Drei Fragen an Gabrielle Marti, neue Dozentin für Case Management

Als Nachfolgerin von Lukas Leber wird sie die erfolgreichen Weiterbildungen mit ihrem fundiertem Fachwissen und breiter Praxiserfahrung in die Zukunft führen. Im Kurzinterview verrät sie uns mehr über sich.

Was motivierte sie, an der BFH die Dozentur für Case Management zu übernehmen? 

Es ist mir ein Anliegen, theoretisches Wissen und praktische Erfahrungen zu verknüpfen. Im Rahmen meiner beruflichen Erfahrungen mit mehrfachbelasteten Klient*innen zeigte sich stets ein hoher Bedarf an koordinierter interdisziplinärer Fallführung – insbesondere auch zwischen den beteiligten Institutionen und Fachdisziplinen. Als Leiterin der psychologischen Fachstelle «Jugendberatung» habe ich in der Stadt Zürich unter anderem ein abteilungsübergreifendes Projekt zum Case Management mitangestossen und für die Jugendberatung umgesetzt. Ziel des Projekts war es, die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Stellen der Verwaltung besser zu koordinieren. Es zeigte sich im Projekt, dass dadurch Jugendliche und junge Erwachsene beruflich gezielter integriert werden konnten. Denn neu finden neben Beratungen auch niederschwellige psychologische Abklärungen statt, um psychische Störungen frühzeitig zu behandeln und Leistungen für die Jugendliche und jungen Erwachsenen zugänglich zu machen. So konnte die darin involvierte psychologische Fachstelle niederschwellig zwischen Sozialarbeit und Psychiatrie positioniert werden. 

Meine Überzeugung ist: damit solche Projekte im Arbeitsalltag Bestand haben, sind Weiterbildungen unerlässlich. Die Fachpersonen lernen, aus unterschiedlichen Disziplinen ein gemeinsames Verständnis von Case Management aufzubauen. Deshalb bin ich ausserordentlich motiviert, mich als Dozentin an der BFH genau dafür zu engagieren. Ich freue mich sehr darauf, fundiertes Fach- und Methodenwissen des Case– und Care Managements zu vermitteln. Selbstverständlich verbinde ich dies mit alltagstauglichen und fachlich fundierten Praxisinstrumenten für die Arbeit mit mehrfachbelasteten Klient*innen. 

Welche Erfahrungen aus Ihrem Berufsleben helfen Ihnen, gute Weiterbildungen im Case Management zu gestalten? 

Mein gesamter beruflicher Werdegang ist geprägt von der dualen Rolle als Dozentin und Praktikerin. Ich bin M.Sc. Psychologin, eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin, Supervisorin und Sozialarbeiterin. Als Dozentin für Soziale Arbeit an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) bringe ich umfangreiche Unterrichtserfahrung aus dem Bachelor und der Weiterbildung mit. Mein Fachwissen im Bereich Case Management konnte ich sowohl im Unterricht mit einem eigenen CAS Case Management als auch in der Praxis der Sozialarbeit und Psychologie wirksam einbringen. In diesem Sinne wird im CAS Case Management an der BFH weiterhin eine enge Verbindung von aktuellem Fachwissen und praxisnahen Instrumenten vermittelt werden. 

Was sind die Zukunftsthemen im Case Management?

Wichtige Zukunftsthemen im Case Management entstehen aus den aktuellen Bedürfnissen der mehrfach belasteten Klient*innengruppen. Auf dieser Grundlage wird sich unser Weiterbildungsangebot ständig weiterentwickeln. Das aktuelle Thema «Umgang mit psychisch belasteten Klient*innen» ist eines davon. Zusätzlich ist Case Management geprägt durch die Vernetzung von stetig komplexer werdenden Angebotsstrukturen und Differenzierungen von Leistungspaletten. Auch diesen Entwicklungen ist Rechnung zu tragen. Dies sind aber nur zwei Beispiele von zukünftigen Themen, die das Weiterbildungsangebot des Case Managements an der BFH in enger Zusammenarbeit mit der Praxis prägen werden.

Gabrielle Marti

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Fachgebiet: Soziale Arbeit, Case Management
Rubrik: Weiterbildung