frequenz

Das «frequenz» bewegt sich am Puls der Gesundheitslandschaft. So widmen wir uns in jeder Ausgabe einem Fokusthema, welches das Gesundheitswesen bewegt.

In jeder Ausgabe lesen Sie Aktuelles und Fachartikel aus Forschung, Lehre und Weiterbildung am Departement Gesundheit – in den Rubriken «Ernährung und Diätetik», «Geburtshilfe», «Pflege» und «Physiotherapie». 

Schwerpunkte: Gesundheitswesen, Ernährung und Diätetik, Geburtshilfe - Hebammenwesen, Pflege, Physiotherapie

Aktuelle Ausgabe

Liebe Leserin, lieber Leser

Gegenwärtig entstehen in der Schweiz neue Rollen in den nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen. Sie subsummieren sich – in Orientierung an Rollenmodellen, wie sie etwa in den USA oder Grossbritannien schon länger existieren – unter dem Begriff der Advanced Practice; weiterentwickelte Praxis also. Doch was beinhaltet dieser Begriff genau? Die Idee des Fortschritts schwingt mit. Die Gesundheitsfachpersonen treten aus ihrem klassischen Aufgabenbereich heraus, erweitern diesen und zwar in vielerlei Hinsicht: Sie verfügen über vertiefte klinische Kompetenzen, beispielsweise zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Krebs (S. 16) oder zur Betreuung von Frühgeborenen (S. 21). Sie pflegen, behandeln, therapieren, begleiten oder beraten selbstverantwortlich Patientinnen und Patienten mit komplexen Krankheitsbildern und übernehmen Aufgaben, die bislang von Ärztinnen und Ärzten durchgeführt wurden (S. 31 und weitere). Sie arbeiten mit einer umfassenden Sichtweise und beziehen auch ethische oder ökonomische Aspekte mit ein. Bei ihrem Handeln berücksichtigen sie aktuelle wissenschaftliche Evidenz. Zudem sind sie in der Lage, für ihre Profession relevantes Wissen selber zu generieren. Ihr multiperspektivischer Blick äussert sich auch in der agilen Zusammenarbeit mit anderen (insbesondere auch ärztlichen) Gesundheitsfachpersonen.

Angesichts all dieser Kompetenzen ist der Einsatz von Gesundheitsfachpersonen in Advanced-Practice-Rollen vielversprechend. Sie werden zu wichtigen Akteurinnen und Akteuren auf dem Weg zu einem effizienten und nachhaltigen Gesundheitssystem. Ihre Förderung ist eine gemeinschaftliche Aufgabe von Praxis, Politik und Ausbildung. Wir zeigen Ihnen im «Fokus» dieser «frequenz»-Ausgabe, wo die Advanced Practice im Schweizer Gesundheitswesen bereits heute existiert, welchen Beitrag das Departement Gesundheit dazu leistet und wo noch Entwicklungspotenzial vorhanden ist.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre.

Prof. Dr. Urs Brügger
Direktor Departement Gesundheit

Das Departement Gesundheit pflegt verschiedene Partnerschaften. Die Zusammenarbeit mit der Praxis ist für die Fachhochschule existenziell und für beide Seiten befruchtend. Gemeinsame Anlässe bieten fachlichen Austausch und professionsübergreifende Vernetzungsmöglichkeiten.

Autorin:
Stefanie Diviani, Leiterin Direktion und Kommunikation

Das Gesundheitswesen ist dynamisch; durchflochten von komplexen Entwicklungen. Entsprechend hat das Departement Gesundheit seine Master-Studiengänge neu konzipiert. Die Absolvierenden sollen künftig in Advanced-Practice-Rollen und mit interprofessionellen Behandlungsansätzen die Entwicklung einer patientenzentrierten, integrierten Gesundheitsversorgung mitprägen.

Autorinnen und Autoren:

  • Prof. Dr. Christian Eissler, Leiter Master-Studiengang Pflege
  • Prof. Dr. Undine Lehmann, Leiterin Master-Studiengang Ernährung und Diätetik
  • Prof. Dr. Amir Tal, Leiter Master-Studiengang Physiotherapie
  • Prof. Dr. Eva Cignacco Müller, Leiterin Master-Studiengang Hebamme

Die neue Rolle Nurse Practitioner gibt Pflegenden erweiterte Kompetenzen in der klinischen Praxis und verändert die Versorgung insbesondere von multimorbiden, chronisch kranken Menschen. Eine Möglichkeit ist der Einsatz von Nurse Practitioners in der Grundversorgung, beispielsweise in einer Hausarztpraxis.

Autorin:
Melanie Inniger, Pflegeexpertin APN, Pluriprax AG und Spitex AemmePlus AG

Breast and Cancer Care Nurses (BCCN) bilden eine Ausprägung der Advanced Practice Nurses. Diese Rolle hat sich in der Schweiz erfolgreich etabliert. Karin Biedermann, eine BCCN, gibt einen Einblick in ihren Berufsalltag.

Autorin:
Karin Biedermann, Studentin Master-Studiengang Pflege, Breast and Cancer Care Nurse, Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Inselspital, Universitätsspital Bern

In der Pflege sind Advanced-Practice-Rollen weit fortgeschritten – noch aber fehlt eine Gesetzesgrundlage. Ein breit abgestütztes Projekt macht sich deshalb für die Reglementierung der Advanced-Practice-Rollen von Pflegefachpersonen stark.

Autorin:
Dr. Maya Zumstein-Shaha, Dozentin und stv. Leiterin Master-Studiengang Pflege

In der Schweiz kommen jährlich 6 000 Kinder zu früh zur Welt. In einer Forschungs-Praxis-Partnerschaft zwischen dem Inselspital und der Berner Fachhochschule wurde das neue Betreuungsmodell «Transition to Home after Preterm Birth» für Familien mit frühgeborenen Kindern erarbeitet und im Rahmen einer Pilotstudie implementiert. Für die betroffenen Eltern ist die Advanced Practice Nurse eine zentrale Stütze.

Autorin:
Natascha Schütz Hämmerli, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, APN Geburtshilfe; Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Neonatologie, Universitätsklinik für Kinderheilkunde, Inselspital, Universitätsspital Bern

Undine Lehmann ist eine Frau der klaren Worte – und Taten. Wenn sie von den Studierenden fordert, mutig zu sein, sich auf Neues einzulassen, dann nicht, ohne dies auch auf sich selbst zu beziehen. Ihre gegenwärtige Mission erfordert Beharrlichkeit und Überzeugungsarbeit: Sie bereitet die Studierenden im Master-Studiengang Ernährung und Diätetik auf Advanced-Practice-Rollen vor und arbeitet zeitgleich daran, diese in der Schweiz überhaupt zu definieren und zu etablieren.

Interview mit: Prof. Dr. Undine Lehmann leitet seit Frühjahr 2019 den Master-Studiengang Ernährung und Diätetik an der Berner Fachhochschule BFH. Als passionierte Forscherin bringt sie ihre Erfahrung und Kenntnisse auch in der angewandten Forschung und Entwicklung ein – vorwiegend in den Bereichen Nährwertkennzeichnung, Public Health und in der klinischen Forschung.

Das Interview führte
Bettina Nägeli, Kommunikation

Hebammen mit erweiterten Kompetenzen können Spitäler dabei unterstützen, bestehende Strukturen weiterzuentwickeln. Exemplarisch dafür steht Anne Steiner, die am Kantonsspital Aarau den Prozess zur Einführung der hebammengeleiteten Geburtshilfe begleitet hat.

Autorin:
Anne Steiner, Verantwortliche für Qualität und Innovation, Schweizerischer Hebammenverband

Mit der bisherigen Aufgabenteilung kann die Gesundheitsversorgung in der Schweiz langfristig nicht gewährleistet werden. Martin Verra ist überzeugt, dass es auf allen Ebenen und in allen Gesundheitsberufen ein Umdenken braucht. Gefragt sind dabei auch Vertrauen und die Bereitschaft, loszulassen.

Interview mit: Dr. Martin L. Verra ist Direktor des Instituts für Physiotherapie der Insel Gruppe. Er hat die «IG SwissAPP» mitinitiiert und engagiert sich auf verschiedenen Ebenen für die Weiterentwicklung der Physiotherapie.

Das Interview führte
Stefanie Diviani, Leiterin Direktion und Kommunikation

Mangelernährung erhöht bei hospitalisierten, polymorbiden Patientinnen und Patienten der Inneren Medizin das Risiko für Komplikationen und Mortalität. Eine neue Studie zeigt jetzt, dass durch eine individuelle Ernährungstherapie diesen Risiken massgeblich entgegengewirkt werden kann.

Autor:
Pascal Tribolet, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Studienleiter Weiterbildung Ernährung und Diätetik, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Kantonsspital Aarau

Im Modul «Wissenschaftliches Arbeiten» eignen sich die künftigen Hebammen erste Forschungskompetenzen an – sie recherchieren etwa Literatur und überprüfen deren Qualität. Das Modul findet nicht in reiner Vorlesungsform statt: Zum Zuge kommen, im Sinne des Blended Learnings, Online-Aufgabenstellungen, Selbstüberprüfungstests, Diskussionsforen und Chats.

Autorin:
Marianne Haueter, Dozentin bis Juli 2019 Geburtshilfe; Co-Leitung Geburtshaus Maternité Alpine

Die Betreuung von Menschen mit Demenz gehört zu unseren grössten gesellschaftlichen Herausforderungen. Verschiedene Erkrankungen können die Grunderkrankung der Demenz überlagern und einen Aufenthalt im Akutspital nötig machen. Das Akutspital ist deshalb ein Versorgungssetting, das den Bedarfen von Menschen mit Demenz Rechnung tragen muss.

Autorin:
Prof. Dr. Sabine Hahn, Leiterin Pflege

Wie Computermodelle zum besseren Verständnis von Wirbelsäulenpathologien beitragen können, eignete sich Dr. Stefan Schmid, stellvertretender Leiter der angewandten Forschung und Entwicklung Physiotherapie, im Zuge seines einjährigen Forschungsaufenthalts an der renommierten Harvard Medical School an.

Autor:
Dr. Stefan Schmid, Stv. Leiter angewandte Forschung und Entwicklung Physiotherapie, Leiter Spinal Movement Biomechanics Group

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Archiv

Im Archiv finden Sie alle bereits erschienen Ausgaben von «frequenz» als PDF.

Impressum

  • Herausgeberin: Berner Fachhochschule BFH, Departement Gesundheit
  • Erscheinungsweise: 3-mal jährlich
  • Auflage: 8’000 Ex.
  • Redaktion: Bettina Nägeli
  • Fotos: Alexandra Berger, Daniel Haid, Alexander Jaquemet, Nick Schneeberger, Adobe Stock, Fotolia und weitere 
  • Layout: BFH Gesundheit, Alexandra Berger
  • Lektorat: Barbara Suter Ammann
  • Druck: Merkur Druck AG, Langenthal
  • Copyright: Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung der Redaktion.