MASQUE

MASQUE untersucht die Spannungsqualität in Hoch- und Mittelspannungsnetzen. Messungen, Datenanalysen und Simulationen zeigen, wie sich Oberschwingungen ausbreiten, und schaffen Grundlagen für Netzplanung, Betrieb und Normung.

Steckbrief

  • Beteiligte Departemente Technik und Informatik
  • Institut(e) Institut für Energie- und Mobilitätsforschung IEM
  • Forschungseinheit(en) IEM / Elektrizitätsnetze
  • Förderorganisation Schweizerische Eidgenossenschaft (Bundesverwaltung)
  • Laufzeit (geplant) 02.10.2026 - 31.03.2029
  • Projektleitung Prof. Stefan Schori
  • Partner Technische Universität Dresden
    Bundesamt für Energie
    Camille Bauer Metrawatt AG
    Axpo Grid AG
    BKW Energie AG
    CKW AG
    EKW AG
    ewz
    Groupe E SA
    Repower AG

Ausgangslage

Stromnetze werden zunehmend verkabelt und stärker ausgelastet, während immer mehr leistungselektronische Anlagen angeschlossen werden. Dazu gehören unter anderem Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Ladestationen und Wärmepumpen. Diese Entwicklung kann das Auftreten von Oberschwingungen verstärken und damit die Spannungsqualität beeinflussen. Während solche Effekte in Niederspannungsnetzen bereits vergleichsweise gut untersucht sind, fehlen für Hoch- und Mittelspannungsnetze umfassende Messdaten und gesicherte Erkenntnisse darüber, wie sich Oberschwingungen ausbreiten und überlagern. Bestehende Normen zur Beurteilung der Spannungsqualität lassen zudem teilweise Interpretationsspielraum. Dies erschwert eine fundierte Bewertung im Rahmen der Netzplanung und des Netzbetriebs.

Vorgehen

MASQUE untersucht die Spannungsqualität in Hoch- und Mittelspannungsnetzen mit einer Kombination aus Datenanalysen, gezielten Messkampagnen und Netzsimulationen. Bestehende Messdaten von Netzbetreibern aus der Schweiz und Deutschland werden zusammengeführt und ausgewertet. Ergänzend werden Messungen in verschiedenen Netzen durchgeführt. Mithilfe von Simulationen wird analysiert, wie sich Oberschwingungen über die Netzebenen ausbreiten und überlagern und welche Rolle dabei Netzstrukturen, Betriebsmittelauslastung, Resonanzen und leistungselektronische Anlagen spielen. Darauf aufbauend entwickelt das Projekt ein Konzept für den gezielten Einsatz der Messinfrastruktur sowie praxisnahe Empfehlungen für Netzplanung und Netzbetrieb. Die Ergebnisse sollen zudem in die Weiterentwicklung technischer Regeln und Normen einfliessen. Die BFH leitet das Projekt und verantwortet insbesondere die Datenanalysen, Messungen, Simulationen und die Erarbeitung der Empfehlungen. Ziel sind verlässliche Grundlagen für die Erfassung und Bewertung von Oberschwingungen in Hoch- und Mittelspannungsnetzen. Diese bilden eine wichtige Voraussetzung für einen stabilen Netzbetrieb in einem sich verändernden Stromsystem.

Dieses Projekt leistet einen Beitrag zu den folgenden SDGs

  • 7: Bezahlbare und saubere Energie
  • 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
  • 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
  • 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele