstwirtschaft ermöglichen wird.

 

Nadine Ineichen — BSc in Lebensmittelwissenschaften

Nadine Ineichen

Nadine Ineichen hat untersucht, wie sich ein Milchprotein durch eine Mikroalge ersetzen lässt. 

Worum geht es bei Ihrer Bachelorarbeit?

Meine Bachelorarbeit ist im Bereich Hybrid Food Design angesiedelt. Ich habe untersucht, wie sich ein Teil des Milchproteins Casein durch Biomasse der Mikroalge Chlorella vulgaris ersetzen lässt. Dabei habe ich analysiert, wie unterschiedliche Mischungsverhältnisse und Prozessbedingungen die Gelbildung sowie die Eigenschaften der entstehenden Gele beeinflussen. Beispielsweise ihre Festigkeit und Flüssigkeitsabgabe.

Warum haben Sie sich für ein Studium an der BFH-HAFL entschieden?

Ich bringe mit meiner Ausbildung als Drogistin und der Berufsmaturität im Bereich Gesundheit und Soziales schon einen gesundheitlichen Hintergrund mit. Lebensmittel, Ernährung und Gesundheit haben mich deshalb schon länger interessiert. Am Studium Lebensmittelwissenschaften an der HAFL hat mich besonders der interdisziplinäre Aufbau angesprochen. Von Mikrobiologie und Lebensmitteltechnologie über Ernährung bis hin zu Marketing, Wirtschaft und Leadership. Genau diese Verbindung aus Wissenschaft, Praxis und wirtschaftlichem Verständnis fand ich spannend.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Ich bleibe vorerst an der HAFL: Im Anschluss an den Bachelor beginne ich den Masterstudiengang Food, Nutrition and Health. Damit möchte ich mein Wissen an der Schnittstelle zwischen Lebensmittelwissenschaften, Ernährung und Gesundheit weiter vertiefen.

 

Pascal Studer — BSc in Agronomie

Pascal Studer

Pascal Studer hat die Baukosten von Milchviehställen analysiert. 

Warum haben Sie sich für ein Studium an der HAFL entschieden?

Ich habe Landwirt gelernt und wollte danach noch eine weitere Ausbildung anschliessen. Infrage kamen die Betriebsleiterschule, die Technikerschule oder das Agronomiestudium mit Vertiefung Agrarwirtschaft. Meine Eltern sind noch recht jung und übergeben mir den Hof noch nicht in nächster Zukunft. Deshalb hatte ich Zeit, um diese Ausbildung zu machen. Ich erachte das Studium als sehr wertvoll, vor allem wegen des Netzwerks, das ich mir in den drei Jahren aufbauen konnte. Die Branche ist sehr klein – wenn man also ein paar Leute kennt, kann man gut voneinander profitieren.

Woran arbeiten Sie in Ihrer Abschlussarbeit?

Ich habe Baukosten (Gestehungskosten) von Milchviehställen in der Schweiz erhoben und analysiert, welche Faktoren dazu führen, dass ein Stall teuer oder günstiger gebaut werden konnte.

Wohin zieht es Sie nach dem Studium?

Ich werde zu 80 % als Lehrer und Berater in einer landwirtschaftlichen Berufsschule arbeiten und daneben auf dem elterlichen Betrieb tätig sein.

 

Porträts von Master-Absolvent*innen

Diplomfeier BFH-HAFL 2026


 

Chantal Bossi — MSc in Life Sciences – Vertiefung Regionalmanagement in Gebirgsräumen (Alpenmaster)

Chantal Bossi

Chantal Bossi hat in ihrer Master-Thesis Videos produziert, in denen nachhaltige Praktiken in SAC-Hütten aufgezeigt werden. 

Warum haben Sie sich für ein Studium an der BFH-HAFL entschieden?

Mein Herz schlägt für die Berge – deshalb war für mich schnell klar, dass ich mich auf Berggebiete spezialisieren möchte. Die Vertiefung «Regionalmanagement im Berggebiet» hat mir ermöglicht, die vielfältigen Themen im Zusammenhang mit Berggebieten praxisnah und anhand konkreter Beispiele kennenzulernen.

Was ist das Thema Ihrer Masterarbeit?

In meiner Masterarbeit habe ich am Beispiel der Berghütten des Schweizer Alpen-Clubs untersucht, wie erfolgreiche nachhaltige Praktiken sichtbar gemacht und an andere Hütten vermittelt werden können. Dafür habe ich sogenannte Social Learning Videos produziert – eine transdisziplinäre Methode, bei der Forschende und Praxisakteur*innen gemeinsam Wissen entwickeln und weitergeben. Besonders geschätzt habe ich den Praxisbezug meiner Arbeit und dass daraus mit den Videos ein konkretes Produkt entstanden ist, das über meine Masterarbeit hinaus genutzt werden kann.

Was sind Ihre Zukunftspläne?

Bereits während des Studiums konnte ich beim Schweizer Alpen-Club wertvolle Arbeitserfahrung sammeln. Umso mehr freue ich mich, seit meinem Abschluss dort Vollzeit zu arbeiten. Mein Ziel ist es, den Alpenraum nachhaltig mitzugestalten: durch die Förderung eines nachhaltigen Bergsports, eines zukunftsfähigen Hüttenbetriebs sowie durch die Sensibilisierung für einen verantwortungsvollen Umgang mit unserer Bergwelt.

 

Gabriel François Dessiex — MSc in Life Sciences – Vertiefung Agrarwissenschaften

Gabriel François Dessiex

Gabriel François Dessiex hat für seine Master-Thesis Hunderte von Kartoffelchips hergestellt.

Warum haben Sie sich für ein Studium an der BFH-HAFL entschieden?

Ich habe bereits den Bachelor in Agrarwissenschaft an der BFH-HAFL absolviert. Dieser Bachelor hat mir aufgrund seines praxisorientierten Ansatzes gut gefallen. Nach einem Jahr Pause vom Studium kehrte ich für den Master an die BFH-HAFL zurück, da mich die Welt der angewandten Agrarforschung interessiert. Ich wollte weiterhin neue Konzepte erlernen. Den Masterstudiengang habe ich parallel zu einem Arbeitsvertrag als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HAFL absolviert.

Was ist das Thema Ihrer Masterarbeit?

Meine Abschlussarbeit handelt von einer bakteriellen Kartoffelkrankheit, die durch die Zikade übertragen wird. Die Krankheit führt dazu, dass sich Kartoffelchips beim Frittieren verfärben. Ich habe die Reaktion verschiedener Sorten auf das betreffende Bakterium untersucht. Nachdem ich eine Kultur eine ganze Saison lang beobachtet, Hunderte von Kartoffelchips hergestellt und Tausende von PCR-Tests durchgeführt hatte, konnte ich gewisse Unterschiede feststellen. Meine Schlussfolgerungen (die Teil eines gross angelegten Projekts sind) können die Sortenwahl der Produzent*innen in Regionen beeinflussen, in denen die Zikade vorkommt.

Was sind Ihre Zukunftspläne? 

Ich bleibe in der Welt der Kartoffel. Für die nächsten drei bis vier Jahre werde ich als Doktorand die Entwicklung der Krautfäule-Populationen untersuchen. Dabei analysieren wir, wie stark verschiedene Schweizer Erregerstämme Pflanzen befallen und wie gut sie auf Pflanzenschutzmittel reagieren. Die Ergebnisse helfen dabei, geeignete Kartoffelsorten auszuwählen und Behandlungsstrategien gezielt weiterzuentwickeln. Das Projekt erfolgt in Zusammenarbeit mit der BFH-HAFL, Agroscope und dem FiBL.

 

Nia Stephens-Metcalfe — MSc in Life Sciences – Vertiefung Food, Nutrition and Health

Nia Stephens-Metcalfe

Nia Stephens-Metcalfe hat sich in ihrer Masterarbeit mit Unterrichtsmaterialien zu nachhaltiger Ernährung auseinandergesetzt. 

Warum haben Sie sich für ein Studium an der BFH-HAFL entschieden?

Nach meinem Bachelor-Abschluss in Ernährung und Diätetik war mir klar, dass ich langfristig nicht in einem Krankenhaus arbeiten wollte. Ich habe mich für den Masterstudiengang "Food, Nutrition and Health" entschieden, um mich zu befähigen, um professionell an der Forschung mitzuwirken und diese zu leiten. Mein Forschungspraktikum an der HAFL war unglaublich erfüllend: Ich fand es toll, tiefer in die Komplexität der menschlichen Ernährung einzutauchen und mehr über Forschungsmethoden zu lernen.

Worum geht es bei Ihrer Masterarbeit?

Ich habe eine Mixed-Methods-Studie zu einem neuen Lehrplan durchgeführt, der entwickelt wurde, um Grundschüler*innen nachhaltige Ernährung näherzubringen. Dabei habe ich untersucht, wie das Programm von den Lehrkräften wahrgenommen wurde, die das Pilotprojekt durchgeführt haben, sowie von Expert*innen, die die Möglichkeit hatten, einige der Unterrichtsmaterialien zu begutachten und zu diskutieren. Aktuell arbeite ich mit dem Team zusammen, das den Lehrplan entwickelt hat, um die Ergebnisse für einen Zeitschriftenartikel zusammenzufassen.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Was meine nächsten Schritte angeht, bin ich offen für alles. Ich suche eine Stelle, die Ernährungsforschung und Gesundheitskommunikation verbindet, idealerweise im Bereich der Ernährung und öffentlichen Gesundheit. Besonders interessiert bin ich an den Themen Nachhaltigkeit, pflanzliche Ernährung und Ernährung bei Stoffwechselerkrankungen. Aber die Schnittstelle zwischen Ernährung, Nahrungsmitteln und Gesundheit finde ich so faszinierend, dass ich eine Vielzahl von Stellen in diesem Bereich in Betracht ziehen würde.

 

Redaktion