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Rückblick – Paraplegie: Wo steht die Forschung heute?
05.11.2026 Die Forschung kommt zu den Betroffenen. An der Veranstaltung vom 28. Oktober 2026 gaben Forscher*innen aus verschiedenen Disziplinen einen Einblick in ihre Arbeiten im Bereich der Paraplegie.
Das Wichtigste in Kürze
- In Nottwil fand die zweisprachige Veranstaltung zum Thema Paraplegie statt.
- Drei Themenblöcke zeigten den aktuellen Forschungsstand.
- Die Veranstaltung lebt von dem Dialog zwischen Betroffenen und Forschenden.
Weltweit arbeiten Forscher*innen aus verschiedenen Disziplinen daran, Rückenmarksverletzungen zu heilen sowie die Lebensqualität für Betroffene zu verbessern. Ziel dieses Anlasses im Schweizer Paraplegiker Zentrum in Nottwil war es, Betroffene und Forschende zusammenzubringen – auf Augenhöhe und im offenen Dialog.
Drei Themenblöcke – sechs Referate
Im ersten Themenblock wurde diskutiert, wie weit die Forschung bei der Reparatur von Verletzungen ist. PD Dr. med. Dr. sc. nat. Björn Zörner betonte in seinem Vortrag, dass vor allem in der funktionellen Erholung wissenschaftliche Fortschritte erreicht wurden. PhD Marc Khoury unterstrich die Wichtigkeit, die Läsion einzudämmen, und präsentierte aktuelle Forschungsprojekte.
Im zweiten Themenblock ging es um das Thema Altern mit Rückenmarksverletzung. Prof. Carla Sabariego zeigte unter anderem auf, dass bei Menschen mit Rückenmarksverletzung die Erholung länger dauert als bei Nicht-Betroffenen. Beispielsweise können Hilfsmittel an veränderte Bedürfnisse angepasst werden. Älterwerden sei ein multifaktorielles Problem, das interdisziplinäre Ansätze bei der Lösungsfindung erfordere. PD Dr. med. PhD Inge Eriks Hoogland vom Schweizer Paraplegikerzentrum betonte in ihrem Vortrag, dass es dabei auf die individuelle Biografie der Patientin ankommt.
Um die Frage, wie neue Technologien in der Rehabilitation das Gehen wieder ermöglichen können, drehte sich der dritte Block des Nachmittags. Prof. Dr. Martina Spiess sprach über die Herausforderungen, neue Technologien interdisziplinär zu entwickeln und in den Klinikalltag zu integrieren – und wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen ist. Prof. Dr. Juan Fang und Michael Haldimann präsentierten in ihrem Referat einen Arm-Bein-Roboter mit Seilkonstruktion, der sich im iterativen Prozess fortlaufend an die Benutzerin anpassen kann.
Perspektivenvielfalt und Dialogcharakter
«Die Betroffenen sind die Expert*innen für dieses Thema», sagte Dr. Marc Bolliger, Direktor der Schweizer Paraplegiker-Forschung, zu Beginn des Nachmittags. Die Veranstaltung richtete sich an Menschen mit Para- und Tetraplegie und ihre Angehörigen sowie an Therapeut*innen, Fachpersonen und Interessierte. Nach jedem Themenblock gab es deshalb eine Podiumsdiskussion, in welcher Betroffene ihre Fragen direkt an die Forschenden stellen konnten. Auch Fragen aus dem Publikum wurden beantwortet.
Organisiert wurde die Veranstaltung vom Neuro-RehaLab der BFH gemeinsam mit der Schweizer Paraplegiker-Stiftung.
Präsentationen
Hochkarätige Referent*innen gaben Einblick in ihre Forschungsarbeiten. Sie präsentierten ihre Erkenntnisse einem interessierten Publikum von Betroffenen sowie Fachpersonen aus Medizin, Physiotherapie und Pflege.
- PD Dr. med. Dr. sc. nat. Björn Zörner: Die Rückenmarkverletzung reparieren: Wie weit ist die Forschung wirklich?
- PD Marc Khoury: Reparatur von Rückenmarksläsionen: Wo steht die Forschung konkret?
- Prof. Dr. Carla Sabariego: Mit Rückenmarkverletzung altern: Erfahrungen, Bedürfnisse und was die Forschung daraus lernt
- PD. Dr. med. Inge Eriks Hoogland: Ageing und Querschnittlähmung
- Prof. Dr. Martina Spiess: Mehr als Technik: Innovation in der Rehabilitation. Wie Rehabilitationstechnologien im klinischen Alltag Nutzen entfalten.
- Prof. Dr. Juan Fang & Michael Haldimann: Kann Armschwung die Beinbewegung in der Gangrehabilitation fördern?