frequenz zum Thema Partizipation

Das «frequenz» bewegt sich am Puls der Gesundheitslandschaft. So widmen wir uns in jeder Ausgabe einem Fokusthema, welches das Gesundheitswesen bewegt.

In jeder Ausgabe lesen Sie Aktuelles und Fachartikel aus Forschung, Lehre und Weiterbildung am Departement Gesundheit – in den Rubriken «Ernährung und Diätetik», «Geburtshilfe», «Pflege» und «Physiotherapie». 

Schwerpunkte: Gesundheitswesen, Ernährung und Diätetik, Geburtshilfe - Hebammenwesen, Pflege, Physiotherapie

Abonnement

Gerne senden wir Ihnen das «frequenz» drei Mal pro Jahr kostenlos zu.

Aktuelle Ausgabe

Lange Zeit herrschte im Gesundheitswesen das Bild der Patient*innen als zu behandelnde Objekte vor, die nicht auf Augenhöhe mit den Gesundheitsfachpersonen waren. Ab den 90er Jahren begann sich die Erkenntnis durchzusetzen, dass diese einseitige Sichtweise im medizinischen Alltag nicht mehr angemessen ist. Zu wenig nimmt sie Rücksicht auf die Menschen als Individuen, auf ihre Bedürfnisse und ihre Bereitschaft, Therapien mit- und somit zu deren Erfolg beizutragen. 

So entstand im Gesundheitswesen je länger je mehr ein Bewusstsein von der Autonomie der Patient*innen und dass ihr Wille, ihre Bedürfnisse und ihre Perspektive besser in die Behandlungsprozesse zu integrieren ist. Vor allem erachtet man die Patient*innen heute durch ihre Krankheitserfahrung als wichtige Wissenträger*innen, gerade wenn es um chronische Erkrankungen oder gar seltene Krankheiten geht. 

Wir von der Berner Fachhochschule sind überzeugt: Der richtige Einsatz von Partizipation im Gesundheitswesen kann den Nutzen für die Patient*innen steigern und Qualität und Wirtschaftlichkeit verbessern. Vor einem Jahr haben wir deshalb das Kompetenzzentrum Partizipative Gesundheitsversorgung gegründet, mit dem Ziel, die Integration von Menschen mit Krankheitserfahrungen und deren Angehörige in die Behandlung, die Forschung und die Aus- und Weitebildung voranzutreiben. Damit verfolgen wir unsere Vision von einer qualitativen hochstehenden und nachhaltigen Gesundheitsversorgung und möchten unter anderem herausfinden, wo die Chancen und auch die Grenzen von Partizipation im Gesundheitswesen sind. Erfahren Sie mehr zu unserer Arbeit mit partizipativen Ansätzen in diesem «frequenz». 

Artikel in der aktuellen Ausgabe

Heidi Kaspar und Karin van Holten leiten seit einem Jahr das neu gegründete Kompetenzzentrum Partizipative Gesundheitsversorgung an der Berner Fachhochschule Gesundheit. «User Involvement» ist in der Gesundheitslehre und -forschung schon lange ein Thema, in dieser klaren Fokussierung ist das Kompetenzzentrum aber ein Novum in der Schweizer Fachhochschulgeschichte. Ziel ist es, in Forschung und Lehre partizipative Kompetenzen und Methoden zu fördern.

Das Projekt «Caring Community Living Labs» sucht nach neuen, lokal verankerten und nachhaltigen Lösungen für die Betreuung und Pflege von Menschen zu Hause. Es nutzt einen partizipativen und gemeinschaftsorientierten Zugang und entwickelt gemeinsam mit Beteiligten vor Ort Modelle von Sorgenden Gemeinschaften an vier Standorten in der Schweiz.

 

Beim partnerschaftlich-partizipative Projekt «E Guete z’Basel» arbeiten Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis gemeinsam mit Senior*innen ein Gesundheitsförderungsprojekt aus. Schwererreichbare ältere Menschen sollen dabei zum Mitmachen in einem Kochclub motiviert werden.

Wie gelingt es, die Perspektive einer marginalisierten Gruppe einzuholen? Ein Pilotprojekt der angewandten Forschung Geburtshilfe ist dieser Frage nachgegangen. Geflüchtete Frauen wurden zu ihren Bedürfnissen im Bereich der Familienplanung und Verhütung sowie zu ihren Erfahrungen in der entsprechenden Gesundheitsversorgung befragt. 

Ob auf der Intensivstation oder daheim: Wer für längere Zeit im Bett liegen muss, verliert Muskulatur. Frühzeitige Mobilisation zum Erhalt und Aufbau der Muskulatur ist daher essenziell. Doch wie kann man Patient*innen im Bett ein geeignetes Bewegungstraining anbieten? In einem partizipativen User-Centered-Design-Prozess hat die Berner Fachhochschule in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Intensivmedizin und dem Institut für Physiotherapie des Inselspitals ein neues bettfähiges Trainingsgerät zur Kräftigung der Beinmuskulatur entwickelt.

Noch kommt es selten vor, dass Menschen mit Krankheitserfahrung in Forschungsprojekten mitarbeiten und ihre Expertise einzubringen. In der gängigen ressourcenoptimierten wissenschaftlichen Welt ist dies eine anspruchsvolle, aber lohnende Arbeit. Das zeigt unter anderem das Engagement von Sabine Rühle Andersson im Departement Gesundheit der Berner Fachhochschule.

Partizipation als Teilhabe an der Gesellschaft, am physiotherapeutischen Entscheidungsprozess und als Teilhabe als Partner*innen in der Forschung sind zentrale Aspekte für Patient*innen. 

Mit dem Projekt «Chancengleichheit in den Curricula» hat das Departement Gesundheit der BFH eine aktuelle gesellschaftliche Entwicklung aufgegriffen und einen Prozess ins Rollen gebracht. Es ist ein Beginn, um Gender- und Diversity-Aspekte künftig in allen Fachbereichen zu verankern.

Welche Kompetenzen brauchen Ernährungsberater*innen im Umgang mit Menschen mit psychischen Störungen, damit eine Beratung erfolgreich sein kann? Das Bachelor-Studium Ernährung und Diätetik sowie das vertiefende CAS «Angewandte Ernährungspsychologie» wollen dazu nicht nur Fachwissen vermitteln, sondern auch eine klientenzentrierte Grundhaltung und die Fähigkeit zur interdisziplinären Vernetzung.

Gibt es in der Schweiz einen Zusammenhang zwischen sozialer Benachteiligung und nicht medizinisch indizierten Schwangerschaftsabbrüchen? Die Evidenzlage dazu ist schlecht. Um diese Forschungslücke zu schliessen, führt die Berner Fachhochschule im Fachbereich Geburtshilfe eine Sekundäranalyse der Daten des Bundesamts für Statistik zu Schwangerschaftsabbrüchen durch.

Ein Thinktank für die psychiatrische Pflege soll die im deutschsprachigen Raum einmalige Expertise der Mitarbeiter*innen im Fachbereich Pflege sicht- und nutzbar machen. Ziel ist es, gemeinsam mit Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, Praxispartner*innen und Stakeholdern die Evidenz- und Präferenzorientierung in der psychiatrischen Gesundheitsversorgung voranzutreiben.

Im Master-Studium der Berner Fachhochschule können Studierende seit 2018 den Titel für muskuloskelettale Physiotherapie erwerben. Mit dem OMTsvomp®-Zertifikat erhalten sie Zugang zu einem internationalen Netzwerk und verpflichten sich zum lebenslangen evidenzbasierten Lernen.

In der aktuellen Ausgabe blättern

Archiv

Im Archiv finden Sie alle bereits erschienen Ausgaben von «frequenz» als PDF.

Impressum der aktuellen Ausgabe

  • Herausgeberin: Berner Fachhochschule BFH, Departement Gesundheit
  • Erscheinungsweise: 3-mal jährlich
  • Auflage: 8000 Ex.
  • Redaktion: Nicole Schaffner
  • Fotos: Alexandra Berger, Adobe Stock und weitere 
  • Layout: Alexandra Berger
  • Lektorat: Christine Hinnen
  • Druck: Merkur Druck AG, Langenthal
  • Copyright: Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung der Redaktion.