Business Model Innovation

Wollen Sie ein bestehendes Geschäft neu denken, ein eigenes gründen oder einfach ausprobieren, wozu Sie fähig sind? In diesem CAS entwickeln Sie aus Ihrer Idee ein tragfähiges Geschäftsmodell, getestet an echten Kund*innen. Denn Innovation ist menschlich: Sie braucht ein Team, das sie trägt, und Kund*innen, die sie wollen.

Beginnen Sie Ihre Weiterbildung am 26. Oktober 2026.

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Certificate of Advanced Studies (CAS) Business Model Innovation
  • Dauer Herbstsemester: KW43 bis KW14
  • Unterrichtstage Montag / Dienstag 9.30–17.00 Uhr
  • Anmeldefrist 23. September
    9–24 Teilnehmer*innen
  • Anzahl ECTS 12 ECTS-Credits
  • Kosten CHF 7’850
  • Unterrichtssprache Deutsch / Englisch
  • Studienort Biel, Aarbergstrasse 46 / Online
  • Departement Technik und Informatik
  • Nächste Durchführung Herbst 2026

Inhalt + Aufbau

In diesem CAS entwickeln Sie aus Ihrem eigenen Projekt ein tragfähiges Geschäftsmodell – von der ersten Idee bis zum an echten Kund*innen getesteten Prototyp.

Portrait

Lange waren wir führend: Präzision, Maschinenbau, Qualität. Heute überholt uns China in Zukunftsmärkten wie Batterien, Solartechnik und Elektrofahrzeugen. Die Wende zur Elektromobilität trifft unsere Zulieferer, und der Klimawandel fordert die Wirtschaft hier und heute heraus. Wie begegnen wir dem? Meist mit Schlagworten, mehr KI, mehr Nachhaltigkeit, mehr Digitalisierung. Doch ein Schlagwort ist keine Strategie, und Effizienz misst, wie gut wir etwas tun, nicht, ob es noch das Richtige ist.

Was die Umbrüche verlangen, ist nicht mehr Optimierung, sondern Handeln mit System: eine Idee greifbar machen, an echten Kund*innen erproben, lernen, anpassen. Genau das ist Geschäftsmodellinnovation, und genau das lässt sich lernen. Dieselben Umbrüche, die bedrohen, eröffnen auch neue Chancen, eine neue Gründerzeit, wenn wir sie ergreifen.

Das CAS Business Model Innovation verbindet Wissen, Methoden und Werkzeuge mit der Entwicklung eines echten Geschäftsmodells am eigenen Projekt: systematisch, iterativ und agil, um es später im eigenen Unternehmen oder als Gründung umzusetzen. Dabei steht der Mensch im Mittelpunkt, denn Innovation gelingt nur im Team und nur bei Kund*innen, die mitziehen.

Im Zentrum der Teamarbeit steht psychologische Sicherheit: das Klima, in dem man Fragen stellen, Unsicherheit zugeben und offen ausprobieren darf. Wer noch keine eigene Idee hat, ist trotzdem richtig: In einem Team lernt man dieselbe Methode an einem echten Fall. Über Unternehmertum wird viel geredet. Hier wird es getan.

Berufsperspektiven

Wir könnten hier mit Jobtiteln um uns werfen: Chief Innovation Officer, Venture Architect, Head of New Business, Business Model Designer, Transformation Lead, Growth Hacker, Intrapreneur in Residence, Chief Entrepreneur, Innovation Catalyst. Nur ändern sich solche Etiketten fast täglich, man sehe nur, was heute alles ein «AI» im Titel trägt.

Was bleibt, sind die Fähigkeiten dahinter: unter grosser Unsicherheit zu handeln und aus einer Idee ein neues, tragfähiges Geschäft zu entwickeln. Dazu gehört, Menschen mitzunehmen, im eigenen Unternehmen, im Team und bei den Kund*innen. Lange gehörte die Bühne den Optimierenden, die das Bestehende effizienter machten. Doch in einer Welt, die sich schneller wandelt, als man sie optimieren kann, wird unternehmerisches Handeln unter Unsicherheit zur Kernkompetenz der nächsten Jahre. Diese Fähigkeit eröffnet Wege, ganz gleich, wie die Stelle gerade heisst:

  • Im eigenen Unternehmen die Zukunft sichern: sie aktiv gestalten statt nur verwalten, Innovations- und Strategiethemen verantworten, Transformationen leiten.
  • Etwas Eigenes gründen: mit einem an echten Kund*innen getesteten Geschäftsmodell starten.
  • Sich zukunftsfähig halten: immer wieder Neues gestalten können, was in einer Welt, in der Wissen rasch veraltet, selbst die beste Berufsperspektive ist.

Ausbildungsziele

Nach Abschluss des CAS können die Absolvent*innen:

  • Geschäftsmodelle ganzheitlich analysieren und ihre Innovationspotenziale in allen vier Elementen erkennen.
  • Kund*innenprobleme und unerfüllte Bedürfnisse systematisch verstehen, bevor Lösungen entstehen.
  • Neue Geschäftsmodelle explorativ entwickeln: Ideen, Prototypen, Tests an echten Kund*innen, Iteration.
  • Mit Kreativitätstechniken grösser denken und eingefahrene Denkmuster durchbrechen.
  • Unter Unsicherheit unternehmerisch entscheiden und das eigene Vorhaben zur Umsetzung treiben.
  • Im Team wirken und psychologische Sicherheit als Grundlage für Lernen und Wachstum schaffen.

Testimonial

Femke Morf
Femke Morf, Absolventin CAS Business Model Innovation, InnovationLab Managerin, Die Schweizerische Post AG

«Eine unvoreingenommene Denkweise ermöglicht es uns, an wirklich bedeutenden Innovationen zu arbeiten, da sie uns dazu befähigt, bestehende Grenzen zu überwinden und neue Lösungsansätze zu entwickeln. Für mich ist das die wichtigste Eigenschaft, die ich praxisnah trainiert habe. Innovation erfordert auch ein strukturiertes Vorgehen, Raum, Zeit und den Austausch mit Menschen. Das alles bietet dieses CAS.»

Im CAS durchlaufen die Teilnehmenden in ihren Teams einen siebenstufigen Business Model-Innovation-Prozess. Auffällig ist, womit er beginnt: nicht mit Lösungen, sondern mit Verstehen. Erst die Kund*innen und ihr Problem, dann die Idee.

  1. Team Building — das Team formen und tragfähig machen.
  2. Customer Insights — die Kund*innen und ihre Jobs-to-be-done wirklich verstehen.
  3. Verstehen & Standpunkt — das Problem schärfen, einen klaren Standpunkt finden.
  4. Ideenfindung — mit Kreativitätstechniken grösser denken.
  5. Design — das Geschäftsmodell in seinen vier Elementen entwerfen.
  6. Auswahl & Prototyp — fokussieren und einen Prototyp bauen.
  7. Bauen & Lernen — an echten Kund*innen testen, lernen, iterieren (später im eigenen Unternehmen).

Der Kurs verbindet drei Prozesse, die durchgehend ineinandergreifen:

  • Input nach dem Prinzip just-in-time: Werkzeuge und Methoden kommen genau dann, wenn das Projekt sie braucht, nicht auf Vorrat.
  • Projektarbeit in kleinen, selbstgewählten Teams am echten Fall.
  • Team-Coaching, durchgehend und parallel, als kontinuierlicher Prozess über den ganzen Kurs.

Die Unterrichtseinheiten machen weniger als die Hälfte des Kurses aus, der grössere Teil ist Projektarbeit und Selbststudium. Wer den Kurs durchläuft, wächst daran, weit über das Fachliche hinaus. Möglich wird das durch psychologische Sicherheit, die nicht als Theorie gelehrt, sondern im realen Projekt aufgebaut wird. Die Lehrenden sind keine Lösungsgeber*innen, sondern Katalysator*innen.

Der Kompetenznachweis besteht aus einer Abschlusspräsentation und einem Abschlussbericht, die gemeinsam bewertet werden. Im Zentrum steht nicht die Erfolgswahrscheinlichkeit der Idee, sondern der Lernweg: Was hat das Team erreicht, wie ist es dorthin gekommen, und was haben die Teilnehmenden als Team und als Einzelne gelernt? Auch ein Projekt, das scheitert, kann zu einer sehr guten Note führen, wenn das Team reflektiert, warum es so kam und was es künftig anders machen würde. Bewertet wird mit einer gemeinsamen Teamnote.

Kompetenzprofil CAS Business Model Innovation | BFH

Kompetenzstufen

  1. Kenntnisse | Wissen
  2. Verstehen
  3. Anwenden
  4. Analyse
  5. Synthese
  6. Beurteilung
  • Kontaktunterricht mit Input und Übungen (just-in-time)
  • Selbststudium zur Vertiefung
  • Projektarbeit am eigenen Fall im Team
  • Durchgehendes Team-Coaching

Der Kompetenznachweis umfasst eine Abschlusspräsentation und einen Abschlussbericht, die gemeinsam als Teamnote bewertet werden.

Wer hier zusammenkommt, ist so unterschiedlich wie die Projekte, die daraus entstehen:

  • Ein Mitarbeiter eines Energieversorgers machte aus dem vagen Schlagwort «Elektromobilität» ein konkretes Geschäft mit echten Kund*innen, das zum viertgrössten Geschäftsbereich seines Unternehmens wuchs.
  • Eine Mitarbeiterin aus dem Facility Management der SBB und ein Luft- und Raumfahrtingenieur dachten gemeinsam das Möbelmanagement der SBB als Kreislaufwirtschaft neu. Der Ingenieur sagte, er habe in seinem Berufsleben noch nie so viel Energie gespürt.
  • Ein Team rund um eine persönlich von Burnout betroffene Person entwickelte eine App zur Burnout-Prävention in Firmen, mit Nutzen für alle: den Menschen, der gesund bleibt, den Arbeitgeber, der Ausfälle vermeidet, und die Versicherung, die deshalb mitfinanzieren wollte.
  • Ein Team, das in der Erstausbildung Landmaschinenmechaniker, Automechatroniker und Maschineningenieur gelernt hatte und heute einen EMBA absolviert, half einem Agrarhändler, Smart Farming neu zu denken: nicht die grossen Traktoren ins Schaufenster, sondern den konkreten Nutzen für die Bauern. Aus Kurskollegen wurden Freunde.
  • Eine IT-Entwicklerin, die COO eines grossen Messeunternehmens und der Entwicklungsleiter eines Maschinenbauers entwarfen die «Mosaik-Jobsuche», eine Idee, die heute mit KI gebaut würde, damals aber ihrer Zeit voraus war.

Titel + Abschluss

Certificate of Advanced Studies (CAS) in «Business Model Innovation»

Voraussetzungen + Zulassung

Erfahren Sie, für welche Fachpersonen diese Weiterbildung konzipiert ist und welche Voraussetzungen Sie mitbringen sollten.

Voraussetzungen

Die wichtigste Voraussetzung ist keine Position, sondern eine Haltung: der Wille, zu gestalten statt zu verwalten. Wer eine Abteilung, ein Produkt, einen Prozess oder ein Unternehmen verantwortet, ist hier ebenso richtig wie eine Gründerin, ein Forscher oder jemand, der einfach Lust hat, sich die Werkzeuge für das zu erarbeiten, was bald kommt.

Vorkenntnisse in Innovationsmanagement und Betriebswirtschaft, besonders in Strategie und im Verständnis von Kund*innen, sind willkommen, aber keine Bedingung. Ebenso willkommen ist ein technischer Hintergrund. Gerade die Vielfalt der Hintergründe macht die Teams stark.

Sprachkenntnisse in Englisch werden vorausgesetzt.

Zielpublikum

Das CAS Business Model Innovation richtet sich an Menschen, die etwas gestalten wollen, unabhängig von Titel oder Position. Vielleicht erkennen Sie sich in einem dieser Gedanken wieder:

  • «Ich habe alles gelernt, Innovation, Leadership, Digitalisierung, und verändere doch nur das Bestehende.»
  • «Kostensenken und Effizienz helfen nicht mehr, wenn eine neue Technologie unser ganzes Geschäft umkrempelt.»
  • «Eine tolle Idee, eine starke Technik, aber sie wird nicht zum Geschäft.»
  • «Wir sind so durchoptimiert, dass kein Raum und keine Zeit bleiben, um über die grössere Zukunft nachzudenken.»
  • «Ich bin so mit dem Überleben des Unternehmens beschäftigt, dass mir Raum und Zeit fehlen, um Neues voranzutreiben.»
  • «Mein Wissen verliert an Wert, ich muss mich neu erfinden.»
     

Und es geht auch ohne Druck, aus reinem Gestaltungswillen:

  • «Ich trage eine Idee in mir und will sie endlich zum Geschäft machen.»
  • «Ich will gestalten, etwas Eigenes bauen, das Wirkung hat.»
  • «Ich habe noch keine Idee, aber die Neugier, schon jetzt zu lernen, was ich bald brauchen werde.»

Allen gemeinsam ist nicht eine Position, sondern eine Haltung: der Wille, zu gestalten statt zu verwalten. Ein eigenes Projekt ist keine Voraussetzung, wer noch keines hat, arbeitet in einem Team mit und lernt die Methode an einem echten Fall.

Studiengänge richten sich an Personen mit einem Hochschulabschluss und Berufspraxis. Personen ohne Hochschulabschluss können zu Studiengängen zugelassen werden, wenn sich ihre Befähigung aus einem anderen Nachweis ergibt.

Infoveranstaltungen + Beratung

Sie haben Fragen zur Weiterbildung? An unseren Infoveranstaltungen beantworten Studiengangsleitende, CAS-Leitende und Dozierende Ihre Fragen.

Studienort

Diese Weiterbildung findet vor Ort an der Aarbergstrasse 46 im Switzerland Innovation Park Biel/Bienne oder hybrid statt (bitte konsultieren Sie den aktuellen Stundenplan).

Switzerland Innovation Park Biel/Bienne (SIPBB)

Vielseitige Standortvorteile
 

  • Unterrichtsräume in zwei Minuten Gehdistanz vom Bahnhof Biel/Bienne
  • Ideale Zugsverbindungen im 15-Minuten-Takt ab Hauptbahnhof Bern und im 30-Minuten-Takt ab Bern Wankdorf (neue Linie Thun-Biel)
  • Modernste Infrastruktur im SIPBB-Neubau
  • Vielseitige Verpflegungsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe
  • Innovative Events und Networkinganlässe

Und noch dies…
 

  • Innovations-Hotspot Biel/Bienne
  • Hochschulstadt Biel/Bienne
  • Industrie- und Dienstleistungsstadt mit zahlreichen Leadern in den Bereichen der Uhren-, Maschinen-, Präzisions- und Medizinaltechnikindustrie sowie Vertretern der Kommunikations- und Telekommunikationsbranche
  • Unmittelbare Nähe zum Bielersee mit vielseitigem Sport- und Freizeitangebot
  • Gelebte Zweisprachigkeit
  • Kulturleben in allen Facetten

Biel Aarbergstrasse 46 (Switzerland Innovation Park Biel/Bienne)

Biel, Aarbergstrasse 46

Berner Fachhochschule

Technik und Informatik
Switzerland Innovation Park Biel/Bienne
Aarbergstrasse 46
CH 2503 Biel

Berner Fachhochschule

Technik und Informatik
Switzerland Innovation Park Biel/Bienne
Aarbergstrasse 46
CH 2503 Biel