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Start-up Summer School 2026: Warum ausgerechnet die Pferde das Rennen machten
11.09.2026 Eine Plattform für Pferde, mobiles Gehirntraining und frisches Gemüse aus der Maschine: An der von den Departementen Wirtschaft, Technik und Informatik sowie der Universität Bern organisierten Startup Summer School entwickelten Studierende in nur einer Woche fünf Geschäftsideen. Beim abschliessenden Pitch mussten sie nicht nur eine hochkarätige Jury überzeugen, sondern auch deren kritischen Fragen standhalten.
«Diamonds are made under pressure»
Innerhalb einer Woche entwickelten 25 Studierende in fünf Teams ihre Business Cases – von der ersten Idee über das Geschäftsmodell bis zum entscheidenden Pitch. Im Diagonal-Modul entstanden Geschäftsideen, bei denen unternehmerisches Denken, technologische Ansätze und wissenschaftliches Know-how ineinandergriffen.
Für die Präsentation vor der hochkarätigen Jury, bestehend aus Frank Ziemer (Ziemer Group), Benedetta Scrascia (Innosuisse), Jürg Schwarzenbach (Marcaro), Sébastien Hug (Uni Bern) und Thierry Kneissler (Kneissler Consulting), blieben jedem Team 20 Minuten. Gefragt waren überzeugende Ideen, tragfähige Geschäftsmodelle und gute Antworten auf kritische Nachfragen.
Vom Pferdepass bis zum mobilen Hitzeschutz
Wie unterschiedlich die Geschäftsideen waren, zeigte sich bereits beim ersten Pitch: AREON will die Pferdewelt digitalisieren. Die Plattform soll Informationen rund um Pferde bündeln, administrative Prozesse vereinfachen und Pferdebesitzer*innen, Tierärzt*innen sowie weitere Akteur*innen miteinander vernetzen. Einnahmen sollen unter anderem über Abonnements, Werbung und Affiliate Marketing entstehen. Der Rat der Jury: nicht allein auf weniger Papier setzen, sondern ein echtes Ökosystem schaffen.
BYB «Boost Your Brain» nimmt sich statt der Muskeln das Gehirn vor. «Brain Training in your Pocket» verspricht kurze, spielerische Übungen, die sich einfach in den Alltag integrieren lassen. Das Konzept orientiert sich an der motivierenden Nutzerführung: fünf Minuten Training, dafür möglichst jeden Tag. Eine kostenlose Basisversion soll durch ein personalisiertes Bezahlangebot ergänzt werden.
Bei Craftmentor steht eine Zahl im Zentrum: 27 Prozent der Lernenden verlassen ihre Handwerks-Lehrstelle vorzeitig. Die geplante Plattform soll Lernende dabei unterstützen, passende pensionierte Mentor*innen zu finden. Pensionierte Fachkräfte könnten ihr Wissen einbringen und junge Menschen begleiten. Das Interesse ist da – nun gilt es laut Jury, das Geschäftsmodell weiterzuentwickeln und skalierbar zu machen.
OMBRA reagiert auf immer heissere Sommer. Ein mobiler, automatisch gesteuerter Sonnenschutz soll hochwertige Kulturen wie Beeren vor extremer Hitze schützen, ohne die Photosynthese zu verhindern. Statt einer kostenintensiven festen Installation setzt das Team auf ein saisonales Mietmodell. Bis zur Marktreife braucht es allerdings noch einiges an Engineering – und auch Bewilligungsfragen sind zu klären.
Mit Hydrofold soll Gemüseanbau selbst dort möglich werden, wo Platz, Zeit oder ein grüner Daumen fehlen. Das kompakte, wasserbetriebene System übernimmt einen grossen Teil der Arbeit und wird durch eine kostenlose App sowie nachkaufbare Anbau-Kits ergänzt. Besonders Gartencenter zeigten laut Team bereits Interesse. Entscheidend für den Erfolg soll eine möglichst einfache und motivierende Customer Experience sein.
Am Ende machte AREON das Rennen. Die Idee einer digitalen Plattform für die Pferdewelt überzeugte die Jury und sicherte dem Team den ersten Preis.
Doch die Summer School zeigte vor allem eines: Unter Druck entstehen vielleicht nicht immer Diamanten – aber erstaunlich konkrete Lösungen für ganz unterschiedliche Herausforderungen. Und manchmal gewinnt dabei eben das Pferd.
Organisiert wurde die Start-up Summer School 2026 von Jeremias Jurt (Departement Wirtschaft) und Yacine Michaelis (Departement Technik und Informatik). Verantwortlich für das Modul ist Prof. Dr. Bastian Widenmayer (Departement Technik und Informatik).