Berner Mediationstag 2026: Konflikte systemisch bearbeiten und die Kunst des Verbindens

Der Berner Mediationstag 2026 lädt dazu ein, die Kunst des Verbindens neu zu entdecken und mittels systemischen Perspektiven Konflikte und deren Bearbeitung gemeinsam zu erkunden.

02.09.2026, 8.30–16.50 Uhr – Berner Fachhochschule, Soziale Arbeit, Hallerstrasse 10, 3012 Bern

Beschreibung und Konzeption

Der Berner Mediationstag lädt Sie ein, die Kunst des Verbindens aus systemischen Perspektiven für Konflikte und Konfliktbearbeitung gemeinsam neu zu denken und auszuprobieren. Zusammen erkunden wir, wie es gelingt Beziehungen bewusst zu gestalten – zu sich selbst, zu anderen und zur Umwelt. Welche systemischen Zugänge eröffnen dabei hilfreiche Perspektiven und Handlungsspielräume?

In Input-Referaten, Präsenz- und Online-Workshops sowie Dialogformaten reflektieren Sie Ihr eigenes Handeln, erweitern Ihr professionelles Netzwerk und erhalten Impulse für die Weiterentwicklung Ihrer Praxis.

Der Berner Mediationstag bringt Fachpersonen wie angehende und ausgebildete Mediator*innen und Konfliktmanager*innen, Berater*innen, Coaches, Supervisor*innen, sowie weitere Interessierte zusammen, die systemische Ansätze der Konfliktbearbeitung erforschen und vertiefen möchten.

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Steckbrief

  • Startdatum 02.09.2026, 8.30–16.50 Uhr
    In Kalender eintragen
  • Ort Berner Fachhochschule, Soziale Arbeit, Hallerstrasse 10, 3012 Bern
  • Status Der Berner Mediationstag findet vor Ort und online statt; Sie können wählen, ob Sie persönlich teilnehmen oder sich für die Online-Teilnahme anmelden.
  • Kosten Teilnahme vor Ort: CHF 400.– inkl. Stehlunch und Kaffeepausen (Frühbucherrabatt bis 15.06.2026: CHF 350.–) | Online-Teilnahme: CHF 310.– (Frühbucherrabatt: CHF 290.–)
Zeit         Programm
8.30-9.15 Uhr   Ankunft und Willkommenskaffee 
9.15-9.30 Uhr   

Auftakt

9.30-10.30 Uhr  

Keynote 1

 

«Als Paar entbunden – als Eltern verbunden» 

Referentin: Prof. Tanja Lutz, Dozentin, Berner Fachochschule BFH, Soziale Arbeit 

10.30-11.00 Uhr   Kaffeepause
11.00-12.30 Uhr   Erste Runde Workshops
12.30-13.30 Uhr   Mittagspause
13.30-15.00 Uhr   Zweite Runde Workshops 
15.00-15.30 Uhr   Kaffeepause
15.30-16.30 Uhr   Keynote 2

Verbunden bleiben – aber wie? Nützliche und schädliche Verbundenheit im Konflikt

Referent: Klaus Eidenschink, Organisationsberater, Coachingausbilder, Exekutive-Coach, Eidenschink&Partner
16.30-16.50 Uhr   Synthese und Abschluss 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  • Workshop 1: Konfliktursache: Mensch oder System? Und wenn ja, was heisst das für unsere Arbeit? 

Entstehen Konflikte aus individuellen Charakter- und Verhaltensmustern, oder sind die Handlungen der Beteiligten Reaktionen auf das System, in dem sie agieren? Zwischen dem subjektiven Erleben der Konfliktparteien und der systemischen Perspektive der Mediator*innen ergibt sich hier häufig ein Spannungsfeld. In diesem Workshop gehen wir dieser Frage nach und beleuchten, welche Konsequenzen sich daraus konkret für die mediative Praxis ableiten lassen.

Format: Dieser Worskhop findet online statt. Dieser Workshop findet am Nachmittag statt.

Workshopleitung:
Amir Vitis, Mediator FSM, Organisationsentwickler, Supervisor, Mediationsausbilder

  • Workshop 2: Zwischen Ich und Du «innere Präsenz als Schlüssel zur Konfliktlösung»

Bevor wir ein Gegenüber erreichen können, brauchen wir einen guten inneren Halt. Dieser Workshop lädt dazu ein, innere Stabilität zu stärken und aus einem bewussten Selbstkontakt heraus in Beziehung zu treten. So werden Konflikte zu Räumen der Begegnung statt zur Trennung.

Format: Dieser Workshop findet vor Ort statt.

Workshopleitung: Rahel Marti, psychosoziale Beraterin mit transaktionsanalytischem Hintergrund und Bewegungspädagogik. Seit über 20 Jahren als Schulsozialarbeiterin und Begleitung von Menschen in unterschiedlichen Bildungs- und Beratungssettings.

  • Workshop 3: Mediation in instabilen Systemen 

«Zeiten des Übergangs sind Zeiten der Mediation.» — Josef Duss-von Werdt 
Auf gesellschaftlicher Ebene ist vieles im Wandel: Klimawandel, Artensterben, Demokratieerosion, soziale Spaltung, Migration, KI - um einige zu nennen. Multiple, sich gegenseitig verstärkende Krisen verändern grundlegend, wie wir zusammenleben, entscheiden und streiten. Die dabei entstehenden Konflikte sind komplex. Wir als Mediator*innen sind nicht mehr Brückenbauer*innen zwischen zwei Ufern – wir sind Teil des Flusses selbst.
 
Was bedeutet «systemisch bearbeiten» und «verbinden», wenn die Systeme selbst ihre gewohnte Stabilität verlieren? Und: Kann das, was wir dann noch tun, überhaupt noch Mediation heissen?
 
Ohne den Anspruch zu haben, schnelle Antworten zu finden, nehmen wir ungewohnte, mitunter unbequeme Perspektiven ein und hinterfragen Haltungen, Denk- und Handlungsmuster – auch in Bezug auf die Mediation.

Format: Dieser Workshop findet vor Ort statt.

Workshopleitung:
Prof. Daniela Oppliger, Mediatorin FSM, Dozentin und Studienleiterin im Bereich Mediation und Konfliktmanagement der Berner Fachhochschule, MA in African Studies, BA in Soziologie, Umwelt- und Politikwissenschaften

  • Workshop 4: Ein Konflikt im Team - nichts wie weg! Oder doch - nichts wie hin? 

Wenn wir gemeinsam mit anderen etwas erreichen wollen, erleben wir zwangsläufig Spannungs- und Konfliktsituationen. Gruppendynamische Instrumente helfen, die Dynamiken in Teams oder Gruppen zu verstehen und Wege zu finden, damit umzugehen. Sie zeigen auf, dass das Verhalten eines einzelnen Mitgliedes selten die Ursache, sondern meist ein Symptom für das Gruppengeschehen darstellt. 

Format: Dieser Workshop findet vor Ort statt.

Workshopleitung:
Sandra Vogel, Supervisorin, Organisationsberaterin & Coach bso , MAS systemisch-organistionsdynamisches Coaching FHNW, Ausbildungsberechtigte Trainerin für Gruppendynamik DGGO, Ausbilderin mit eidg. Fachausweis

  • Workshop 5: Selbst in Führung bleiben in Konflikten - freundlich und bestimmt mit dem Innen und gleichzeitig mit dem Aussen verbunden sein. 

Wie kann ich innerlich gelassen und in einem guten Kontakt mit mir selbst sein – bevor, während und nachdem ich mit Menschen in Konflikten arbeite? Der Workshop wird theoretisch gerahmt und führt durch eine Vielfalt an Anwendungsmöglichkeiten.

Format: Dieser Workshop findet Online statt. Dieser Workshop findet am Vormittag statt. 

Workshopleitung:
Dr. phil. Karma Lobsang, seit 20 Jahren tätig in Mediationen, Beratungen, Aus- und Weiterbildungen. Mediatorin FSM, Trainerin MBSR, Meditation & Yoga.

  • Workshop 6: Im Konflikt verbunden. Intimität und singularisierte Paare

Spannungen im Paar werden oft als Gefährdungsproblematik gesehen und der Konflikt als Krankheit behandelt. Kultursoziologisch gesehen, erscheint nun das, was sonst als Störung erscheint, als Ausgangspunkt und Weg, Nähe herzustellen. Unvoreingenommen betrachtet können Paare Dissense nutzen, um Verbindungen zu stärken. 

Von Dozentenseite geht es im Workshop inhaltlich um die Erhellung von Paar – Intimität – Konflikt und darum zu klären, inwiefern Verbundensein im Konflikt möglich sein kann. Von Teilnehmendenseite dürfen eigene Erfahrungen mit Paarbeziehungen - natürlich auch der eigenen - eingebracht werden. Zusammen soll es auch darum gehen, eine Technik anzuschauen, die sich im singularisierten Milieu als hilfreich erweist.

Format: Dieser Workshop findet vor Ort statt.

Workshopleitung:
Dr. phil. Klaus Schmidt, Mediator, Mediationsausbilder, freiberuflicher Dozent an verschiedenen Hochschulen sowie als Mitglied des Leitungsteams der bundesdeutschen Forschungsgruppe Mediation (ForMed).

  • Workshop 7

Format: Dieser Workshop findet vor Ort statt.

Workshopleitung: Sabine Schoch

Keynote 1: Als Paar entbunden – als Eltern verbunden


Referentin: 
Prof. Tanja Lutz ist Dozentin an der Berner Fachhochschule und leitet mehrere Weiterbildungsprogramme in Mediation. Als selbstständige Mediatorin mit Schwerpunkt Familienmediation und Kindesschutz verfügt sie über langjährige Erfahrung in der Arbeit mit hochstrittigen Eltern und in der Konfliktbearbeitung.

Keynote 2: Verbunden bleiben – aber wie? Nützliche und schädliche Verbundenheit im Konflikt


Zur Kunst des Verbindens im Konflikt gehört die Fähigkeit, Kontakt herzustellen und auch unter belastenden Bedingungen aufrechtzuerhalten –etwa auch dann, wenn man nur noch davonlaufen möchte. Gleichzeitig erfordert sie die Kompetenz, schädliche oder destruktive Formen von Kontakt zu erkennen und zu begrenzen. Wer keine Feinde erkennen kann, kann ihnen weder die Wange hinhalten noch die Zunge herausstrecken. Eine differenzierte Wahrnehmung von Beziehungen und Rollen ist dabei zentral: Nur wer destruktive Dynamiken erkennt, kann angemessen darauf reagieren – sei es durch Offenheit oder durch klare Abgrenzung. Daraus ergeben sich zentrale Fragen: Woran lässt sich hilfreiche von schädlicher Verbundenheit unterscheiden? Und welche Herausforderungen liegen in der Kunst des Verbindens und Trennens?

Referent: 
Klaus Eidenschink studierte Theologie, Philosophie und Psychologie und ist seit über 30 Jahren in der Beratung und im Coaching von Top-Management großer Konzerne und mittelständischer Unternehmen tätig, mit Schwerpunkten in der Konfliktbewältigung festgefahrener Konstellationen sowie im Coaching von Führungskräften in komplexen Entscheidungssituationen; zudem ist er Autor mehrerer Bestseller, darunter «Die Kunst des Konflikts. Konflikte schüren und beruhigen lernen».    

Alle Fachpersonen aus den Bereichen Mediation, Konfliktmanagement, Beratung, Coaching, Organisationsentwicklung und Supervision. Alle weiteren Interessierten, die in Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit Führungsaufgaben übernehmen oder mit Konflikten konfrontiert sind.