Evaluationsinstrument für Ernährungs- und Kochkompetenzen

Dieses Projekt entwickelt partizipativ Evaluationsinstrumente für Ernährungs- und Kochkompetenzen junger Erwachsener in der Schweiz. Es legt die Basis für wirksame Kochinterventionen und eine gesunde, alltagstaugliche Esskultur.

Steckbrief

  • Beteiligte Departemente Gesundheit
    Soziale Arbeit
  • Institut(e) Ernährung und Diätetik
  • Strategisches Themenfeld Themenfeld Caring Society
  • Förderorganisation BFH
  • Laufzeit (geplant) 01.01.2026 - 31.12.2026
  • Projektleitung Dr. Joyce Haddad

Ausgangslage

Das junge Erwachsenenalter ist eine entscheidende Lebensphase, in der langfristige Ernährungs- und Lebensgewohnheiten geprägt werden. In der Schweiz konsumieren junge Erwachsene den höchsten Anteil an hochverarbeiteten Lebensmitteln. Sie leben zunehmend in Einpersonenhaushalten und haben nur begrenzt Zeit, Raum und Ressourcen zum Kochen. Gleichzeitig machen gesellschaftliche Normen, der Einfluss digitaler Medien sowie wirtschaftlicher Druck Fertiggerichte zugänglicher und gesellschaftlich akzeptierter. Frische, selbst zubereitete Mahlzeiten werden dagegen oft als kostspielig oder zeitaufwendig empfunden. Trotzdem sind junge Erwachsene in der Ernährungsforschung unterrepräsentiert. Zudem sind die bestehenden Schweizer Evaluationsinstrumente für Ernährungs- und Kochkompetenzen nicht auf die heutigen digitalen und sozialen Realitäten zugeschnitten. Es fehlt derzeit ein kulturell angepasster, integrierter Ansatz, der diese Kompetenzen und weitere für diese Altersgruppe relevante Lebensgewohnheiten erfasst. Dieses Projekt schliesst diese Lücke, indem es speziell für junge Erwachsene in der Schweiz Messinstrumente entwickelt. Diese sollen die methodische Grundlage für künftige Kochinterventionen bilden und eine zuverlässige Evaluation von Ernährungs- sowie Kochkompetenzen ermöglichen. Dadurch wird «Culinary Nutrition» als Strategie gestärkt, um einerseits die Ernährungsqualität zu verbessern und andererseits die sozialen Beziehungen durch gemeinsames Kochen und Essen zu fördern.

Vorgehen

Die Entwicklung der Evaluationsinstrumente erfolgt in einer partizipativen, mehrstufigen Herangehensweise. Zunächst werden im Rahmen einer Literaturrecherche bestehende Instrumente zu den Themen Ernährungs- und Lebensmittelkompetenz sowie Kochfertigkeiten identifiziert. Dabei werden Lücken und bewährte Verfahren aufgezeigt. In Co-Design-Workshops mit jungen Erwachsenen aus der Schweiz (18–30 Jahre), Ernährungsberater*innen, Köchinnen und Köchen sowie Experten aus den Bereichen Sozialwissenschaften und Lebensstil-Interventionen werden anschliessend kulturell relevante Instrumente entwickelt. Dabei dienen Konzepte wie die Cook-ED™-Matrix und das Behaviour Change Wheel-Modell als Orientierung. Durch die partizipative Herangehensweise stellen wir sicher, dass die Instrumente unterschiedliche Lebensbedingungen, soziale Hintergründe und Alltagsrealitäten widerspiegeln. In einem dritten Schritt werden die Instrumente mithilfe einer digitalen Software in einer Pilotphase mit einer Gruppe von 20 bis 50 jungen Erwachsenen getestet, um sie auf Verständlichkeit, Praxistauglichkeit und Akzeptanz zu prüfen. Abschliessend werden die Tools basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen finalisiert und in ein Evaluationskonzept integriert, das die Grundlage für eine nachfolgende Kochintervention bei jungen Erwachsenen bildet.

Junge Erwachsene sind in der Ernährungsforschung bislang wenig berücksichtigt.
Junge Erwachsene sind in der Ernährungsforschung bislang wenig berücksichtigt.

Dieses Projekt leistet einen Beitrag zu den folgenden SDGs

  • 3: Gesundheit und Wohlergehen