Interprofessionell entwickeltes Rollenprofil für eine School Nurse

Die Departemente Gesundheit und Soziale Arbeit der BFH führen eine Delphi-Studie durch mit dem Ziel, ein interprofessionell entwickeltes Rollenprofil für eine School Nurse zu erstellen.

Steckbrief

Ausgangslage

In Schulen kommen Kinder mit unterschiedlichen sprachlichen, kulturellen, religiösen und sozialen Hintergründen zusammen. Dabei befinden sie sich in verschiedenen Entwicklungsphasen und die Lernfähigkeit von Schüler*innen ist eng mit ihrem Wohlbefinden und ihrer Gesundheit verbunden. Die Covid-19-Pandemie hat verstärkt aufzeigt, dass Lehrpersonen bezüglich der gesundheitlichen Bedarfe ihrer Schüler*innen an Grenzen stossen und die Gesundheitsversorgung von Schüler*innen verbessert werden sollte. Es sind neue Versorgungsmodelle in Schulen angezeigt, die einen niederschwelligen Zugang zu Gesundheitsleistungen für Kinder gewährleisten, Lehrpersonen entlasten und Eltern unterstützen. Das Potenzial einer School Nurse liegt darin, die Gesundheit von Schüler*innen zu stärken sowie körperliche und psychische Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Die Rolle kann die Gesellschaft bereichern, indem sie einen niederschwelligen Gesundheitsdienst für Schüler*innen gewährleistet sowie das Schnittstellenmanagement zu Kinderarztpraxen fördert und das gezielte Aufsuchen von Notfallstationen stärkt. Ziel der Studie war es, ein Rollenprofil für eine School Nurse interprofessionell mit der Praxis zu entwickeln. Dadurch sollen Überschneidungen mit anderen Berufen identifiziert werden und interprofessionelle Lücken in der Gesundheitsversorgung besser abgedeckt werden können. Diese Studie war ein Folgeprojekt der SMiLE Studie.

Vorgehen

Das Rollenprofil wurde mittels normativer Delphi-Studie entwickelt. 1. Vorbereitung: Auf der Grundlage einer Literaturrecherche zu den Kompetenzen von School Nurses wurde ein theoriebasierter Online-Fragebogen entwickelt, anhand eines Pre-Tests getestet und überarbeitet. 2. Normative Delphi-Studie: Der Fragebogen wurde an Expert*innen aus dem Gesundheits- und Schulwesen versendet. Der Content Validity Index (CVI) wurde auf Itemebene berechnet. Der qualitative Freitext wurde anhand der Inhaltsanalyse nach Mayring analysiert. 3. Interprofessioneller Konsens

Ergebnisse

Insgesamt wurden zwei Runden in dieser Delphi-Studie zwischen September 2023 und Februar 2024 durchgeführt, um die Anforderungen und Aufgaben einer School Nurse auf deren Relevanzen in Bezug auf den Rollenaufbau zu bewerten. Insgesamt wurden 47 Expert*innen angeschrieben. Das Durchschnittsalter (SD) der Expert*innen in allen Runden betrug 51.1 (8.58) Jahre, und die Mehrheit war weiblich (81.6 %). Die Mehrheit der Expert*innen kam aus dem Kanton Bern (69%), gefolgt vom Kanton Zürich (19%). Folgende Berufsgruppen waren vertreten: Ärzt*innen 21%, Medizinische Fachperson Schulgesundheit 13%, Pflegefachpersonen 13%, Heilgädagog*innen 11%, Schulsozialarbeiter*innen 11%, Lehrpersonen und Schulleitungen 6%, wissenschaftliche Mitarbeitende 6%, Medizinische Praxisassistent*in, Coach für Arbeitsintegration 2%, Projektleitung 2% vertreten. 13% haben keinen Beruf angegeben. Die Anzahl der Items in der Delphi-Studie pro Runde ist in Abbildung 3 zusammengefasst. Die Items wurden anhand einer 4-stufigen Likert-Skala von «nicht relevant» bis «sehr relevant» bewertet.

Ausblick

Die Stellenbeschreibung kann als Grundlage für die Konzeption der Funktion, die Anstellung und Weiterbildung von School Nurses verwendet werden. Der Einsatz einer School Nurse richtet sich an den lokalen Verwaltungsstrukturen in den jeweiligen Gemeinden aus. Für eine zukünftige Implementierung sollten alle Fachpersonen der Schule sowie Schüler*innen miteinbezogen werden, damit das interprofessionelle Team erfolgreich mit einer School Nurse erweitert werden kann.

Dieses Projekt leistet einen Beitrag zu den folgenden SDGs

  • 3: Gesundheit und Wohlergehen