Beckenbodengesundheit im ländlichen Nepal
Das kollaborative Forschungsprojekt untersucht beckenbodengerechtes Heben von schweren Lasten bei Frauen im ländlichen Nepal, um durch gemeinschaftsbasierte Massnahmen die Beckenbodengesundheit und Prävention zu stärken.
Steckbrief
- Beteiligte Departemente Gesundheit
- Institut(e) Physiotherapie
- Forschungseinheit(en) Beckenbodengesundheit
- Förderorganisation Andere
- Laufzeit (geplant) 01.02.2026 - 31.12.2027
- Projektleitung Dr. Helena Luginbühl
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Projektmitarbeitende
Dr. Helena Luginbühl
Jill Vögelin
Pascale Denise Brand - Partner Dr. Akina Shrestha, Department of Public Health, Kathmandu University School of Medical Sciences, NP
- Schlüsselwörter Frauengesundheit; Intervention zur Veränderung des Gesundheitsverhaltens; Bevölkerung mit eingeschränktem Ressourcenzugang; Beckenbodenerkrankungen; Beckenorganvorfall; Physiotherapie.
Ausgangslage
Im ländlichen Nepal übernehmen Frauen regelmässig körperlich schwere Arbeiten, darunter landwirtschaftliche Tätigkeiten und Aufgaben im Haushalt, die wiederholtes Heben und das Tragen schwerer Lasten erfordern. Die Häufigkeit von Beckenbodenerkrankungen ist in dieser Bevölkerungsgruppe besonders hoch und wird auch durch mangelnden Zugang zu Gesundheitsbildung und präventiven Massnahmen begünstigt. Das vorliegende Projekt setzt genau hier an und entwickelt gemeinschaftsbasierte Interventionen, um beckenbodengerechte Hebetechniken zu fördern. Ziel ist es, Risikofaktoren zu verringern und die langfristige Beckenbodengesundheit der Frauen in den ländlichen Regionen Nepals nachhaltig zu unterstützen. Die Initiative wird in Zusammenarbeit mit lokalen Gesundheitsfachkräften, Gemeindeorganisationen und internationalen Partner*innen durchgeführt, um kulturell angepasste und tragfähige Lösungen für die Förderung der Beckenbodengesundheit zu schaffen.
Vorgehen
Dieses Projekt verfolgt einen partizipativen, gemeinschaftsbasierten Ansatz zur Förderung beckenbodengerechten Hebetechniken bei Frauen, die im ländlichen Nepal schwere Lasten heben. Nach einer Bedarfsanalyse, bei der die aktuellen Hebepraktiken, wahrgenommenen Hindernisse und Wissenslücken zur Beckenbodengesundheit erfasst werden, besteht die Intervention aus interaktiven Workshops, die in einer blended, hybriden und online-Form für lokale Gesundheitsfachpersonen angeboten werden. Der Fokus liegt auf anatomischer Aufklärung, Risikofaktoren für Beckenbodenerkrankungen und praktischer Schulung in beckenbodengerechten Hebemethoden. Peer-Educators werden ausgebildet, um wichtige Inhalte zu vermitteln und nachhaltige Unterstützung zu bieten. Gemeinsam mit lokalen Fachkräften werden kulturell angepasste Trainingsmaterialien und praktische Demonstrationen zu beckenbodengerechten Hebetechniken entwickelt. Rückmeldungen aus Feedback-Meetings dienen dazu, das Programm anzupassen. Partnerschaften mit lokalen Gesundheitsdiensten sollen die Nachhaltigkeit sichern. Die Wirksamkeit und Akzeptanz werden mit Fragebögen evaluiert und überprüft. Die Ergebnisse helfen, beckenbodengerechte Praktiken auch in anderen ländlichen Regionen einzuführen.
Ausblick
Dieses Projekt legt die Basis für die Weiterentwicklung beckenbodengerechter Hebetechniken bei Frauen im ländlichen Nepal. Es baut auf Ergebnissen einer früheren Zusammenarbeit auf, die die positiven Auswirkungen einer gesteigerten Selbstwirksamkeit und sozialer Unterstützung auf die Beckenbodengesundheit der Frauen zeigte. Das Programm soll die lokalen Strukturen stärken, hilfreiche Ressourcen bereitstellen und Frauen darin bestärken, eigenverantwortlich für ihre Beckenbodengesundheit zu sorgen. Das interdisziplinäre Team arbeitet weiterhin mit Gemeindevertreter:innen, Gesundheitsfachkräften und Peer-Educators zusammen. So werden Schulungsmaterialien weiter angepasst und kulturelle Relevanz sichergestellt. Das Projekt trägt gezielt zur Förderung der Frauengesundheit und Selbstbestimmung bei. Es unterstützt die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, besonders Ziel 3 (Gesundheit und Wohlergehen) und Ziel 5 (Geschlechtergleichheit). Die gesammelten Erkenntnisse und Daten helfen dabei, die Maßnahmen in weiteren Regionen umzusetzen und Empfehlungen für die Gesundheitspolitik zu entwickeln. Durch fortlaufende Evaluation und Partnerschaften strebt das Projekt dauerhafte Unterstützung für die Frauengesundheit an und leistet einen Beitrag zu globaler Gesundheit und Geschlechtergerechtigkeit.