Interprofessionalität: Lernen für eine koordinierte, patient*innenzentrierte Versorgung
Im FLINC-Curriculum lernen Studierende der vier Bachelor-Studiengänge von-, mit- und übereinander. Sie entwickeln ein gemeinsames Verständnis für eine koordinierte, klient*innen bzw. patient*innenzentrierte Versorgung.
Gesundheitsversorgung gelingt nur im Zusammenspiel verschiedener Professionen. Deshalb ist Interprofessionalität ein zentraler Bestandteil des FLINC-Curriculums. In ausgewählten Modulen begegnen sich Studierende aus Ernährung und Diätetik, Geburtshilfe, Pflege und Physiotherapie mit Studierenden weiterer Gesundheitsberufe, wie z. B. der Medizin und Pharmazie. Im Studienverlauf setzen sie sich mit gemeinsamen Fragestellungen auseinander und lernen, die Perspektiven, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten anderer Gesundheitsberufe in ihr berufliches Handeln einzubeziehen.
Interprofessionelle Kompetenzen entwickeln
Im Zentrum der interprofessionellen Lehr- und Lernformate stehen der aktive Austausch zwischen den Professionen sowie die Zusammenarbeit und die Reflexion professioneller Rollen. Das Ziel ist, kooperative Lernprozesse anzuregen, interprofessionelle Kompetenzen und die Entwicklung einer interprofessionellen Identität über den Studienverlauf hinweg zu fördern (siehe Abbildung). Die Studierenden setzen sich dabei nicht nur mit ihrer Rolle als Angehörige ihrer eigenen Profession auseinander, sondern auch mit dem Selbstverständnis, Teil eines interprofessionellen Teams zu sein, das gemeinsam Verantwortung für die Versorgung von Patient*innen und Klient*innen übernimmt. Zu den zentralen Kompetenzbereichen gehören insbesondere interprofessionelle Kommunikation, Rollenklärung, Teamarbeit auf Augenhöhe, Reflexionsfähigkeit, personenzentriertes Handeln und partizipative Entscheidungsfindung.
Lernen an realen Versorgungssituationen
FLINC übersetzt diese Kompetenzbereiche in konkrete Lernsituationen, die typische Anforderungen der interprofessionellen Gesundheitsversorgung aufgreifen. Anhand praxisnaher Versorgungssituationen untersuchen Studierende z.B., wie fehlende oder missverständliche Kommunikation, unklare Rollen und Verantwortlichkeiten, ungenügende Dokumentation oder Hierarchien die Sicherheit von Patient*innen und Klient*innen beeinflussen können. Gemeinsam analysieren sie den Versorgungsprozess und entwickeln Möglichkeiten, um Fehler zu vermeiden und die Versorgungsqualität zu verbessern.
Kommunikation als Schlüsselkompetenz
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Kommunikation in interprofessionellen Teams. In paxisnahen Trainings und Simulationen lernen die Studierenden ihre Kommunikation situativ anzupassen und geeignete Techniken und Instrumente gezielt einzusetzen. Dazu gehören z.B. die strukturierte Übergabe von Informationen und das respektvolle Ansprechen von Sicherheitsbedenken zwischen Gesundheitsfachpersonen.
Interprofessionelle Zusammenarbeit in der Praxis
Ein konkretes Beispiel ist das interprofessionelle Austrittsplanungs- und Visitentraining, das gemeinsam mit Studierenden der Medizin der Universität Bern, des Berner Bildungszentrums Pflege und des Departments Gesundheit der BFH durchgeführt wird. Die Studierenden bereiten eine Patienten*innensituation aus der Perspektive ihrer jeweiligen Profession vor, planen gemeinsam die Visite bzw. den Austritt und erproben die Durchführung in Rollenspielen. Im Zentrum stehen die Klärung von Rollen und Verantwortlichkeiten, gemeinsame Entscheidungsfindung, strukturierte Kommunikation sowie die aktive Einbindung von Patient*innen oder Klient*innen.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Mit diesem Ansatz trägt FLINC dazu bei, Gesundheitsfachpersonen auszubilden, die über die Grenzen des eigenen Berufs hinausdenken und die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen aktiv mitgestalten.
FLINC-Curriculum
Was bedeutet FLINC?
FLINC ist ein Akronym für Flexibles Integriertes Curriculum. Die Bezeichnung widerspiegelt das strategische Ziel der Curriculumsrevision.
- Flexibel: Das Studium kann Vollzeit oder Teilzeit absolviert werden. Die Reihenfolge der Module ist weitgehend flexibel. Wahlmodule ermöglichen individuelle, fachliche Schwerpunkte
- Integriert: Die interprofessionellen Module besuchen die Studierenden aus allen Bachelor-Studiengänge gemeinsam. Module zur Persönlichkeitsentwicklung begleiten und stärken die Studierenden während des gesamten Studiums.