3 Fragen an Daniel Pfister, BFH-Lehrbeauftragter für lösungsorientierte Gesprächsführung im Case Management

10.03.2020 Warum ist es wichtig, Gespräche wertschätzend und unterstützend zu gestalten? Welche Formen der Gesprächsführung sind unterstützend, vor allem, wenn das Gegenüber keine Veränderungsideen hat oder diese nicht realistisch sind? Daniel Pfister bearbeitet diese Themen aus Gesprächsführungsoptik mit den Teilnehmenden der Weiterbildungen in Case Management.

Herr Pfister, bevor wir auf die Gesprächsführung eingehen, wann ist Case Management angezeigt?


Das Case Management unterstützt und steuert den Hilfeprozess besonders komplexer Fälle. Meist sind mehrere Fachpersonen aus dem sozialen, gesundheitlichen oder auch juristischen Bereich beteiligt sowie Institutionen involviert wie beispielsweise Versicherungen oder Ämter. Hier gibt das Case Management durch ein strukturierendes Verfahren eine überschaubare Hilfestruktur vor. Da jeder Mensch und jede Situation einzigartig ist, müssen die Verfahrensschritte und die Kommunikation mit den Klienten und den involvierten Dienstleistern jeweils situationsspezifisch angepasst werden. 

Was bedeutet dies für die Gesprächsführung? 


Damit die erforderliche Hilfe erfolgreich geleistet werden kann, ist es zuerst wichtig, die Menschen dort abzuholen, wo sie im Moment sind. Anschliessend werden sie durch eine prozess- und lösungsorientierte Gesprächsführung darin unterstützt, ihren Blick wieder in die Zukunft zu richten. Zentrale Themen mit den Menschen sind oft: Was können sie tun, damit es ihnen im Moment besser geht? Welche Stärken haben sie, die sie zu einer Verbesserung nutzen könnten?  Was sind realistische und zeitnahe Ziele? Case Mangager koordinieren die nötigen Dienstleistungen und überwachen, wieweit die Ziele mit den vereinbarten Massnahmen effektiv erreicht werden.  

Warum lösungsorientierte Gesprächsführung für das Case Management?


Ihre Stärken kennen die Klientinnen und Klienten in der Krisensituation oft gar nicht mehr und können vielfach auch nicht realistische Ziele autonom formulieren. Beziehungsarbeit ist hier zentral. Der Lösungsorientierte Ansatz bietet dafür vielfältige prozessorientierte und auf Wirkungsforschung gestützte Gesprächsführungsmöglichkeiten an, welche Menschen unterstützen, wieder Kraft und Zuversicht zu gewinnen und die anstehenden Fragen anzupacken. Diese Form der Kommunikation bewährt sich auch in der Zusammenarbeit mit den weiteren involvierten Fachleuten. Case Management und lösungsorientierte Gesprächsführung sind eine erfolgversprechende Kombination. 

Daniel Pfister im Gespräch

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Fachgebiet: Soziale Arbeit
Rubrik: Weiterbildung