Mission Statement: Identität

«Die vier Gesundheitsberufe Ernährungsberater*in, Hebamme, Pflegefachperson sowie Physiotherapeut*in sind unser Kernthema. Wir stärken die Student*innen in ihrer Professionalität und damit in ihren Rollen als essenzielle Akteur*innen im interprofessionellen Setting.»

15 Jahre Identität
Eugen Mischler

Prof. Eugen Mischler

Leiter Fachbereich Physiotherapie, stv. Direktor Departement Gesundheit

«Im Jahr 2006 starteten wir mit den Bachelor-Studiengängen Pflege und Physiotherapie auf Fachhochschulstufe. Danach haben wir eine grosse Entwicklung durchlaufen, bieten mittlerweile Bachelor- und Master-Studiengänge für alle vier Berufe an. Unsere heutigen Absolvent*innen sind selbstbewusste, kommunikativ starke, interprofessionell handelnde und fachlich höchst kompetente Gesundheitsfachpersonen. Sie geben neue Impulse für die Gesundheitsversorgung – aber auch für ihre jeweilige Profession.»

Prof. Dr. Urs Brügger

Prof. Dr. Urs Brügger

Direktor Departement Gesundheit

«Alterung, Digitalisierung, Kostendruck und Fachkräftemangel sind die Treiber des heutigen Gesundheitssystems. In dieser Dynamik nimmt die Bedeutung ‹unserer› Gesundheitsberufe zu – ihre weitere Professionalisierung und Akademisierung sind elementar für die Leistungsfähigkeit und Qualität des Schweizer Gesundheitssystems. Genau dafür setzen wir uns ein: Wir bereiten unsere Student*innen auf anspruchsvolle Aufgaben und neue Rollen vor. Wir schärfen ihren Blick für dieses dynamische Gesundheitssystem, so dass sie zu einer nachhaltigen Gesundheitsversorgung für eine alternde Gesellschaft beitragen können.»

Prof. Dr. Eva Cignacco

Prof. Dr. habil. Eva Cignacco
Co-Fachbereichsleiterin Geburtshilfe

«Der Diskurs mit unseren Praxispartner*innen, der Blick auf aktuelle Entwicklungen, die konsequente Orientierung an Gesundheitsbedürfnissen von Frauen und ihren Familien sowie solide Forschung zeichnen unseren Fachbereich Geburtshilfe aus. Die künftigen Anforderungen in der Gesundheitsversorgung sind unser Kompass in der Ausbildung von Hebammen auf Master-Stufe. Die heutige perinatale Gesundheitsversorgung benötigt sie dringender denn je, diese wissenden, kompetenten, weitsichtigen und verantwortungsvollen Hebammen.»

Advanced Practice

Zurzeit entwickeln sich in der Schweiz Advanced-Practice-Rollen. Health Professionals mit erweiterten Kompetenzen haben grosses Potenzial, Innovationen in der Gesundheitsversorgung voranzutreiben. Genau dafür bilden wir unsere Master-Student*innen aus.

Die gegenwärtigen Entwicklungen in der schweizerischen Gesundheitsversorgung erfordern von Gesundheitsfachpersonen neue Denk- und Handlungsansätze. Sie können eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung sichern, indem sie neue Rollen übernehmen und als Akteur*innen in innovativen Versorgungsmodellen agieren. Seit Herbst 2019 setzen wir am Departement Gesundheit mit unseren Master-Studiengängen (Ernährung und Diätetik, Hebamme, Pflege sowie Physiotherapie) ein neues, gemeinsames Master-Konzept um. Wir befähigen die Student*innen dazu, im jeweiligen Beruf eine evidenzbasierte Versorgung anzubieten, selber Evidenz zu schaffen, fundierte interprofessionelle Zusammenarbeit und ethische Entscheidungsfindungen auch in hochkomplexen Situationen sicherzustellen.

Forschungsprojekt

Advanced Practice Midwifery im Bereich perinatale psychische Gesundheit

Lena Sutter entwickelte in ihrer Master-Thesis das Modell einer Advanced-Practice-Midwifery-Rolle (APM) im Bereich der perinatalen psychischen Gesundheit. Diese spezialisierte Hebammenrolle ist in der Universitätsklinik für Frauenheilkunde des Inselspitals, Universitätsspital Bern angesiedelt. Die APM stärkt die perinatale psychische Gesundheit von Frauen, fördert die Früherkennung von Symptomen einer psychischen Erkrankung, berät Frauen und Familien und vernetzt die an der Versorgung beteiligten Fachpersonen.

Artikel

Neue Master-Curricula: Unsere Antwort auf Herausforderungen im Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen ist dynamisch; durchflochten von komplexen Entwicklungen. Entsprechend hat das Departement Gesundheit seine Master-Studiengänge neu konzipiert. Die Absolvent*innen sollen künftig in Advanced-Practice-Rollen und mit interprofessionellen Behandlungsansätzen die Entwicklung einer patientenzentrierten, integrierten Gesundheitsversorgung mitprägen.

Nurse Practitioner: weder Ärztin noch Pflegefachperson – oder beides?

Die neue Rolle Nurse Practitioner gibt Pflegefachpersonen erweiterte Kompetenzen in der klinischen Praxis und verändert die Versorgung insbesondere von multimorbiden, chronisch kranken Menschen. Eine Möglichkeit ist der Einsatz von Nurse Practitioners in der Grundversorgung, beispielsweise in einer Hausarztpraxis.

Professionalisierung und Akademisierung in den Pflegeberufen

«Worin besteht für Sie der Mehrwert der Akademisierung in den Gesundheitsfachberufen?» Auf diese Frage des hsg-magazins erläutert Prof. Dr. Sabine Hahn ihren Ansatz zur Professionalisierung und Akademisierung des Pflegeberufs. Im Artikel beschreibt sie, welche Rolle den Pflegefachpersonen zukommt in Bezug auf die Lebensqualität der Patient*innen und ihrer Familien, den gegenwärtigen Herausforderungen im Gesundheitswesen sowie den Fachkräftemangel.

Interprofessionalität

Auf Interprofessionalität legen wir in Lehre, Forschung und Weiterbildung grossen Wert. Damit tragen wir dazu bei, die Herausforderungen zu meistern, die sich bei der Zusammenarbeit der verschiedenen Gesundheitsfachpersonen ergeben. So fördern wir eine Gesundheitsversorgung, die den Menschen ins Zentrum stellt.

Interprofessionalität in der Lehre

Bachelor-Studiengänge

Mit dem Projekt «Curriculum 2020» haben wir uns für die Zukunft gerüstet und unsere vier Bachelor-Studiengänge – Pflege, Hebamme, Physiotherapie sowie Ernährung und Diätetik – interprofessionell ausgerichtet. Insgesamt 12 ECTS-Credits des gesamten Bachelor-Studiums (180 ECTS-Credits) erwerben die Student*innen der vier Studiengänge gemeinsam in den drei interprofessionellen Modulen «Personzentrierte Gesundheitsversorgung», «Interprofessionelle Zusammenarbeit und eHealth» sowie «Gesundheitsförderung im interprofessionellen Kontext». Dabei lernen sie in Kleingruppen mit-, von- und übereinander.

Modulverbindende inhaltliche Schwerpunkte Bild vergrössern

Master-Studiengänge

Unsere vier Master-Studiengänge sind interprofessionell ausgerichtet. Alle unsere Master-Student*innen absolvieren gemeinsam interprofessionelle Module wie angewandte Ethik, Advanced Practice oder Grundlagen der Gesundheitsökonomie. So werden sie mit unterschiedlichen Perspektiven konfrontiert, lernen, ihre eigenen Standpunkte zu hinterfragen und andere zu verstehen. Damit entwickeln sie vertiefte Fertigkeiten zur interprofessionellen Zusammenarbeit und werden in der Lage sein, komplexe Praxissituationen ganzheitlich anzugehen.

Interprofessionalität in der Weiterbildung

Mit dem Basiskurs «Wissenschaftliches Arbeiten - Reflektierte Praxis» bieten wir allen Gesundheitsfachpersonen die Möglichkeit, einen exekutiven Weiterbildungsabschluss anzustreben oder den Nachträglichen Titelerwerb zu erlangen. Wir bieten eine Vielzahl an interprofessionellen Weiterbildungsangeboten an, die modular belegt zu einem Certificate of Advanced Studies führen. Einzelne Angebote können auch den drei MAS-Studiengängen angerechnet werden.

Interprofessionalität in der Forschung

Interprofessionalität spielt auch in unserer Angewandten Forschung und Entwicklung eine Rolle. Das zeigt sich einerseits in der Zusammensetzung der Forschungsteams: Nicht nur Angehörige aus der Ernährung und Diätetik, Geburtshilfe, Pflege und Physiotherapie, sondern auch Expert*innen aus der Soziologie, Psychologie, Ökonomie, Technik sowie Sport- und Bewegungswissenschaften arbeiten mit. Diese Multiperspektivität prägt die Forschungsprojekte und fördert das Implementieren der Resultate in der Praxis. Andererseits sind auch unsere Forschungsinhalte interprofessionell, womit wir wichtige Beiträge zur Weiterentwicklung der interprofessionellen Realität in der Gesundheitsversorgung leisten.

Forschungsprojekte

Transition to Home after Preterm Birth

Frühgeborene Kinder und ihre Eltern haben einen schwierigen Start ins gemeinsame Leben. Gemeinsam mit dem Inselspital gestalteten wir im Projekt «Transition to Home» den Übergang nach Hause einfacher und sicherer. Ein interprofessionelles Team begleitete die Familien ab der Geburt, während der Zeit im Spital sowie bis 6 Monate nach Spitalaustritt zu Hause. Dieses Gesundheitsversorgungsmodell ist in der Schweiz bisher einzigartig.

Rollen- und Professionsentwicklung in den Gesundheitsberufen

Gesundheitsfachpersonen erhalten nebst interessanten Karrierechancen und neuen Berufsrollen die Möglichkeit Gesundheitsberufe neu und attraktiv auszurichten. So soll dem Fachkräftemangel mit Innovation begegnet und gemeinsam in interprofessionellen Settings Verantwortung für ein bedarfs- und bedürfnisorientiertes Gesundheitssystem übernommen werden. Die Drei-Länder-Tagung des Vereins zur Förderung der Wissenschaft in den Gesundheitsberufen VFWG nimmt sich am 5. + 6. Mai 2022 in Bern diesen spannenden Entwicklungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz an und fördert einen wissenschaftlichen Austausch.