Waldökonomisches Seminar und Wissenstransfer

Das Waldökonomische Seminar dient als Plattform für den Austausch waldökonomischen Wissens in der Schweiz.

Steckbrief

  • Departement Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL
  • Forschungsschwerpunkt Forschungsbereich Multifunktionales Waldmanagement
  • Forschungsfeld Forstliche Produktion
  • Laufzeit (geplant) 01.01.2014 - 30.11.2022
  • Projektverantwortung Bernhard Pauli
  • Projektleitung Alexandra Müller
  • Projektmitarbeitende Nadine Philippi
  • Mitwirkende Projektpartner öffentliche Hand Bundesamt für Umwelt BAFU
    Schweizerischer Forstverein

Das Waldökonomische Seminar soll:

Waldökonomischer Wissenstransfer

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus dem Waldökonomischen Seminar werden jeweils rund ein halbes Jahr später an einer Tagung, dem Waldökonomischen Wissenstransfer, einem breiten Zielpublikum vorgestellt und mit ihm diskutiert. Dadurch fliest das theoretische Wissen in die praktische Anwendung und Diskussion. Die Veranstaltung richtet sich an Mitarbeitende in kantonalen Forstdiensten, forstlichen Ingenieurbüros, Verbänden der Forst - und Holzwirtschaft, Forstbetriebsleiter/innen, Wissenschaftler/innen und Studierende der verschiedenen forstlichen Ausbildungsgänge.

Trägerschaft und Komitee

Scientific Committee

David Walker Interface Politikstudien Forschung Beratung GmbH
Matthias Biolley Vertretung Bundesamt für Umwelt BAFU
Bernhard Pauli

Vertretung Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL

Thomas
Knoke

Technische Universität München

Peter Schwarzbauer 

Universität für Bodenkultur Wien

Mitarbeitende

Alexandra Müller  

Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL

Seminar

Waldökonomisches Seminar 2018 – Regulierungen

Im internationalen Vergleich gibt es in der Schweiz einen Zweig mit enormen Wachstum: Regulierungen. Pro Jahr wächst das Bundesrecht um bis zu 7'000 Seiten – im Schnitt wären das 140 Seiten pro Woche (Buomberger 2014). Unberücksichtigt bei dieser Zahl sind Regulierungen auf kantonaler und Gemeindeebene. Führt man sich diese Zahl – 140 Seiten pro Woche, alleine auf Bundesebene – vor Augen, so wird deutlich, dass scheinbar eine Tendenz besteht, jedes Problem durch Gesetze und Verordnungen regeln zu wollen.

Im Gegensatz zu anderen Branchen ist der Gesetzesumfang rund um die Waldbewirtschaftung relativ stabil. Allerdings gibt es eine Zunahme auf Stufe Richtlinien, Wegleitungen, Merkblätter etc. Bisher wurde die Forstwirtschaft von allzu strikten Detailregelungen verschont, da oft spezifische Entscheide getroffen werden müssen. Ein möglicher Grund hierfür ist, dass Regeln durch viele Betriebsleitende und Waldbesitzende freiwillig oder auch unbewusst gelebt werden und somit gar kein Bedürfnis nach weiterer Detaillierung der bestehenden Regulierungen besteht. Dies wiederum wirft die Frage auf, welche Rolle Ideologie im Prozess der Regulierung spielt.

CO2 als Chance für die Wald- und Holzwirtschaft?

In den letzten Jahren rückt der Wald bei den Diskussionen rund um den Klimawandel immer stärker in den Fokus internationaler Entscheidungsträger. Beispielsweise wurde an der 21. UN-Klimakonferenz in Paris seiner Wirkung als Kohlenstoffspeicher und -senke erstmals eine besondere Bedeutung eingeräumt. Die Mitgliedsstaaten wurden zu einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung ermutigt, die gleichzeitig die Kohlenstoffspeicherfähigkeit der Wälder erhöht.

Das Waldökonomische Seminar 2017 beschäftigt sich mit dem Thema, ob und welche Chancen CO2 für die Wald- und Holzwirtschaft hat beziehungsweise haben kann. Eingangs wird dargestellt, welche Auswirkungen Klimaverhandlungen auf die Forstwirtschaft haben. Anschliessend werden Marktmodelle für den CO2-Handel vorgestellt und dargelegt, wie mit Unsicherheit umgegangen werden kann. Der Fokus des dritten Blocks liegt auf der Bedeutung von CO2 in der Wertschöpfungskette Holz, wobei auch die Substitution Eingang findet. Abgerundet wird das Seminar durch drei Beiträge aus der Praxis.

Block III

CO2 in der Wertschöpfungskette Holz (inkl. Substitution)

Forstbetriebsstrategien

Viele Schweizer Forstbetriebe durchleben seit einigen Jahren eine ökonomische Krise. Die Auswertungen des Testbetriebsnetzes zeigen, dass sich ihre Situation im Jahr 2014 (aktuellste verfügbare Zahlen) noch weiter verschlechtert hat: Addiert man die Betriebsergebnisse aller Schweizer Forstbetriebe, resultiert für 2014 ein Gesamtdefizit von etwa 50 Millionen Schweizer Franken. Die Betriebsergebnisse der einzelnen Forstbetriebe zeigen jedoch, dass 43 Prozent aller Betriebe mit einem positiven Ergebnis und 9 Prozent mit einer schwarzen Null abgeschnitten haben.

Das Waldökonomische Seminar 2016 beschäftigte sich daher mit dem Thema Forstbetriebsstrategien. Die Teilnehmenden beschäftigten sich mikroökonomischen Grundlagen und suchten nach organisatorischen Antworten auf politisch-ökonomische Anforderungen. Weiter erläuterten Fachleute, wie sich Strategien auf Basis ökonomischer Modellierung entwickeln lassen. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit drei konkreten Beispielen aus Österreich und der Schweiz.

Block III

Strategieentwicklung auf Basis ökonomischer Modellierung

Bewertung oder Vermarktung des Naturkapitals Wald

Welche Funktionen und Leistungen eines Waldes besonders bedeutend sind, hängt oft von dessen Lage ab. In vielen gut zugänglichen Wäldern steht die Holzproduktion im Vordergrund. In den Gebirgswäldern haben hingegen die Schutzfunktionen (Schutz vor Lawinen, Steinschlag, Hochwasser) häufig die oberste Priorität. Für stadtnahe Wälder ist oftmals die Erholungsfunktion von grosser Bedeutung. Für die Leistungen von Wäldern in Bezug auf den Naturschutz und die Biodiversität ist meist weniger die Lage als das Vorkommen bestimmter Pflanzen oder Lebewesen entscheidend.

Klimawandel und Wald – eine ökonomische Sicht

Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf die Waldbewirtschaftung in der Schweiz? Und was heisst das für Waldbesitzerinnen, Waldnutzer und Försterinnen?

Seminarort

Parkhotel Schloss Münchenwiler
1797 Münchenwiler/Murten
Tel. +41 (0)26 672 81 81
Fax +41 (0)26 672 81 82

Wegbeschreibung

  Auto  

Auf der A1 bis Ausfahrt Murten. Dann weiter Richtung Lausanne, Yverdon. Beim dritten Kreisel links abbiegen (weisser Wegweiser «Münchenwiler»).

  ÖV  

Mit dem Zug bis Bahnhof Murten. Weiter mit dem Bus NFB 546 oder 548 nach Münchenwiler, Salvenachstrasse. Das Schloss Münchwiler ist vom Bahnhof Murten in rund 40 Minuten auch zu Fuss erreichbar. Eine Taxifahrt kostet runde CHF 15.-.

Mit dem Zug bis Haltestelle Münchenwiler-Courgevaux (Halt auf Verlangen). Weiter mit dem Bus NFB 546 oder 548 nach Münchenwiler, Salvenachstrasse. Das Schloss Münchwiler ist vom Bahnhof Münchenwiler-Courgevaux in rund 15 Minuten auch zu Fuss erreichbar.

 

Karte Münchenwiler Bild vergrössern

Wissenstransfer

Waldökonomischer Wissenstransfer 2019 – Deregulierung im Wald – eine Möglichkeit zur Stärkung der Waldwirtschaft?

Die Schweizer Waldgesetzgebung gilt als eine der strengsten der Welt. Bund und Kantone regeln in Waldgesetzen und Verordnungen umfassend, wie der Wald zu pflegen und zu nutzen ist, damit er die von der Gesellschaft gewünschten Funktionen nachhaltig erfüllen kann.

Von Seiten der Waldwirtschaft wird zunehmend beklagt, dass die Regelungsdichte rund um den Wald eine Bewirtschaftung erschwert und die Wettbewerbsfähigkeit in der Holzproduktion einschränkt. Doch stehen die aktuellen Regulierungen und die für die Kontrolle der Umsetzung zuständigen Organe einer effizienten Waldbewirtschaftung tatsächlich im Weg oder haben sie nicht sogar eine fördernde Wirkung?

Mit dieser Fragestellung beschäftigte sich der Waldökonomische Wissenstransfer am 6. Mai 2019 an der BFH-HAFL in Zollikofen. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Nachhaltigkeitskontrolle bei der Holznutzung mittels Holzschlagbewilligung bzw. Anzeichnungspflicht gerichtet.

CO2 als Chance für die Wald- und Holzwirtschaft?

In den letzten Jahren rückt der Wald bei den Diskussionen rund um den Kampf gegen den Klimawandel immer stärker in den Fokus internationaler Entscheidungsträger. So wurde beispielsweise an der 21. UN-Klimakonferenz in Paris seiner Wirkung als Kohlenstoffspeicher und -senke erstmals eine besondere Bedeutung eingeräumt. Die Mitgliedsstaaten wurden zu einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung ermutigt, die gleichzeitig die Kohlenstoffspeicherfähigkeit der Wälder ausnutzt bzw. sogar erhöht. Damit diese politische Forderung erfolgreich umgesetzt werden kann, müssen die Waldeigentümer motiviert werden, die dafür notwendigen Massnahmen im Wald umzusetzen.

Die HAFL führt gemeinsam mit dem Bundesamt für Umwelt und dem Schweizerischen Forstverein eine Tagung durch, die sich dem Thema widmet, ob und welche Chancen CO2 als «vermarktbares Gut» für die Wald- und Holzwirtschaft hat beziehungsweise haben kann. Expert/innen stellen die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus dem vorangegangenen  Waldökonomischen Seminar vor und diskutieren diese mit den Tagungsteilnehmenden. Die Veranstaltung richtet sich an Mitarbeitende in kantonalen Forstdiensten, forstlichen Ingenieurbüros, Verbänden der Forst- und Holzwirtschaft, Forstbetriebsleiter/innen, Wissenschaftler/innen und Studierende.

Forstbetriebsstrategien

Die Auswertungen des Testbetriebsnetzes zeigen: Die ökonomische Krise, in der viele Schweizer Forstbetriebe stecken, hat sich 2015 – aktuellste verfügbare Zahlen – zwar nicht weiter verschärft, ist aber noch präsent. Die addierten Ergebnisse aller Betriebe ergeben ein Gesamtdefizit von rund 35 Millionen Franken. Trotzdem haben 46 Prozent der Betriebe das Jahr mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Nicht die Betriebsgrösse, sondern die Wahl und die Umsetzung einer guten Strategie scheinen wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg zu sein.

Bewertung oder Vermarktung des Naturkapitals Wald

Der Wald erbringt umfangreiche Leistungen, die sich heute meistens nicht oder nur zum Teil in Wert setzen lassen. Im Gegensatz zu den Kosten und Erlösen aus der Holzproduktion, sind die ökonomischen Werte der übrigen Waldleistungen eher schwer festzustellen und daher häufig unbekannt. Dies wäre aber sehr hilfreich, um bei der Waldbewirtschaftung nachhaltig und wirtschaftlich erfolgreich arbeiten zu können. Deshalb braucht es neue Methoden zur Bewertung solcher Waldleistungen und neue Ideen, wie sich diese vermarkten lassen. Damit liesse sich möglicherweise die wirtschaftliche Situation der Forstbetriebe verbessern.