Digitales Gemeinwohl
Digitale Souveränität verspricht mehr Unabhängigkeit von grossen Tech-Konzernen. Öffentliche Institutionen und die Verwaltung ersetzen zwar einzelne Anwendungen gezielt durch Open-Source-Alternativen, begeben sich aber gleichzeitig immer tiefer in strukturelle Abhängigkeiten – unter anderem durch mehr Nutzung von KI und Cloud-Kapazitäten.
Neben einer Stärkung von Nationalismus sind die diskutierten Ansätze rund um digitale Souveränität von Big-Tech-Konzernen vereinnahmt. Die Herausforderung wird scheinbar komplexer: Nicht nur soll der Staat handlungsfähig bleiben, auch sollen die lokale Wirtschaft, transatlantische Kooperation und der technische Fortschritt gefördert werden. In den Hintergrund treten Fragen rund um Gemeinwohl und demokratische Kontrolle.
In ihrem Vortrag an der Berner Fachhochschule spricht Aline Blankertz über die Möglichkeiten einer Digitalisierung für das Gemeinwohl und die Rolle von staatlicher Steuerung, um diese zu erreichen.
Über die Referentin
Aline Blankertz ist angewandte Ökonomin, Mitgründerin des digitalpolitischen Kollektivs Structural Integrity und Autorin des im Herbst 2026 erscheinenden Buchs «Digitale Solidarität» (mit Malte Engeler, Dietz Verlag).