Das Institut Digital Technology Management lanciert den ersten Deep-Tech Support Navigator für die Schweiz

08.07.2026 Die Förderung in der Schweiz adressiert zu wenig die Bedürfnisse von Deep-Tech-Startups – und das, obwohl die Schweiz global führend in Deep-Tech-Ausgründungen ist. Der am IDTM entwickelte Deep-Tech Support Navigator bietet erstmalig Orientierungshilfe für Startups, wo sie für ihre Bedürfnisse die bestmögliche Unterstützung erhalten.

Die Schweiz zählt in globalen Innovationsrankings regelmässig zu den Spitzenreitern und verfügt über eine aussergewöhnliche Dichte an Deep-Tech-Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungsinstitutionen. Als Deep-Tech-Innovationen gelten solche, die auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren, typischerweise hardwarebasiert sind und durch ihren Plattformcharakter oder ihr duales Anwendungspotenzial eine Vielzahl von Märkten und Einsatzfeldern erschliessen. Doch der Weg von der Erfindung zum marktfähigen Produkt ist anspruchsvoll. Insbesondere direkt nach der Ausgründung sind Unterstützungsangebote entscheidend, die Deep-Tech-Gründer*innen dabei helfen, aus wissenschaftlichen Erkenntnissen tragfähige Produkte und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Eine aktuelle Forschungsarbeit der Berner Fachhochschule zeigt, dass die realen Bedürfnisse von Deep-Tech-Startups und die bestehende Schweizer Förderlandschaft noch weit auseinanderliegen.

Im Rahmen einer Masterthesis am Institut Digital Technology Management (IDTM) hat Donat Rüttimann unter der Betreuung von Stefan Raff-Heinen 169 Schweizer Förderprogramme systematisch analysiert und Interviews mit Gründer*innen sowie Ökosystem-Stakeholdern geführt. Die Ergebnisse zeigen: Obwohl laut dem kürzlich veröffentlichten Swiss Deep Tech Report 2026 63% des Schweizer Risikokapitals in Deep Tech fliessen, sind derzeit nur wenige Unterstützungsangebote (24) auf die Besonderheiten komplexer Hardware-Projekte mit ihren langen Entwicklungszyklen und der hohen Kapitalintensität ausgerichtet. Besonders ausgeprägt ist die Lücke in der entscheidenden Markteintrittsphase (Technology & Market Readiness Level 7–9), wo das verfügbare Angebot nochmals deutlich abnimmt. Generell wird die Unterstützungslandschaft von den Befragten als stark fragmentiert und unübersichtlich wahrgenommen. Gründer*innen ist oft nicht ersichtlich, an wen sie sich für spezifische Unterstützung in unterschiedlichen Bereichen auf dem Weg «from Lab to Market» wenden können, beziehungsweise sind etwaige bereits existierende passende Unterstützungsangebote oft nicht ausreichend sichtbar.

Der Deep-Tech Support Navigator

Um Deep-Tech-Gründer*innen nach der Ausgründung eine klare Orientierung zu bieten, lanciert das IDTM nun den interaktiven Deep-Tech Support Navigator. Das Tool ermöglicht es Startups, die Schweizer Unterstützungslandschaft gezielt und passgenau nach ihren Bedürfnissen zu durchsuchen. Gründer*innen können bestehende Angebote nach Technologiebereich, Unternehmensphase, Fördertyp sowie 20 spezifischen Kommerzialisierungskompetenzen filtern und so genau die Unterstützung finden, die ihr Team im aktuellen Moment benötigt.

Der Navigator wird als Living Database lanciert und laufend aktualisiert. Das Projektteam setzt dabei auf den Input der Schweizer Startup-Community: Gründer*innen, Coaches, Förderorganisationen und weitere Akteure aus dem Ökosystem sind herzlich eingeladen, das Tool zu testen, Feedback zu geben und neue Programme direkt über das integrierte Feedback-Formular einzureichen.

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