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Wie eine Bachelorarbeit praktischen Mehrwert stiftet

20.02.2026 Tobias Schnyder, BSc Betriebsökonomie mit Vertiefung Digital Business Management, hat seine Bachelorthesis in Zusammenarbeit mit der APP geschrieben. Im Interview spricht er über seine Erfahrungen und darüber, welche Chancen ein Themensponsoring für Studierende und Unternehmen bietet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit 2021 ist die APP Unternehmensberatung AG Partnerin des Instituts Public Sector Transformation (IPST) an der BFH Wirtschaft.
  • In Zusammenarbeit mit der BFH hat Tobias Schnyder für die APP seine Bachelorarbeit zum Thema digitale Transformation in Gemeinden geschrieben.
  • Im Interview spricht er über seine Erfahrungen und erzählt, wie ihm das Themensponsoring beim Berufseinstieg geholfen hat.

Tobias, wie bist du auf APP aufmerksam geworden?

Ich bin erstmals während meiner Suche nach einer Teilzeitstelle während dem Studium auf APP aufmerksam geworden. Zwar führte mich mein Weg zunächst zum Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG), doch durch die Verbindung zur BFH, etwa durch die Präsenz der APP bei den BFH Career Days, blieb das Unternehmen für mich präsent. Kurz vor Studienende brachte eine persönliche Begegnung die APP erneut in meinen Fokus und eröffnete mir neue berufliche Möglichkeiten.

APP Unternehmensberatung AG

APP

Die APP Unternehmensberatung AG ist ein unabhängiges Schweizer Beratungsunternehmen, das seit 1977 Kunden mit praxisorientierten Lösungen in den Bereichen Organisation und Prozesse, IT, Strategie, Projektmanagement sowie Fach- und Methodentraining unterstützt. Über 100 Expertinnen und Experten an fünf Standorten verbinden betriebswirtschaftliches und technisches Know-how, um nachhaltige und wirkungsvolle Lösungen zu entwickeln.

www.app.ch

In deiner Bachelorthesis geht es um die Digitalisierung in Gemeinden. Was hat dich am gewählten Thema fasziniert?

Im Transformationsprogramm DaziT beim BAZG sammelte ich umfassende Einblicke in die Digitalisierung auf Bundesebene. Während meines Studiums an der BFH vertiefte ich mich im Bereich Digital Business Management mit Fokus auf digitale Geschäftsmodelle und den digitalen Möglichkeiten im privaten Sektor. Für meine Bachelorarbeit suchte ich daher ein Thema, das meine Praxiserfahrungen und mein Interesse an Digitalisierung verbindet. Das von APP ausgeschriebene Thema passte ideal und bereitete mich bestens auf meinen Berufseinstieg vor.

Das von APP ausgeschriebene Thema passte ideal und bereitete mich bestens auf meinen Berufseinstieg vor.

  • Tobias Schnyder Berater bei der APP Unternehmensberatung AG

Wie hast du persönlich die Zusammenarbeit zwischen der BFH und APP erlebt? Welche Erfahrung nimmst du mit?

Zu Beginn ergab sich die Situation, dass ein weiterer Studierender und ich das gleiche Thema bearbeiten wollten – ich in der Bachelorarbeit, er in der Masterarbeit. Deshalb mussten die Arbeiten inhaltlich sauber abgegrenzt werden, was anfangs herausfordernd war, sich aber dank des engen Austauschs mit der BFH und APP in eine spannende Aufgabe verwandelte. Besonders wichtig war dabei eine enge Koordination zwischen Studierenden, Hochschule und Unternehmen. Letztlich war die doppelte Besetzung sogar ein Vorteil: Wir konnten die Datenerhebung gemeinsam durchführen und unterschiedliche Schwerpunkte setzen, was beiden Arbeiten Mehrwert verlieh.

Mich hat überrascht, dass in unseren Daten der Urbanisierungsgrad, entgegen den Vermutungen aus der Literatur, keinen messbaren Einfluss auf den Digitalisierungsstand der Gemeinden hat.

  • Tobias Schnyder Berater bei der APP Unternehmensberatung AG

Welches Forschungsresultat aus deiner Bachelorarbeit hat dich selbst am meisten überrascht und warum?

Einerseits hat mich erstaunt, wie unterschiedlich die untersuchten Kantone die Digitalisierung angehen. Das bringt Herausforderungen, aber auch Vorteile, weil die Kantone ihr Vorgehen flexibel an ihre spezifische Situation anpassen können. Andererseits hat mich überrascht, dass in unseren Daten der Urbanisierungsgrad, entgegen den Vermutungen aus der Literatur, keinen messbaren Einfluss auf den Digitalisierungsstand der Gemeinden hat.

Entscheidend bleibt jedoch die Zusammenarbeit über alle föderalen Ebenen hinweg, sie ist der wichtigste Treiber für digitale Transformation.

Du gibst in deiner Arbeit vier Handlungsempfehlungen ab. Welche davon ist deiner Meinung nach die Dringlichste?

Meiner Ansicht nach ist es am dringendsten, die erforderlichen rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit moderne Formvorschriften für die Beantragung und Erbringung öffentlicher Dienstleistungen überhaupt erst angewendet werden können.

Ebenso wichtig ist es, die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Kantonen und dem Bund nachhaltig zu stärken. Die Digitalisierung bringt hohe Kosten mit sich und ein föderaler Ansatz ist nicht in allen Bereichen sinnvoll. Gerade bei grundlegenden Diensten wie der Authentifizierung für den Zugang zu Portalen gibt es nahezu identische Anforderungen und Bedürfnisse. Aus diesem Grund sind überall dort, wo es möglich ist, zentrale und gemeinsame Lösungen notwendig, während der Föderalismus nur dort zum Tragen kommen sollte, wo besondere Umstände oder spezifische Zuständigkeiten dies erfordern.

Bachelorarbeit «Digitalisierung bei Gemeinden: Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg»

In seiner Bachelorarbeit untersuchte Tobias Schnyder die kantonalen Rahmenbedingungen und deren Einfluss auf den Stand der digitalen Transformation von Gemeinden. Die Analyse zeigt, dass insbesondere förderliche kantonale Strukturen und eine institutionalisierte Zusammenarbeit zentrale Treiber für den digitalen Fortschritt sind.

Zur Bachelorarbeit

Worin siehst du persönlich die grösste Chance, die ein Themensponsoring für Studierende und Unternehmen bietet?

Die Zusammenarbeit mit einem Themensponsor eröffnet Zugang zu Datensätzen, Informationen oder Tools, wie in meinem Fall zum Umfragetool DiVA, die sonst für Bachelorarbeiten nicht verfügbar wären. So kann man die Fragestellung wesentlich tiefer beleuchten.

Gleichzeitig profitiert auch der Themensponsor: Dank der fachlichen Begleitung der BFH entsteht eine wissenschaftlich fundierte Analyse zu einer für den Themensponsor relevanten Fragestellung.

Inwiefern hat dir diese Zusammenarbeit beim Berufseinstieg geholfen?

Durch die Zusammenarbeit mit der APP konnte ich schon vor meinem Berufseinstieg wertvolle Kontakte knüpfen und die Unternehmenskultur kennenlernen. Gleichzeitig hatte ich die Möglichkeit, meine Fähigkeiten mit einer fundierten Bachelorarbeit zu zeigen.

Zudem wurden die Ergebnisse in ein internes Projekt eingebracht und beim APP DiV‑Talk präsentiert, was mir gezeigt hat, dass meine Arbeit tatsächlich einen praktischen Mehrwert stiftet.

Das hat mir den Einstieg ins Unternehmen spürbar erleichtert.

Welche Erkenntnis aus dieser Zusammenarbeit möchtest du anderen Studierenden mitgeben?

Wie bereits erwähnt, ist eine Bachelorarbeit, unabhängig davon, ob man lediglich die grundlegenden Anforderungen erfüllen oder eine besonders hochwertige Arbeit verfassen möchte, immer zeitaufwendig. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig zu überlegen, was man mit der Arbeit erreichen will. Das Thema sollte einen persönlich interessieren und idealerweise auch zu den eigenen Zukunftsplänen passen. Meine Erfahrung zeigt klar, dass sich der Aufwand weit über das Diplom hinaus lohnt.

Zusätzlich möchte ich Studierenden mitgeben, dass man passende Themen nicht nur an der Themenbörse oder bei Partnern der BFH findet, sondern sie auch aktiv bei einem aktuellen oder potenziellen Arbeitgeber finden kann.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Tobias Schnyder
Tobias Schnyder, Berater bei der APP

Tobias Schnyder ist seit 2025 als Berater bei der APP Unternehmensberatung AG in Bern tätig. Im Sommer desselben Jahres schloss er sein Bachelorstudium in Betriebsökonomie an der Berner Fachhochschule ab. Bereits davor sowie während seines Teilzeitstudiums sammelte er vielfältige Praxiserfahrungen: als Fachspezialist PMO beim Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit, in verschiedenen Funktionen bei der UBS sowie im Familienbetrieb. Diese unterschiedlichen Stationen bilden die Grundlage für seine heutige Tätigkeit an der Schnittstelle von Public Sector und Digitalisierung.

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