STRAIN - Work-related stress among health professionals in Switzerland

STRAIN ist ein Teilprojekt der BFH im nationalen Projekt «Strategie gegen den Fachkräftemangel in den Gesundheitsberufen». Ziel ist, arbeitsbezogene Belastungsfaktoren von Gesundheitsfachpersonen zu erfassen und mittels Intervention langfristig zu reduzieren.

Steckbrief

  • Departement Gesundheit
  • Forschungsschwerpunkt Wirkungsorientierung und Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen
  • Forschungsfeld Fachkräfte - Entwicklung und Herausforderungen
  • Laufzeit (geplant) 01.11.2017 - 31.12.2020
  • Projektverantwortung Prof. Dr. Sabine Hahn
  • Projektleitung Karin Anne Peter

Ausgangslage

Der Fachkräftemangel im Schweizer Gesundheitswesen ist ein hochaktuelles Thema. Dieser Mangel entsteht zum einen durch die Alterung der Gesellschaft und daraus resultierend zu einer zunehmenden Nachfrage an Gesundheitsfachpersonen und zum anderen durch die damit verbundene Pensionierung des noch tätigen Gesundheitspersonals. Hinzu kommt die hohe Arbeitsbelastung in den Berufen, welche unterschiedlichem Ursprung sein kann. Als belastend können sich bspw. Umwelteinflüsse, wie Lärm und konstante Unruhe sowie die Arbeitsmenge und deren Inhalte, hohe quantitative Anforderungen unter Zeitdruck, auf das Personal auswirken. Hinzu kommen die Organisationsstrukturen, wie die Arbeitszeitenregelung und die Work-Life-Balance sowie das soziale Klima untereinander und zwischen den Hierarchiestufen. Des Weiteren spielt die persönliche Qualifikation eine wichtige Rolle. So fehlt es hoch ausgebildetem Personal teilweise an Entwicklungsmöglichkeiten.

Belastung am Arbeitsplatz kann sich negativ auf die Zufriedenheit des Personals und dessen persönliche körperliche und geistige Gesundheit auswirken.  

Ziele

Die Studie hat zum Ziel, Belastungen von Gesundheitsfachpersonen am Arbeitsplatz zu erfassen und langfristig zu reduzieren. Dadurch soll die Gesundheit sowie die Arbeitszufriedenheit von Schweizer Gesundheitsfachpersonen gefördert und die Attraktivität der Gesundheitsberufe gesteigert werden.

Vorgehen

Der in der Schweiz bestehende Mangel an Gesundheitsfachpersonen wird durch arbeitsbedingte Belastung zunehmend verstärkt. Erstmalig wird daher schweizweit eine randomisierte Interventionsstudie mit Kontrollgruppe im Längsschnittdesign von 2017 bis 2020 durchgeführt.

Projektaufbau

Die Studie wird schweizweit in den Bereichen Akutspitäler, Rehabilitationskliniken, psychiatrische Kliniken, spitalexterne Pflege sowie Langzeitpflege und -betreuung, in zufällig ausgewählten Organisationen (geographisch repräsentative Zufallsstichprobe) durchgeführt. In den teilnehmenden Organisationen wird die arbeitsbedingte Belastung der Mitarbeitenden aus der Pflege, den medizinisch – technisch – therapeutischen Berufen sowie der Ärzteschaft erhoben. Dies erfolgt über einen Online-Fragebogen an drei Messzeitpunkten über 4 Jahre. Der Fragebogen beinhaltet Themen, wie mögliche Auslöser für Stress, Stressreaktionen sowie die Langzeitfolgen. Diese Informationen werden mit den betrieblichen Kennzahlen (z. B. Krankheitsausfälle, Anzahl Ferientage usw.) ergänzt. In einzelnen teilnehmenden Organisationen wird zudem eine externe Beobachtung der Mitarbeitenden während eines Arbeitstages durchgeführt. Im Verlauf der Studie werden die Mitarbeitenden insgesamt drei Mal in einem Abstand von einem bis eineinhalb  Jahren befragt. Dies ermöglicht nicht nur eine einmalige Situationsaufnahme, sondern es können gleichbleibende und sich verändernde Belastungsfaktoren und daraus entstehende Langzeitfolgen für die Mitarbeitenden sowie für die Organisation aufgezeigt werden.

BFH-Gesundheit Forschungsprojekt STRAIN - Grafik Projektaufbau

Die erste Messung ist die Basiserhebung. Die daraus erhobenen Daten werden pro Organisation ausgewertet. Diejenigen Organisationen mit dem höchsten Optimierungspotential werden zufällig in zwei Gruppen (Interventions- und Kontrollgruppe) eingeteilt. Anschliessend erfolgt die erste Messung (vor der Intervention), dabei wird der IST-Zustand vor der Schulung und dem Coaching erfasst. Die Führungspersonen in der Interventionsgruppe erhalten eine Schulung zum Umgang mit Arbeitsbelastung (persönlich und für die Mitarbeitenden) als auch ein Coaching. Das Schulungsprogramm wird zuvor, auf Basis von Fokusgruppeninterviews und einer systematischen Literaturrecherche, entwickelt und beinhaltet evidenzbasierte und praxisbezogene Massnahmen zur Reduktion arbeitsbedingter Belastung bei Gesundheitsfachpersonen. An  der zweiten Messung wird der IST-Zustand nach der Schulung und dem Coaching erhoben. Die Werte der ersten und zweiten Messung werden miteinander verglichen um schliesslich den Effekt der Interventionen aufzeigen zu können.

Abschliessend erhalten alle teilnehmenden Organisationen einen Bericht, basierend auf den erhobenen Daten sowie eine für sie zugeschnittene Handlungsempfehlung zur Reduktion der Arbeitsbelastung.

Die Auswertungen der anonymisierten Daten mit entsprechenden Schlussfolgerungen werden von der Projektgruppe im Rahmen von Fachartikeln veröffentlicht. 

Projektteam

  • Prof. Dr. phil. hist. Andrea Gurtner; Dozentin Departement Wirtschaft, BFH
  • Prof. Dr. med. Albert Zeyer; Dozent BFH Gesundheit
  • Angela Blasimann, MSc Physiotherapie; Wissenschaftliche Mitarbeiterin, BFH Gesundheit
  • Caroline Gurtner, MSc in Nursing; Wissenschaftliche Mitarbeiterin, BFH Gesundheit
  • Christoph Golz, MSc in Nursing; Wissenschaftlicher Mitarbeiter, BFH Gesundheit
  • Fabienne Renggli, BScN; Wissenschaftliche Assistentin

  • Prof. Dr. Sabine Hahn, PhD, CNS; Gesamtprojektleitung «Strategie gegen den Fachkräftemangel in den Gesundheitsberufen» BFH Gesundheit

Projektpartner

  • Prof. Dr. Annie Oulevey Bachmann, PhD; HES-SO
  • Prof. Dr. Christian Voirol, PhD; HES-SO
  • Dr. Stefan Juerg Kunz, PhD; SUPSI
  • Prof. Dr. Veronique Haberey-Knuessi, PhD; HES-SO