Mediation im Behördenkontext und bei Hochstrittigkeit

Dieser Fachkurs behandelt Mediationen im behördlichen Kontext – insbesondere im Kindesschutz und bei Jugendstrafverfahren. Ein besonderer Fokus liegt auf den Themen Freiwilligkeit und Hochstrittigkeit.

Der Fachkurs:

  • verschafft Ihnen einen Überblick über Mediationen in unterschiedlichen behördlichen Kontexten
  • thematisiert die Bedeutung, die Chancen und Grenzen von Mediationen in behördlichen Kontexten
  • bearbeitet schwerpunktmässig Mediationen im Kindesschutz sowie im Jugendstrafverfahren
  • beleuchtet Themen wie Hochstrittigkeit, Freiwilligkeit und Motivation und vermittelt entsprechende methodische Kompetenzen
  • befähigt Sie, die Zusammenarbeit mit den Behörden kontextspezifisch und gewinnbringend zu gestalten
Kursteilnehmerinnen diskutieren am Tisch

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Fachkurs
  • Dauer 6 Kurstage
  • Unterrichtstage Mo-Fr
  • Anmeldefrist 22.3.2020
  • Anzahl ECTS Keine
  • Kosten CHF 2’600
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Bern
  • Departement Soziale Arbeit
  • Nächste Durchführung 22./23. April 2020 / 4./5. Juni 2020 /
    13./14. August 2020
  • Broschüre

Aus- und Weiterbildung in Mediation und Konfliktmanagement

  • Broschüre

Mediation – Kursprogramm 2019

  • Broschüre

Mediation und Konfliktmanagement - Programm offene Kurse 2020

Inhalt + Aufbau

Portrait

Dieser Fachkurs befasst sich mit Mediationen in den behördlichen Kontexten des Kindes- und Erwachsenenschutzes sowie des (Jugend-)Strafverfahrens. Es wird aufgezeigt, welche Rolle Mediation in diesen Kontexten spielen kann, welche besonderen Rahmenbedingungen zu beachten sind, welche methodischen Anforderungen an Mediatorinnen und Mediatoren gestellt werden und wie die Zusammenarbeit mit der auftraggebenden Behörde gestaltet werden kann. Genauer angeschaut werden insbesondere Mediationen im Kindesschutz sowie im Jugendstrafverfahren. Zudem liegt ein spezifischer Fokus auf den Themen Freiwilligkeit, Motivation und Hochstrittigkeit.

Ausbildungsziel

  • Sie wissen, welche Rolle Mediationen im behördlichen Kontext spielen können.
  • Sie kennen die besonderen Rahmenbedingungen von Mediationen im behördlichen Kontext und wissen, was bei der Zusammenarbeit mit der auftraggebenden Behörde zu beachten ist.
  • Sie haben sich mit dem Thema Freiwilligkeit/Unfreiwilligkeit im behördlichen Kontext auseinandergesetzt.
  • Sie sind in der Lage, die Motivation von Mediandinnen und Medianden für eine Mediation im behördlichen Kontext zu fördern.
  • Sie sind vertraut mit den Besonderheiten der Mediationen im Kindesschutz und in Jugendstrafverfahren.
  • Sie kennen Konfliktdynamiken und daraus resultierende Konsequenzen für die Gesprächsführung, die Vorbereitung der Gespräche und die Gestaltung des Settings bei Hochstrittigkeit.

Lerneinheit 1:

Einführung:

  • Mediation im Behördenkontext: Kindes- und Erwachsenenschutz, (Jugend-)Strafverfahren
  • Zusammenarbeit mit Gerichten und Behörden
  • Besondere Rahmenbedingungen
  • Interventionsmöglichkeiten ausserhalb der Mediation
  • Was kann Mediation bieten und wo sind ihre Grenzen

Freiwilligkeit/Unfreiwilligkeit und Motivation:

  • Freiwilligkeit im behördlichen/gerichtlichen Kontext aus Sicht der Behörde und aus Sicht der Mediation
  • Umgang mit «Unfreiwilligkeit»
  • Wie kann die Motivation für eine Mediation durch die Behörde und die Mediation gefördert werden
  • Wie werden aus unfreiwilligen/unmotivierten Mediandinnen und Medianden motivierte Mediandinnen und Medianden

Lerneinheit 2:

Mediation im Kindesschutz:

  • Was braucht die Behörde, damit sie einen Fall in die Mediation gibt
  • Indikation und Kontraindikation
  • Besonderheiten der Prä-Mediation
  • Setting (Einzelgespräche versus gemeinsame Gespräche, Co-Mediation, Shuttlemediation)
  • Kindeswohl und Parteilichkeit für das Kind
  • Einbezug der Kinder (Ausgangslage und Befindlichkeit der Kinder sowie Erwartungen der Behörde)
  • Besonderheiten beim Abschluss der Mediation

Mediation in Jugendstrafverfahren:

  • Übersicht über die Straftheorien
  • Mediation und Restorative Justice
  • Für welche Fälle kommt Mediation im Jugendstrafverfahren in Frage
  • Indikation und Kontraindikation
  • Ungleiche Ausgangslage (Täter-Opfer)
  • Besondere Rahmenbedingungen und Spielräume von Mediationen in Jugendstrafverfahren
  • Besonderheiten der Prä-Mediation, der Zusammenarbeit, der Rückkoppelung und des Settings
  • Gerechtigkeit und Entschuldigung

Lerneinheit 3:

Umgang mit hochstrittigen Parteien in der Mediation:

  • Was ist Hochstrittigkeit und wie entsteht sie (typische interaktionelle Konfliktdynamiken)
  • Woran erkenne ich Hochstrittigkeit und was brauchen hochstrittige Parteien
  • Auftragsklärung mit den Parteien
  • Wie kann Mediation mit hochstrittigen Parteien gelingen
  • Setting (Ausstattung und Sitzordnung)
  • Mediatorinnen und Mediatoren: Psychohygiene, Haltungen zum Erhalt der eigenen Professionalität

Abschluss:

  • Offene Fragen und Diskussion
  • Positive und negative Erfahrungen mit Anordnung von Mediationen
  • Was hat sich bewährt, was nicht
  • Verbesserungspotential bei den Schnittstellen und Informationsaustausch

Fachinputs, Reflexionsarbeit, Simulationstrainings und Rollenspiele. Einzelarbeit, Arbeit in Kleingruppen und im Plenum

Titel + Abschluss

Dozentinnen + Dozenten

Claudio Domenig, Dr. iur., Mediator SDM, Vizepräsident KESB Mittelland Süd, Münsingen

Kerstin Riedl, dipl. Sozialarbeiterin FH, systemische Paar- und Familientherapeutin, Mediatorin SDM mit Spezialisierung in Familienmediation, Beraterin und Mediatorin in der Fachstelle Beratung der Gemeinde Köniz

Tanja Lutz, M.A. in Sozialwissenschaften, Sozialarbeit und Sozialpolitik, MAS Mediation, Mediatorin SDM mit Spezialisierung in Familienmediation

Joel Stalder, MSc in Sozialer Arbeit, wissenschaftlicher Mitarbeiter BFH, Departement Soziale Arbeit

Voraussetzungen + Zulassung

  • In Ausbildung stehende und ausgebildete Mediatoren und Mediatorinnen
  • Beraterinnen und Berater, Therapeutinnen und Therapeuten, Sozialarbeitende, Mitarbeitende der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB), Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Richterinnen und Richter mit einer Grundausbildung in Mediation

Bitte beachten Sie unsere Zulassungsbedingungen.

Organisation + Anmeldung

22./23. April 2020
4./5. Juni 2020
13./14. August 2020

Studienort + Infrastruktur

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