CoPEER
Im Projekt wird ein Angebot für Peer-Austausch für die psychiatrische Spitex entwickelt. Dabei werden Klient*innen und deren Angehörige über eine digitale Plattform mit anderen interessierten Klient*innen oder Angehörigen vernetzt.
Steckbrief
- Beteiligte Departemente Gesundheit
- Institut(e) Pflege
- Forschungseinheit(en) Innovationsfeld Psychische Gesundheit und Psychiatrische Versorgung
- Förderorganisation BFH
- Laufzeit (geplant) 01.01.2026 - 31.12.2026
- Projektleitung Dr. Anna Hegedüs
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Projektmitarbeitende
Nora Christa Ambord
Melina Hasler - Schlüsselwörter Ambulante Psychiatrische Pflege, Aufsuchende Dienste, Psychiatrische Pflege, Spitex, Psychische Gesundheit, Digitale Selbsthilfe, Einsamkeit, Soziale Isolation, Peer-Austausch, Angehörige, Co-Creation
Ausgangslage
Peer-Support (d.h. der Austausch mit Menschen in ähnlichen Lebenssituationen) kann die Hoffnung und Selbstwirksamkeit stärken und Symptome psychischer Erkrankungen sowie Einsamkeit reduzieren. Im Projekt wird das Angebot der psychiatrischen Spitex wird um eine niedrigschwellige Peer-to-Peer-Unterstützung ergänzt, die über die reguläre Behandlung hinausgeht. Dabei werden Klient*innen und deren Angehörige über eine digitale Plattform mit anderen interessierten Klient*innen oder Angehörigen vernetzt. Das Angebot startet mit einem digitalen Self-Assessment, das den individuellen Unterstützungsbedarf erfasst. Basierend darauf wird ein geeigneter, bereits angemeldeter Peer vorgeschlagen. Das Matching wird von einer Fachperson geprüft, bevor der Kontakt freigegeben wird. Der Austausch erfolgt 1:1 über eine geschützte Chat-Plattform. Gespräche können jederzeit gemeldet werden – etwa wenn sich jemand unwohl fühlt oder sich der Zustand einer Person verschlechtert. Regelmässige Check-in-Fragen dienen dazu, das Wohlbefinden zu erfassen, Krisen frühzeitig zu erkennen und die Wirkung der Intervention zu evaluieren. So wird eine Brücke zwischen professioneller Pflege und Selbstmanagement geschlagen und die Kontinuität der Versorgung gestärkt, indem zeitnah Unterstützung ermöglicht wird. Der digitale Zugang ermöglicht zudem stark belasteten Angehörigen sowie Klient:innen, die aufgrund ihrer Erkrankung Schwierigkeiten haben, das Haus zu verlassen, einen ortsunabhängigen Zugang zum Angebot.
Vorgehen
Das Projekt startet damit, in die bereits in anderen Bereichen erprobte Peer-to-Peer Plattform auf den Bereich der psychiatrischen Spitex anzupassen. Mit Fachpersonen, Klient:innen und Angehörigen der Spitex Kriens werden dazu in einem Co-Creation-Workshop nach Design-Thinking-Prinzipien die inhaltlichen und funktionalen Anforderungen an die Plattform definiert. Nach der Entwicklung des Prototyps werden in einem zweiten Workshop mit den gleichen Teilnehmenden die Inhalte überprüft und angepasst. Der Validierungsprozess erfolgt in mehreren iterativen Loops, um Design, Verständlichkeit und Nutzerführung zu verbessern, bis ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht ist. Danach wird die Plattform als Pilot für die psychiatrischen Klient:innen und deren Angehörige der Spitex Kriens zugänglich. In dieser Phase melden sich erste Personen an, werden gematcht und tauschen sich aus. Nach ca. 2 Monaten werden Nutzer*innen in Einzelinterviews befragt, um Akzeptanz und Erfahrungen zu erfassen sowie um herauszufinden, wo sie für sich Wirkungen des Angebots sehen.
Ausblick
Zeigt sich im Pilotprojekt, dass die Plattform einen Nutzen bietet und von den Nutzenden und Fachpersonen der psychiatrischen Spitex als hilfreich wahrgenommen wird, soll darauf aufbauend ein grösseres Projekt entwickelt werden. Ziel ist es dann, das Angebot auf weitere psychiatrische Spitex-Organisationen zu übertragen und langfristige Strukturen für eine breite Implementierung zu schaffen. Mit einer grösseren Nutzer*innenzahl ist anschliessend eine Wirksamkeitsstudie geplant.