Chronische Konflikte und Hochstrittigkeit in Familien – systemisch inspiriert Mit Eia Asen

Bei Trennungen ist die Kommunikation zwischen den Eltern häufig erschwert, sie kämpfen um Besuchsrechtsregelungen oder Umgangskontakte. Die Tagung zeigt Wege für Beratende auf – das Kindeswohl immer im Blick.

16.11.2022, 8.30–16.30 Uhr – Berner Fachhochschule BFH, Hallerstrasse 10, 3012 Bern (Aula)

Nicht allen Eltern gelingt es, ihre Paarkonflikte vom Elternsein zu trennen. Gerade in oder nach Trennungsprozessen ist die Kommunikation zwischen den Eltern häufig erschwert, sie kämpfen um Besuchsrechtsregelungen oder persönliche Umgangskontakte. Chronische Elternkonflikte und insbesondere Hochstrittigkeit zwischen Eltern können das Kindeswohl gefährden. Die Kinder geraten aus dem Blick und sind dem destruktiven Konfliktgeschehen schutzlos ausgeliefert. Werden sie in die elterlichen Auseinandersetzungen hineingezogen, sind Loyalitätskonflikte und Triangulierungsprozesse die Folge. In solchen Situationen stehen Beratende vor herausfordernden Fragen: 
Wie kann man bei diesen Familien eine Verbesserung der Verständigung und Kommunikation erreichen? Wie kann man Kindern helfen, unbeschwerten Kontakt zum jeweils anderen Elternteil zuzulassen? Wie gelingt die Arbeit mit Eltern, Kindern, der ganzen Familie, Jugendämtern, Gerichten, Schulen und psychologischen Diensten?

Cartoonbild: Zwei Erwachsene zerren an den Armen eines Kindes

Steckbrief

  • Startdatum 16.11.2022, 8.30–16.30 Uhr
  • Ort Berner Fachhochschule BFH, Hallerstrasse 10, 3012 Bern (Aula)
  • Anmeldefrist 16.10.2022
  • Kosten CHF 300 inkl. Verpflegung (Kaffee, Gipfeli und Mittagessen)

Mit Hilfe von Videobeispielen und Mini-Rollenspielen wird gezeigt, wie in verschiedenen Phasen mit diesen oft chronisch konfliktbehafteten Familien pragmatisch gearbeitet werden kann – von der Schaffung von Kooperation über die Arbeit mit spezifischen und aktuellen Manifestationen, von emotionaler Gewalt bis zur Erstellung von Gutachten über die Elternfähigkeit für Jugendämter und Gerichte. Praktische Übungen ermöglichen es den Teilnehmenden, Techniken in verschiedenen Settings (mit Familien, Paaren und anderen «Systemen» einschliesslich Individualarbeit und Multifamilientherapie) auszuprobieren und über Anwendungsmöglichkeiten in den eigenen Arbeitskontexten zu reflektieren.

Family-Ties-Ansatz
Der hier vorgestellte Ansatz ist systemisch ausgerichtet und integriert aktuelle Bindungs- und Mentalisierungskonzepte:

«Der Family-Ties-Ansatz fokussiert explizit auf die Stärkung positiver familiärer Verbindungen und Beziehungen und die Befreiung der Kinder von den Einschränkungen und Fesseln, die sich leider sehr oft in stark zerstrittenen Familien entwickeln» (Asen, Eia; Morris, Emma, 2021, S. 12). 

Angesprochen sind Fachpersonen der Sozialen Arbeit und aus anderen thematisch angrenzenden Berufsgruppen, die mit konfliktbelasteten Kindern und deren Eltern arbeiten.

Eia Asen

Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Erwachsenenpsychiatrie und -psychotherapie, Systemischer Therapeut. Studium der Medizin in Berlin, seit 1973 in London psychiatrisch tätig. Bis 2013 Ärztlicher Direktor des Marlborough Family Service in London, jetzt am Anna Freud National Centre for Children and Families tätig und Gastprofessor am University College London. Eia Asen ist Begründer des Marlborough Modells der Multifamilientherapie.