TRANSFORM 2021: Digital Goes Human - Brave New Work?

Utopie oder Dystopie, wo bleibt der Mensch in einer digitalisierten Arbeitswelt? Bestimmt Technologie unser Leben oder eröffnet sie uns neue, ungeahnte Möglichkeiten? Ist die mensch-zentrierte Gestaltung der Arbeitswelt die Lösung?  

– Die Transform 2021 fand am 03.11. online via MS Teams statt

Die  TRANSFORM  2021 stand  im Zeichen dieses Spannungsfeldes zwischen einem digitalisierten Berufsalltag und einer Arbeitswelt, die den Menschen stärker in ihren Mittelpunkt rückt.   
 

Im Rahmen einer abwechslungsreichen und innovativen Online-Konferenz diskutierten Expertinnen und Experten verschiedener Fachdisziplinen mit einem breiten Publikum ihre praktischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse fundiert, kontrovers und animiert. 

Steckbrief

  • Ort Die Transform 2021 fand am 03.11. online via MS Teams statt

Programm und Referent*innen

13:15 Eröffnung & Begrüssung

Ladina Spiess, Moderation

 

Prof. Dr. Ingrid Kissling-Näf
Direktorin, BFH Wirtschaft

 
13:20 Keynote Speech Prof. Dr. Sebastian Wörwag
Rektor, BFH
 
13:30 Tour d’horizon

Prof. Dr. Andrea Gurtner
Leiterin Institut New Work
BFH Wirtschaft

 

Dr. Matthias Stürmer
Leiter Institut Public Sector Transformation
BFH Wirtschaft

 
13:45 Referat: 
Work smarter, not harder?
Ein Blick auf die Spannungsfelder unserer
technologisierten Arbeitswelt
Moderiertes Q & A
Prof. Dr. Nada Endrissat
Dozentin, Institut New Work
BFH Wirtschaft

Work smarter, not harder: So lautet das vermeintliche Versprechen neuer Technologien in der Arbeitswelt. Doch die Wirklichkeit ist komplexer. Erste Längsschnitt-Studien weisen darauf hin, dass neue Arbeitsformen nicht nur Vorteile wie Flexibilität und Freiraum ermöglichen, sondern auch neue Verantwortlichkeiten mit sich bringen, die ein hohes Mass an Selbstmanagement voraussetzen. Anhand von ausgewählten Spannungsverhältnissen wird eine kritische Reflexion von smart technologies im Arbeitskontext angestossen, und es werden Anhaltspunkte zu einer menschzentrierten Organisation im digitalen Kontext skizziert.

14:10  Paneldiskussion:
Plattformbasierte Arbeit (Gigwork):
Chancen und Risiken - ein Diskurs mit Gigworkern, Plattformbetreibern, 
Gewerkschaftlern und Wissenschaft

Prof. Dr. Caroline Straub
Dozentin, Institut New Work
BFH Wirtschaft

 

Daniel Hügli 
Zentralsekretär Sektor ICT 
syndicom - Gewerkschaft Medien und Kommunikation

 

Viktor Calabro
Founder, Executive Chairman
Coople Switzerland 

Bilder von Taxifahrdienstangestellten und Essenslieferanten prägen unsere Wahrnehmung von plattformbasierter Arbeit / Gigwork. Dies ist allerdings zu einseitig. In der Schweiz gibt es eine Vielzahl von Tätigkeiten, die über Plattformen ausgeübt werden. Die Art von Gigwork, die berufliche Qualifikation und die individuellen Lebensbedürfnisse beeinflussen dabei, ob Gigwork als Chance oder als Risiko empfunden wird. Mit dieser Paneldiskussion möchten wir die Gigwork als neue und wachsende Arbeitsform in der Schweiz beleuchten und hierzu erste Ergebnisse aus 80 in der Schweiz in 2020/21 durchgeführten Interviews vorstellen.

14:35  Referat: 

New Work? Haltungssache!
Moderiertes Q & A

Sandra Steiner, Bedag Informatik AG, Stabchefin/Mitglied GL und Projektleiterin Projekt New Work Wenn es um New Work im Alltag geht, merkt man schnell: Alles eine Haltungssache. Es gibt keine allgemeingültige, perfekte Methode, die die Mitarbeitenden glücklich und das Unternehmen erfolgreich macht. New Work heisst Haltung einnehmen, Auseinandersetzung und Konfliktfähigkeit. Mit den Erwartungen der Kunden, den Ansprüchen der Firma, den Bedürfnissen des Teams und vor allem, wie banal es auch klingen mag, mit sich selbst. Mitarbeitende stehen oft überfordert vor der neu gewonnenen Freiheit und können diese nicht anwenden. Die Reise hin zu New Work ist auch eine ehrliche Reise zu sich selbst. Die Bedag macht sich auf den Weg.
15:00  Referat: 
Positive Leadership: Menschen ins Zentrum stellen
Moderiertes Q & A

Prof. Dr. Alexander Hunziker
Dozent, Institut New Work
BFH Wirtschaft

 

Lilian Blurtschi, ehem. Leiterin Sozialdienst Dietikon und Beratungsexpertin

Die Digitale Transformation erfordert, dass Führungskräfte das Potential ihrer Mitarbeitenden noch deutlicher erkennen und fördern. Dank neuen Forschungen im Bereich der Positiven Psychologie gibt es dazu hilfreiche Erkenntnisse und Instrumente. Im Sozialdienst Dietikon wurden Prinzipien des Positive Leadership über einige Jahre konsequent angewendet und es zeigte sich ein deutlicher Erfolg.

15:25  Pause    
15:45  Keynote Speech:
Algorithmen nutzen - menschlich bleiben
Prof. Dr. Lisa Herzog
Professor of Political Philosophy
University of Groningen (NL)
 
16:00 

Referat: 
Wenn eine KI die wichtigen Entscheidungen fällt – Vertrauen und Akzeptanz von Automatisierung in der Personalauswahl
Moderiertes Q & A

Dr. Andreas Sonderegger
Forschungsprofessor, Institut New Work
BFH Wirtschaft

 

Dr. Philipp Karl Seegers, Gründer des HR-Tech Unternehmen candidate select GmbH (CASE) und Projektleiter des durch das Land NRW und die EU geförderten Projektes FAIR („Fair Artificial Intelligence Recruiting“)

Immer häufiger wird schon heute Technologie und KI im Rekrutierungsprozess eingesetzt. Diesbezüglich haben wir an der BFH in verschiedenen Studien aufgezeigt, dass betroffene Personen diesem Technologie-Einsatz meist kritisch gegenüberstehen. Gemäss P.K. Seegers vom HR-Tech Unternehmen CASE kann der Einsatz solcher Systeme jedoch wichtige positive Konsequenzen für die Kandidierenden mit sich bringen. Es stellt sich somit die Frage, was Gründe für dieses Misstrauen sind und wie das Vertrauen in die Technologie gefördert werden kann. Hierzu bieten Forschungsergebnisse der BFH erste Anhaltspunkte.

16:25  Referat: 
Die Organisationskultur als Hebel in der Digitalen Transformation - Vorgehen im Kanton Zürich, Erfahrungen und Resultate 
Moderiertes Q & A

Nadine Wattinger, Projektleiterin
Carmen Koch, Programmkoordinatorin und
Leiterin Neue Arbeitswelt / Organisationsentwicklung
Staatskanzlei Kanton Zürich
Digitale Verwaltung und E-Government

Die Digitale Transformation verändert Wirtschaft, Gesellschaft und Politik und beeinflusst damit auch die Interaktion zwischen der Bevölkerung und den Verwaltungsinstitutionen. Eine stärker ausgeprägte Kundenorientierung, mehr Transparenz, effizientere und effektivere Leistungen sowie eine bessere Vernetzung werden gefordert. Diese Anspruchshaltung erhöht den Anpassungs- und Veränderungsdruck bei den Verwaltungsinstitutionen auf strategischer, organisatorischer und kultureller Ebene. Der Kanton Zürich hat verschiedene Vorhaben gestartet, welche dies aufgreifen. Die Referentinnen informieren über Aktivitäten und erste Erfahrungen.

16:50 

Referat: 
Employability 4.0:
Menschzentrierung heisst auch Arbeitsmarktorientierung
Moderiertes Q & A

Prof. Dr. Jochen Schellinger
Studiengangsleiter, Institut New Work
BFH Wirtschaft

 

Bruno Wymann, Robert Bosch AG
Verantwortlicher Weiterbildung Schweiz und Ausbildung Solothurn

Vor dem Hintergrund von aktuellen Megatrends, die auf die Zukunft der Arbeitswelt einwirken, kann Employability, also der Erhalt und die Entwicklung der Arbeitsmarktfähigkeit von Mitarbeitenden, als Brückenschlag zwischen Menschzentrierung und Marktorientierung im HRM wirksam werden. Die Referenten erläutern anhand einer empirischen Untersuchung was dies für Unternehmen konkret heisst.

17:15  Visualisierung der Kernbotschaften der Fachtagung Mägi Brändle von Visualisierbar

Text und Bild sind ein unschlagbares Duo, um lebendig und einprägsam zu kommunizieren. Mägi Brändle von visualisierbar.ch fasst die Transform 2021 visuell zusammen – Überblick garantiert. 

17:35  Résumé & Verabschiedung

Prof. Dr. Andrea Gurtner
Leiterin Institut New Work
BFH Wirtschaft

 

Ladina Spiess, Moderation

 

 

Lilian Blurtschi

Lilian Blurtschi

Ich bin Expertin für Positive Psychologie, Positive Leadership und Mentaltraining. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass wir alle unsere Realität selber bestimmen, indem wir lernen, unsere Gedanken und Emotionen zu steuern und entsprechend zu handeln. Veränderungen können trainiert werden. Es gibt für alle die Chance, ihr Leben in neue Bahnen zu lenken und mehr Zufriedenheit im privaten wie auch im geschäftlichen Umfeld zu erlangen.

Mägi Brändle

Mägi Brändle

Visualisierung ist ein global einsetzbares Werkzeug, das ich mit viel Freude und Überzeugung vermittle. Mein Name ist Mägi Brändle und nach einer Ausbildung zur Primarlehrerin, einem Studium zur Übersetzerin (Fr-En-It / De), einem Job im Verlagswesen und mehr als zehn Jahren Erfahrung als Dozentin für Sprache und Kommunikation an einer Fachhochschule widme ich mich nun ganz dieser Passion. Zahlreiche Feedbacks zu Graphic Recordings und Workshops haben gezeigt: Es lohnt sich!

Viktor Calabro

Viktor Calabro

Viktor Calabrò has been working in the on-demand staffing industry for over ten years. A well-known and well-respected entrepreneur, Viktor launched Staff Finder (now called Coople), the world’s first on-demand staffing marketplace in 2009 and coined the term ‘just in time staff management’. Coople has offices in Zurich, Lausanne, London and Minsk and operates across multiple sectors including hospitality, retail, events, commercial services and healthcare. The company enables businesses and temporary workers to find each other and conveniently enter flexible work relationships.
A shrewd, hands-on businessman, Viktor was awarded Entrepreneur of the Year by Ernst and Young (2014) and was nominated as a finalist in the Swiss Economic Awards (2015) where over 300 start-ups participated. He has been named in the list of Staffing Industry's Top 100 European influencers in 2020 and 2021. In the last few years Viktor also extended his work to the start-up ecosystem and now supports numerous young companies as an investor, board member or advisor.

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Lisa Herzog

Prof. Dr. Lisa Herzog

Lisa Herzog (*1983) arbeitet an der Schnittstelle von politischer Philosophie und Ökonomie. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Ideengeschichte des politischen und wirtschaftlichen Denkens, die normative Bewertung von Märkten, Ethik in Organisationen, und die Zukunft der Arbeit. Sie studierte Philosophie, Volkswirtschaftslehre, Politikwissenschaft und Neuere Geschichte an den Universitäten München (LMU) und Oxford. Nach Stationen in Oxford, München, Frankfurt, Stanford u.a. lehrt sie seit Oktober 2019 an der Fakultät für Philosophie und dem Center for Philosophy, Politics and Economics der Universität Groningen (Niederlande). 2019 erhielt sie den Tractatus-Preis sowie den Deutschen Preis für Sozialphilosophie und Ethik, u.a. für ihr Buch Die Rettung der Arbeit (Hanser Berlin, 2019).

Interview mit Prof. Dr. Lisa Herzog auf SocietyByte

 

Daniel Hügli

Daniel Hügli

Daniel Hügli ist Zentralsekretär der Medien- und Kommunikationsgewerkschaft syndicom. In dieser Rolle ist er zuständig für die sozialpartnerschaftlichen Beziehungen zu Unternehmen der Telekommunikations- sowie IT-Branchen und betreut zahlreiche Gesamtarbeitsverträge. Für syndicom hat er die Länderstudie zu Crowdwork in der Schweiz betreut, die 2017 erschienen ist. Er vertritt syndicom zudem in europäischen und internationalen Gremien des Dachverbandes UNI Global Union.

Carmen Koch

Carmen Koch

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Philipp Karl Seegers

Dr. Philipp Karl Seegers

beschäftigt sich als „Labour Economist" mit Bildung und dem Arbeitsmarkt. Zusammen mit Dr. Jan Bergerhoff und Dr. Max Hoyer hat Philipp das HR-Tech Unternehmen candidate select GmbH (CASE) gegründet, welches große Datensätze und wissenschaftliche Methoden nutzt, um Lebensläufe zu kontextualisieren. Philipp ist Projektleiter des durch das Land NRW und die EU geförderten Projektes FAIR („Fair Artificial Intelligence Recruiting“). Darüber hinaus forscht Philipp als Research Fellow der Maastricht University und als Initiator der Studienreihe „Fachkraft 2030“ aktiv an Fragestellungen im Bereich Bildungsökonomie, psychologische Diagnostik und Arbeitsmarkt.

FAIR:
FAIR ist ein vorwettbewerbliches Forschungsprojekt mit dem Ziel, den Arbeitsmarkt diskriminierungsfreier zu machen. Es gibt zwei Forschungsschwerpunkte. Erstens: Ein Kontrollmechanismus in Form eines Index, der menschliche und algorithmische Diskriminierung sichtbar und messbar macht. Zweitens: Diskriminierungsfreie Algorithmen, die Lebensläufe fair und zuverlässig vorauswählen können. Das Projekt wird von CASE und der Universität zu Köln im Zeitraum vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2021 durchgeführt und aus Fördermitteln der EU und des Landes NRW unterstützt.

CASE:
Lebensläufe sagen wenig aus, wenn der jeweilige Kontext der Stationen nicht berücksichtigt wird. So sind zum Beispiel absolute Noten kein guter Indikator für die tatsächlich im Studium erbrachte Leistung. Der Grund sind große Unterschiede in der Bewertung der Studierenden und der Selbst- und Fremdselektion in Studiengängen. Nur wenn diese Faktoren bekannt sind, ist ein Hochschulabschluss bei Einstellungsentscheidungen aussagekräftig. Und genau das tut CASE: Wir nutzen große Datensätze, um Lebensläufe im Kontext zu analysieren. Damit erzeugen wir eine objektive Einschätzung, um Leistung aus vielen Jahren fair und valide messen zu können.

Ladina Spiess

Ladina Spiess

Ladina Spiess arbeitete über zwei Jahrzehnte als Radiojournalistin, davon 15 Jahre als Moderatorin und Produzentin bei Radio SRF 1. Heute ist sie freiberuflich als Texterin für verschiedene Unternehmen und Stiftungen tätig, moderiert Events und Podiumsgespräche und gibt ihre Erfahrung als Auftrittscoach weiter.

Sandra Steiner

Sandra Steiner

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Nadine Wattinger

Nadine Wattinger

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Bruno Wymann

Bruno Wymann

Masterstudium in Betriebsökonomie mit Vertiefung Corporate / Business Development an der Berner Fachhochschule. Langjährige Tätigkeit im Industriesektor und im Human Resources Management. Aktuell bei der Scintilla AG in der Position als Verantwortlicher Weiterbildung Schweiz und Ausbildung Solothurn.