Evaluation Mobile Quartierarbeit Ostermundigen

Seit 2023 ist die Quartierarbeit in zwei als benachteiligt eingeschätzten Quartieren mobil tätig. Nach zwei Jahren Aufbauphase soll nun die mobile Quartierarbeit als neues Angebot der Gemeinde Ostermundigen ein erstes Mal evaluiert werden.

Steckbrief

  • Beteiligte Departemente Soziale Arbeit
  • Institut(e) Institut Soziale und kulturelle Vielfalt
  • Förderorganisation Andere
  • Laufzeit 01.10.2025 - 30.06.2026
  • Projektleitung Prof. Simone Gäumann
  • Projektmitarbeitende Rispa Stephen
  • Schlüsselwörter Mobile Quartierarbeit, systematische Evaluation des Aufbauprozesses

Ausgangslage

Die Gemeinde Ostermundigen führte 2023 in Quartieren, in denen Hinweise auf Benachteiligungen vorliegen, eine mobile Quartierarbeit ein. Im Sinne der Gemeinwesenarbeit orientiert sich die Quartierarbeit an den Bedürfnissen und Interessen der gesamten Nachbarschaftsbevölkerung. Sie verfolgt das Ziel, ihre Anliegen zu identifizieren, Begegnungen im Nahraum zu initiieren sowie Eigeninitiative und Empowerment zu stärken, um eine nachhaltige Entwicklung und Verbesserung benachteiligender Lebensbedingungen zu erreichen. Neben dem Engagement für die Nachbarschaftsbevölkerung stellt die mobile Quartierarbeit den Informationsfluss zwischen unterschiedlichen Anspruchsgruppen und Stakeholder*innen sicher. Angestrebt wird damit eine Erhöhung der Lebensqualität, Standortattraktivität und Quartieridentität. Nach zwei Jahren Aufbauphase soll nun die mobile Quartierarbeit als neues Angebot der Gemeinde Ostermundigen ein erstes Mal systematisch evaluiert werden. Der Fokus dieser Evaluation liegt auf der Überprüfung und Weiterentwicklung des bestehenden Konzepts und Angebots der mobilen Quartierarbeit. Ziel ist es, die organisatorische Umsetzung und die konkreten Aktivitäten und Prozesse der Programmumsetzung zu analysieren. Zudem wird eine erste Einschätzung erfolgen, inwieweit die Output-Ziele bereits erreicht werden konnten.

Vorgehen

Die Evaluation folgt einem qualitativen Design, da es um das Verstehen von Prozessen und subjektiven Wahrnehmungen geht. Das Design wird als Momentaufnahme konzipiert mit dem Ziel, den Stand der mobilen Quartierarbeit nach zwei Jahren zu erfassen. Das Design berücksichtigt gezielt die Perspektiven diverser Stakeholder*innen und kombiniert vier Erhebungsmethoden mit unterschiedlichen Zugängen und Datenquellen. Es werden dabei interne Reflexion und externe Perspektiven systematisch zusammenführt. Die Evaluation umfasst folgende Bestandteile:

  • - eine Dokumentenanalyse zur Kontextualisierung und als Vergleich zwischen Konzept und Praxis,
  • Gruppendiskussionen mit internen sowie externen Kooperationspartner*innen zur Erfassung der Wahrnehmungen und Einschätzungen der Zusammenarbeit,
  • - eine begleitete Reflexion im Team mit Rückblick auf den Aufbauprozess sowie
  • - Befragungen von Quartierbewohnenden zur Nutzung und Beurteilung der Quartierarbeit.

Ergebnisse

Die Standortbestimmung der mobilen Quartierarbeit nach zweijähriger Laufzeit zeigt hinsichtlich der im Evaluationskonzept definierten Kriterien Akzeptanz und Beteiligung, konzeptionelle Klarheit und organisatorische Strukturen und Prozesse folgende zentralen Erkenntnisse auf: - Die Mobile Quartierarbeit verfügt über eine breite Akzeptanz und leistet einen vielseitigen und anerkannten Mehrwert für Ostermundigen. Durch ihre Nähe zur Bevölkerung nimmt sie eine wichtige Triage- und Frühwarnfunktion ein und leistet mit gezielten Massnahmen Unterstützung bei sozialen Problemen. Auch konnte sie Teilhabemöglichkeiten in benachteiligten Nachbarschaften fördern. - Die bisherigen fachlichen Grundlagen haben sich als teilweise zu unspezifisch erwiesen für die erlebte Praxis. Ebenfalls wurde ein Präzisierungsbedarf bei den Zielen und Wirkungen der mobilen Quartierarbeit identifiziert. Auch die Klärung von Triagemöglichkeiten sowie deren Schnittstellen in der Zusammenarbeit mit Kooperationspartner:innen weist Optimierungspotenzial auf - Die grosse Spannbreite der aktuellen Tätigkeitsfelder der mobilen Quartierarbeit und die Bildung von Kooperationen mit Stakeholder:innen gehen mit einer knappen Ressourcenausstattung einher - Mit Blick auf das Verhältnis von ihrer Laufzeit, der eingeschätzten Qualität und ihrer wahrgenommenen Wirkung kann festgestellt werden, dass die mobile Quartierarbeit eine erfolgreiche Aufbauarbeit geleistet hat.

Ausblick

Die Ergebnisse der qualitativen Evaluation und das ausgewiesene Optimierungspotenzial werden im zweiten Halbjahr 2026 dem Gemeinderat vorgelegt. In Absprache mit der Abteilung Soziales wird geprüft, inwiefern Massnahmen zur Weiterentwicklung der mobilen Quartierarbeit ergriffen werden sollen. Der Evaluationsbericht wird im Anschluss an den politischen Prozess auf der Gemeindewebsite veröffentlicht.

Dieses Projekt leistet einen Beitrag zu den folgenden SDGs

  • 3: Gesundheit und Wohlergehen
  • 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden