Auszeichnung für exzellente Hochschullehre: Drei innovative Projekte gewinnen Lehrpreis

03.07.2026 Die Würfel sind gefallen: Am 30. Juni 2026 kürte die Jury des Lehrpreises der Burgergemeinde Bern die drei Preisträger*innen 2026 für ihre didaktisch exzellenten und zukunftsweisenden Ansätze.

Das Wichtigste in Kürze

  • Am 30. Juni 2026 kürte die Jury des Lehrpreises der Burgergemeinde Bern die drei Preisträger*innen 2026 für ihre didaktisch exzellenten und zukunftsweisenden Ansätze.
  • Die prämierten Lehrmodule arbeiten mit Blended-Learning- und Challenge-based-Learning-Ansätzen.
  • Alle Module überzeugen durch einen vielschichtigen Aufbau, integrierte Reflexionen und einen hohen Praxisbezug.

Die Hochschullandschaft ist im Wandel und mit ihr die Anforderungen an eine zeitgemässe Didaktik. Der Lehrpreis der Burgergemeinde Bern würdigt jedes Jahr drei herausragende Lehrprojekte. Diese zeigen exemplarisch, wie Studierende durch Praxisbezug, Technologieintegration und gesellschaftliches Engagement optimal auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet werden.

Lehrpreis der Burgergemeinde Bern

Der Lehrpreis der Burgergemeinde Bern wurde 2025 erstmals in dieser Form vergeben. Er zeichnet didaktisch herausragende Bildungsinitiativen aus. Das Preisgeld beläuft sich auf insgesamt 10’000 Franken und wird auf die ersten drei Plätze verteilt: Der dritte Platz wird mit CHF 2’000, der zweite mit CHF 3’000 und der erste Platz mit CHF 5’000 prämiert.

Die Jury unter der Leitung von Dominique Herren, Product Owner Hochschuldidaktik der Virtuellen Akademie, hat die Gewinner*innen aufgrund klar festgelegter Qualitätskriterien bewertet. Die Preise werden offiziell am Tag der Lehre am 3. September 2026 in Bern übergeben.

Am 30. Juni 2026 haben die drei Finalist*innen ihre Arbeiten der Jury präsentiert, die sich aus sieben Exponent*innen der Berner Fachhochschule zusammensetzt. «Die Wahl der Finalist*innen hat sich bestätigt: Die Qualität der drei präsentierten Lehrmodule ist hervorragend und die gezeigten didaktischen Ansätze sind äusserst vielschichtig», erklärte der Jury-Vorsitzende Dominique Herren. Die Jury rangierte die in der finalen Runde verbliebenen Projekte schliesslich wie folgt:

  1. Thiemo Wambsganss (W-HAIS)/ Roman Rietsche (W-IDTM), Modul DPE – Prompt Engineering: Innovation Through Generative AI
  2. Rulla Sutter (S), Bottom-up Social Security Practice: NGOs, Grassroots and the Swiss Welfare State, Spezialmodul
  3. Silvia Zingg (HAFL), Modul BCUf224 Biodiversitäts- und Lebensraumförderung

Wir haben uns zwei Ziele für Prompt-Engineering-Skills gesetzt: a) Handlungskompetenzen trainieren und b) Haltung und Charakter vermitteln.

  • Thiemo Wambsganss und Roman Rietsche

Thiemo Wambsganss und Roman Rietsche: Prompt Engineering – mit KI Innovationen gestalten

Das Modul adressiert eine der aktuellen technologischen Entwicklungen. Die Dozierenden verbinden technisches Know-how mit einer klaren didaktischen Haltung. Ziel ist es, Studierende zu befähigen, generative KI-Technologien nicht nur zu bedienen, sondern reflektiert, verantwortungsvoll und innovationsorientiert einzusetzen. Das didaktische Konzept basiert auf einem Blended-Learning-Ansatz, bei dem Präsenz- und Online-Phasen bewusst aufeinander abgestimmt sind. In Teams entwickeln die Studierenden eigene Prototypen auf Basis von Prompt Engineering für konkrete Problemstellungen aus ihrem Alltag.

Thiemo Wambsganss und Roman Rietsche
Thiemo Wambsganss und Roman Rietsche stellen der Jury ihre Lehrveranstaltung vor.

Das Lehrangebot zeichnet sich besonders durch das Integrieren von KI-Feedbackschlaufen in den Lernprozess aus. Das eigens von den Dozierenden entwickelte Tool Rflect generiert Feedback an die Studierenden. Dieses wird bewusst mit Peer- und Dozenten-Feedbacks kombiniert, was eine kritische Reflexion von KI-Aussagen fördert. Der Lehrpreis würdigt diese Vermittlung von Zukunftskompetenzen: Prompt Engineering wird als strategische, kreative und verantwortungsvolle Praxis gelehrt.

Die Studierenden haben den Austausch mit den Expert*innen und den zivilgesellschaftlichen Organisationen sehr geschätzt.

  • Rulla Sutter

Rulla Sutter: Bottom-up Social Security Practice – Zivilgesellschaft begegnen und gestalten

Das englischsprachige Spezialmodul Bottom-up Social Security Practice: NGOs, Grassroots and the Swiss Welfare State verwandelt das Lernen in einen Erfahrungsraum. Es greift Kernanliegen der Sustainable Development Goals auf und zeigt, wie nachhaltiges Lehren konkret aussehen kann. Das Modul besticht durch vier Lehrinnovationen:

  • Gelebte Engaged University: Strukturierte Feldbesuche bei Organisationen wie der Kirchlichen Gassenarbeit oder Caritas Bern ermöglichen direkte Begegnungen mit Praktiker*innen und Klient*innen.
  • Digitale Mündigkeit: Ein eigenständiges Bewertungskriterium prüft die kritische Reflexion des KI-Einsatzes (z.B. Hinterfragen des Outputs, Datenschutz).
  • Partizipative Pädagogik: Studierende und Lehrpersonen verfassen gemeinsam eine Modul-Charta, die Grundsätze wie Offenheit und Respekt festlegt und ein vertrauensvolles Lernklima schafft.
  • Interdisziplinäre Verzahnung: Das Lehrgefüge vereint Expert*innen aus Sozialer Arbeit, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft, Betriebswirtschaft, Data Science und Soziologie.
Rulla Sutter
Rulla Sutter lebt partizipative Pädagogik: Studierende und Lehrpersonen verfassen gemeinsam eine Modul-Charta.

Das didaktische Konzept von Rulla Sutter folgt ebenfalls einem Blended-Learning-Rhythmus mit systematischer Verzahnung von Online-Vorbereitung (Moodle) und Präsenzphasen, was ein tiefgreifendes und nachhaltiges Lernen ermöglicht. Die Jury würdigte zudem die reichhaltige Kombination von Lehr- und Lernmethoden und die Bereitschaft von Rulla Sutter, die eigene Rolle als Dozent*in aufgrund von Feedbacks weiterzuentwickeln.

Wir kommen immer stärker weg von der Input-Orientierung und geben Verantwortung an die Studierenden ab.

  • Silvia Zingg

Silvia Zingg: Biodiversität real entwickeln – Challenge-Based Learning im Siedlungsraum

Die Dozentin setzt mit dem Modul BCUf224 Biodiversitäts- und Lebensraumförderung neue Massstäbe in der Ausbildung von Studierenden des BSc Umwelt- und Ressourcenmanagement. Im Zentrum steht der Challenge-Based Learning-Ansatz, der weit mehr ist als die reine Vermittlung von Theorie. Studierende bearbeiten reale Fallbeispiele im Siedlungsraum und analysieren diese direkt vor Ort. Der strukturierte Prozess umfasst:

  • Definition von Systemgrenzen & Indikatoren: Einführung in ökologische Kennzahlen.
  • Bestandesaufnahme: Kartierung von Lebensräumen, Artenvielfalt-Erfassung und Gespräche mit lokalen Akteur*innen.
  • Massnahmenentwicklung: Erarbeitung konkreter Handlungsempfehlungen.
  • Abschliessender Workshop, in dem die Ergebnisse mit lokalen Stakeholdern (Anwohnern, Verwaltung, Unterhalt) diskutiert und priorisiert werden.
Silvia Zingg
Studierende bearbeiten reale Fallbeispiele im Siedlungsraum und analysieren diese direkt vor Ort.

Dieser Ansatz fördert nicht nur fachliche, sondern auch soziale und methodische Kompetenzen. Die Studierenden erleben die Wirksamkeit ihrer Arbeit direkt, bauen Kommunikations- und Moderationskompetenzen auf und lernen die Komplexität echter Entscheidungsprozesse kennen.

Wir gratulieren allen Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich zu diesen herausragenden Leistungen und ihrem Engagement für eine innovative Hochschullehre. Unser Dank gilt der Burgergemeinde Bern, die diesen Lehrpreis ermöglicht

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Rubrik: Fachhochschule