Vom Baum zum Gitterschalentragwerk

26.11.2021 Das Departement Architektur, Holz und Bau organisiert zweimal pro Jahr die Special Week. In dieser fachbereichsübergreifenden Woche sollen die Studierenden auf das zunehmend komplexere und interdisziplinäre Berufsumfeld vorbereitet werden. Letzte Woche fanden in diesem Rahmen 21 angehende Architekt*innen, Holzingenieur*innen und Bauingenieur*innen an der AHB in Biel zusammen. Gemeinsam haben sie während einer Woche Gitterschalentragwerke digital designt, geplant und einen 1:1 Prototypen umgesetzt. Das Projekt lebte von der Interdisziplinarität und zeigt den hohen Praxisbezug der Berner Fachhochschule.

Parametrische Planung und Bau eines Prototyps

Bei der Holzgitterscha­len-Bauweise nach Frei Otto werden biegsame Holzlatten am Bo­den vor Ort auf der Baustelle in einem Raster kreuzweise ausgelegt und lose verbunden. Dann wird die gesamte Konstruktion mit einem Kran hoch und in Form gezogen, fixiert und am Boden verankert. Die Studierenden aus verschiedenen Disziplinen haben in Zusammenarbeit mit Industriepartnern aus der Holzverarbeitenden Branche nach diesem Vorgehen während der Special Week ihren eigenen Prototypen realisiert. Der Biegeprozess wurde dafür mit modernster 3d-Design und Planungs-Software exakt simuliert. Das erlaubte, die Gitterscha­lenbauweise kreativ und architektonisch kontemporär anzuwenden.

Das regionale Bieler Holz wurde in der hauseigenen Sägerei der BFH bei Thomas Wyss zugeschnitten. So war das Team in der Lage, den gesamten Prozess vom Baum bis zum fertigen Bauwerk abzubilden. Für eine agile, effiziente Zusammenarbeit hat B3 den Studierenden die Projektbearbeitungsplattform buildagil zur Verfügung gestellt. Dies hat die Prozesse wesentlich vereinfacht.

Die entwickelten Techniken, Design-Ideen und Bau­anleitungen werden nun an den Verein UFLA im Toggenburg weitergegeben, der für ein Auffahrtslager mit 900 Jugendlichen im Sommer 2022 weite­re Holzgitterschalen aufstellen will.

Für das Modul verantwortlich war Miro Bannwart, Zimmermann & Architekt M.Sc und wissenschaftlicher Assistent. Er zieht ein positives Fazit: «In der Special Week können sich Studierende interdisziplinär in ein Thema vertiefen – Wir haben unsere Kräfte gebündelt, um eine 1:1 Holzstruktur aus knapp 1000 Laufmetern Holz zuerst digital zu simulieren und anschliessend auf dem Campusgelände aufzubiegen. Das Projekt hat Spass gemacht!».

Unterstützt wurde Miro Bannwart durch Mario Marty, BSc in Holztechnik, B3 Kolb AG. Sie bedanken sich bei allen Involvierten und bei Fehr Braunwalder für das Sponsoring der Schrauben und Verbindungsmittel.

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